{"id":106,"date":"2011-07-17T04:04:00","date_gmt":"2011-07-17T02:04:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mtbonline.de\/australien\/2011\/07\/17\/unser-arbeitsalltag\/"},"modified":"2011-07-17T04:04:00","modified_gmt":"2011-07-17T02:04:00","slug":"unser-arbeitsalltag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.tido.world\/australien\/2011\/07\/17\/unser-arbeitsalltag\/","title":{"rendered":"Unser Arbeitsalltag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">4:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir wachen zum ersten mal auf, obwohl der Wecker selbst noch schl\u00e4ft. Die K\u00e4lte hat uns geweckt. In den fr\u00fchen Morgenstunden sinken die Temparaturen im Auto teilweise unter 5\u00b0C, was auch in Jeans bzw. Jogginghosen und Pullovern kaum auszuhalten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">5:45 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser Wecker klingelt das 1. Mal, aber wir bleiben noch liegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">5:55 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser Wecker klingelt das 2. Mal und erneut wird die Schlummertaste bem\u00fcht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">6:05 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser Wecker klingelt das 3. Mal. Tim l\u00e4sst etwas m\u00fchsam den ebenfalls frierenden TiDo an und dr\u00fcckt anschlie\u00dfend die Schlummertaste ein letztes Mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">6:15 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unser Wecker klingelt das 4. Mal. Mittlerweile str\u00f6mt angenehm warme Luft aus der L\u00fcftung des Autos. Wir kriechen langsam aus den Schlafs\u00e4cken, krabbeln von hinten auf unsere Vordersitze und wechseln artistisch mit viel verbiegen in unsere Arbeitskleidung. In die K\u00e4lte hinaus wollen wir einfach noch nicht.<br \/>\nSchnell wird noch das Bett ein bisschen gemacht und die Schlafsachen zusammen gelegt. Ein Leben im Auto verlangt viel Ordnung. \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">6:30 Uhr<\/span><\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Die Frontscheibe wurde mit einem Handtuch trocken gewischt und wir fahren die knapp 400m zur Farm. Drau\u00dfen ist es noch immer dunkel, aber es d\u00e4mmert bereits am Horizont.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">6:35 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir kommen auf der Farm an, holen Milch und Brot aus dem Gemeinschaftsk\u00fchlschrank f\u00fcr die Backkpacker und fr\u00fchst\u00fccken &#8230; nat\u00fcrlich im noch warmen Auto.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">6:50 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Unsere Backpacker-Kollegen treffen nacheinander ein. Wir gehen noch fix auf die Toilette und putzen Z\u00e4hne. Langsam wird es hell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">7:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">P\u00fcnktlich kommt Farmhund Max angetrabt und k\u00fcndigt so an, dass auch Jorge der Chef nicht mehr weit sein kann. W\u00e4hrend Max jeden einzelnen von uns ehrenhaft begr\u00fc\u00dft bespricht Jorge mit uns die Aufgabenverteilung f\u00fcr den Tag, dann gehts auch schon los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">7:05 Uhr &#8211; 12:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Bis ca. 9:00 Uhr heisst es noch ordentlich bibbern, erst dann ist die Sonne soweit am Himmel, das sie auch ein wenig w\u00e4rmt.<br \/>\nIn den ersten Wochen bestand der Vormittag f\u00fcr uns aus Zucchiniernte, sp\u00e4ter verbrach- ten wir auch diesen entweder mit pfl\u00fccken, beschneiden oder mit chemischer Unkrautbek\u00e4mpfung im Tomatenfeld. Vereinzelt war Tim mit den anderen Jungs auch K\u00fcrbisse einsammeln.<br \/>\nUnsere Aufgaben variieren zwar von Tag zu Tag zwischen 5 oder 6 verschiedenen T\u00e4tigkeiten, aber trotzdem ist jede einzelne davon, auf die Dauer betrachtet, stubide, langweilig, erm\u00fcdend und anstrengend zugleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">12:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Zeit vergeht meistens ziemlich langsam und wir schauen alle viel zu oft auf die Uhr, aber irgendwie vergehen die 5 Stunden bis &#8222;Lunchtime&#8220; trotzdem. Zur\u00fcck am Auto haben wir nun bis 13:00 Uhr Mittagspause.<\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Ich schnibbel mir schnell einen Salat mit Tomaten, Paprika und Gurken von der Farm. Tim macht sich R\u00fchreier mit Paprika und Zuccini, dazu gibt es Sandwichbrot mit Tunfisch und H\u00fcttenk\u00e4se. Klingt gesund, ist es auch &#8230; bis auf das Brot, das hier eigentlich nur den Zweck erf\u00fcllt, sich den Aufstrich nicht auf die Hand schmieren zu m\u00fcssen.<br \/>\nW\u00e4hrend wir alle Essen kommt auch Max noch mal und holt sich ein paar Streicheleinheiten ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">13:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stunde vergeht viel zu schnell und man wird so m\u00fcde w\u00e4hrend der Pause. Aber es geht weiter!<br \/>\nDie Nachmittag finden zum gr\u00f6\u00dften Teil auf den Tomatenfeldern statt. Neue Felder werden angelegt, Setzlinge gepflanzt, St\u00e4be gesteckt und miteinander verdrahtet. Ist man damit fertig, sind die Pfl\u00e4nzchen schon bereit angebunden und das erste Mal gestutzt zu werden. Hat man dass erledigt, f\u00e4ngt man auf dem gleichen Feld mit der zweiten Runde an &#8230; usw. D.h. Wochenlang, jeden Tag im Stehen mit den H\u00e4nden auf einer H\u00f6he von etwa 30cm \u00fcber dem Boden friemelige Arbeiten durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Wieder wird viel zu oft auf die Uhr geschaut. Nach dem Mittag ist es, wenn nicht bew\u00f6lkt, sehr sehr warm, was die Arbeit zus\u00e4tzlich erschwert. Motiviert wird sich tats\u00e4chlich mit dem z\u00e4hlen des in jeder Stunde verdienten Geldes und &#8230; naja, es funktioniert und macht alles f\u00fcr einen Augenblick etwas leichter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">16:30 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir arbeiten nach wie vor aber man merkt, es wird langsam frischer. Die Sonne steht schon nicht mehr so hoch \u00fcber dem Horizont und so k\u00fcndigen sich M\u00fccken und Sandflies an. Jeden Tag zur selben Zeit. Manchmal hilft Insektenspray, manchmal nicht. Um ein paar Stiche kommt man aber nie herum.<br \/>\nImmerhin, das Ende des Tages ist absehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">17:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Alle sind mit ihren Gedanken schon im Feierabend und aller 5 Minuten wird gefragt, wie sp\u00e4t es ist. Keiner macht mehr richtige Arbeit. Eigentlich wird nur noch produktiv aussehend herumgestanden und gewartet bis &#8222;abgepfiffen&#8220; wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">17:30 Uhr<\/span><\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Geschafft! &#8211; Pl\u00f6tzlich wieder voller Elan h\u00fcpfen alle auf das Auto. Wir sitzen nebeneinander auf der Ladefl\u00e4che und fahren so langsam vom Feld zur\u00fcck zur Farm.<br \/>\nDieser Moment des Tages ist immer besonders sch\u00f6n, und das nicht nur weil die Arbeit an diesem Tag vor\u00fcber ist. Wir schauen der Sonne am Horizont zu, wie sie langsam untergeht und der Blick auf die Felder im r\u00f6tlichen Licht ist wundersch\u00f6n. Schweigsam genie\u00dfen wir alle diesen kurzen, aber sehr sch\u00f6nen Augenblick, der sogar ein wenig Romantik mit sich bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">17:40 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zur\u00fcck am Auto gehen wir schlie\u00dflich fix duschen und waschen noch unser Geschirr ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">18:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify\">Nach 500m Fahrt kommen wir Zuhause auf unserem Road-Train-Rastplatz an. Wir nutzen das letzte direkte Licht der Sonne und bereiten \u00e4u\u00dferst rutiniert und mit effektiver Auf- gabenverteilung unser Abendessen zu. Es wird frisches Gem\u00fcsen geschnitten, Nudeln gekocht und parallel, vorn im Auto, alles f\u00fcr den allabendlichen Film zum Essen vorbereitet. Jeder Handgriff sitzt und alles geht reibungslos und schnell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">ca. 18:20 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Pr\u00e4zise mit dem eintreten der Dunkelheit ist alles fertig, der Kocher verschwindet wieder im Auto, genau wie wir auch. Wir haben seit der Ankunft auf dem Parkplatz keine Sekunde still gestanden, was aber vor allem zur Abwehr der stechenden Insekten diente \ud83d\ude09<br \/>\nWir sitzen nun im Auto, schauen einen Film und essen, direkt aus dem Topf nat\u00fcrlich. Abwasch sparen.<br \/>\nNach dem essen wird der Topf schnell in den Kofferraum ger\u00e4umt. Dannach wechseln wir auch schon wieder unsere Sachen und verkriechen uns in unsere Schlafs\u00e4cke. Manchmal schauen wir den angefangenen Film noch zu Ende, aber zumindest Doreen schl\u00e4ft eigentlich IMMER ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"post-title\">20:00 Uhr<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein Farmtag geht zu Ende. Schnarch &#8230;<\/p>\n<p>no images were found<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4:00 Uhr Wir wachen zum ersten mal auf, obwohl der Wecker selbst noch schl\u00e4ft. Die K\u00e4lte hat uns geweckt. In den fr\u00fchen Morgenstunden sinken die Temparaturen im Auto teilweise unter 5\u00b0C, was auch in Jeans bzw. Jogginghosen und Pullovern kaum auszuhalten ist. 5:45 Uhr Unser Wecker klingelt das 1. Mal, aber wir bleiben noch liegen. 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