Neuseeland
21. Oktober 2011 von TiDo
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„Nachdem Gott die Welt erschaffen hatte und sich von der Arbeit ausruhen wollte, schuf er für sich etwas ganz Besonderes: ein Land mit klaren, kühlen Bächen, Gletschern, Fjorden, aber auch warmen Meeren voller Fische, mit sonnigen Stränden und üppig grünen Wäldern und Wiesen. Um sich an kühlen Tagen zu erwärmen, ließ er warme Quellen sprudeln. Und um dieses Idyll richtig genießen zu können, hielt er giftige oder andere gefährliche Tiere fern. Dann trennte er das Ganze von der übrigen Welt ab und verschob es an eine Stelle weitab von den anderen Landmassen, damit es von Kriegen verschont bleibe. Darum nennen die Neuseeländer ihre Inselzwillinge zu Recht „Godzone“ – God’s own country – das von Gott auserwählte Land.“

Auckland – 18.10. bis 21.10.2011
21. Oktober 2011 von TiDo
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4 Wochen Neuseeland haben wir nun noch vor uns. Der Anfang unserer Reise nach Neuseeland war begann etwas holprig und wir bekamen es direkt etwas mit der Angst zu tun, dass unser Neuseelandabenteuer von einem schlechten Karma umgeben ist.
Angefangen hatte alles mit einer simplen Frage. Wie kommen wir von unserem Hostel in Sydney zum Flughafen, ohne die teure Flughafenverbindung nutzen zu müssen? Wir hatten eine gültige Wochenkarte für Bus, Bahn und Fähre und suchten einfach nur nach einer Verbindung zum Flughafen. Jedoch konnten uns Touristinfomrationsangestellte nach mehrmaligen Fragen keine genauen Auskünfte geben und wirkten schnell genervt. Selbst das Personal im Verkehrszentrum, antwortete mit patzigen, knappen Antworten: „Müsste die Buslinie 400 sein, bin mir aber nicht sicher!“ Wo soll man denn sonst fragen, wenn nicht im Verkehrszentrum? So etwas waren wir ja von Australien gar nicht gewohnt…

Mit ein paar ungenauen Informationen schlugen wir uns durch und fanden nach einigen Minuten herumirren (mit einem 20kg Rucksack auf dem Rücken ist das eine absolute Quälerei…) dann doch die richtige Buslinie, welche uns ohne Zuzahlung zum Flughafen brachte.

Erleichtert, das wir noch gut in der Zeit lagen, machten wir unsere Rucksäcke Abgabe bereit und gingen zum Check-in. Der nette Jet-Star-Mitarbeiter bearbeitete unsere Unterlagen und Pässe und informierte sich über unsere Reisepläne. Er wollte unter anderem wissen, wie lange wir in Neuseeland bleiben wollen. Dann fragte er nach unserem Rückflugticket. Ähm… wir haben noch keinen Rückflug gebucht. Daraufhin meinte er, er könne uns nicht einchecken, wenn wir keinen Rückflug haben. Die Neuseeländer scheinen es da etwas genauer zunehmen als in Australien. Na herzlichen Glückwunsch.
Da hatten wir uns scheinbar nicht genau informiert und nun haben wir den Salat.
Tim versuchte mit etwas Geschick, den Mitarbeiter davon zu überzeugen, das wir tatsächlich nur 4 Wochen in Neuseeland bleiben wollen, dieser wollte es jedoch schwarz auf weiß bestätigt haben. Hartnäckig wies er uns darauf hin, das wir noch knappe 20 Minuten haben um einchecken zu können und verwies uns damit an eine Dame am Servicetresen, die uns einen Rückflug buchen könne.

Uns flatterte das Herz. Würden wir jetzt unheimlich viel Geld für ein Rückflugticket bezahlen müssen, weil uns nichts anderes übrig bleibt, als das zu nehmen, was die Servicedame uns anzubieten hat? Würden wir unseren Flug noch bekommen? Wenn nicht, wann geht der nächste Flieger nach Auckland und was kostet der Spaß dann? Mal ganz abgesehen von unserem Auto, welches wir ja bereits gebucht hatten…

Nun, die Dame lies sich zwar unendlich viel Zeit, die wir ja nicht wirklich hatten, schnatterte zwischendrin immer wieder mit Kolleginen, aber hatte letztenendes doch einen Flug für uns, der preislich ganz „normal“ war und auch zu unserem gewünschten Termin passte. Nur etwas passte nicht und zwar das Ziel: Sydney! Umsonst verabschiedet 😀
Egal, wir waren froh und jagten wieder zum Check-in und dann direkt zum Gate, ein paar Minuten später saßen wir im Flugzeug. Geschafft, alles nochmal gut gegangen. 18:30 Uhr hoben wir ab…

3 Stunden später plus 2 Stunden Zeitverschiebung, also 23:30 Uhr Ortszeit, landeten wir in Auckland. Es regnet. Aber wir hatten uns nicht nur vom Land Australien verabschiedet, sondern auch vom sonnigen, warmen Wetter, somit waren wir darauf eingestellt.
An der Passkontrolle gab es keine weiteren Probleme und wir steuerten zur Gepäckausgabe, wo mein Rucksack schon fröhliche Runden auf dem Band drehte. Nun mussten wir nur noch auf Tim´s Rucksack warten. Wir warteten und warteten und warteten… „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann …“
Tim´s Gepäck ist wohl in Sydney geblieben. So eine Sch… Also doch ein schlechtes Karma!
Der nächste Flug von Sydney nach Auckland kommt am nächsten Abend um die selbe Zeit und wenn sie den Rucksack finden, würde er dann mitkommen.

Naja, da nützt alles aufregen nichts, daran kann man nix ändern. Wir suchten uns also ein gemütliches Plätzchen im Flughafen, es war bereits 1:00 Uhr. Wir hatten keine Übernachtung gebucht, sondern wollten die paar Stunden bis zum Morgen im Flughafen verbringen und dann unser Mietauto abholen, dessen Firma direkt am Flughafen ist.

Eine gepolsterte Sitzbank mit Tisch und Steckdose (für den Laptop) in der Nähe gehörte uns. Noch schnell einen Happen zu Essen bei McDonalds holen und dann gemütlich machen, das war der Plan. Ich bestellte, zieh die EC-Karte durch das Gerät… piep piep „Error“. Hm, falscher Pin? Falsche Richtung? Nee, alles richtig gemacht.
Mit unserer australischen EC-Karte können wir nicht in Neuseeland bezahlen und das obwohl wir extra in der Bank in Australien danach fragten und die uns versicherten, das dies kein Problem sei. Pustekuchen! Anscheinend muss man doch irgendwas aktivieren.
Na gut, etwas Bargeld haben wir ja noch. Ich zücke die Scheine und die Frau von McDonalds schüttelt mit dem Kopf. *Hand an Kopf klatsch* Wir haben ja nur australisches Geld, befinden uns aber nun in einem anderen Land. Ach Mensch, die Uhrzeit macht sich bemerkbar.
Am Geldautomaten bekamen wir schließlich Geld und konnten zumindest erstmal unsere McDonalds Rechnung bezahlen.

Dann jedoch standen wir vor dem nächsten Problem: Wie bezahlen wir unser Auto am nächsten Morgen? Wir versuchten das Geld am Automaten abzuheben, jedoch ist der tägliche Betrag begrenzt und reichte nicht. Es ist wie verhext. Was kommt als nächstes?

In den nächsten Stunden ruhten wir uns etwas aus, schauten Filme auf dem Laptop und nutzten die ruhigen Stunden zwischen 2:00 und 5:00 Uhr, in denen scheinbar kein Flug ging, für ein paar leichte Nickerchen. Ab 5:00 Uhr herschte wieder reges Treiben und an Schlaf war nicht mehr wirklich zu denken. Wir versuchten uns wach und fit zu halten, ich mit einem Kaffee und Tim mit einem Banananen-Energie-Shake. Funktionierte jedoch nur bedingt.
Gegen 9:00 Uhr riefen wir die Mietfirma an, die in der Bestätigungsmail einen Abholservice anbot. Die Dame am Telefon wusste von unserer Buchung und 10 Minuten später war der Shuttle da. Bloß gut, da funktionierte mal was. Wir hatten schon Bedenken, das unsere Buchung vielleicht noch irgendwo untergegangen ist. Hätte ja irgendwie noch dazu gepasst.

Unser Auto war jedoch noch nicht Übergabe bereit. So mussten wir noch etwas warten, was uns nicht sehr störte, da wir eh noch nicht wegfahren können, wegen Tim´s fehlenden Gepäcks. Bezahlt haben wir dann einen Teil in bar und für den Rest musste Tim´s deutsche Kreditkarte herhalten. Gegen Mittag, es strömte immernoch wie aus Eimern, hatten wir dann unser lila-grünes Jucy-Auto.
Jucy ist eine bekannte Australisch/Neuseeländische Mitwagenfirma, die vorallem Camper vermietet. Wir kannten sie bereits aus Australien und sagten: „Wenn ein Camper, dann Jucy.“
Natürlich ist unser quietschgrüner Jucy kein Vergleich zu unserem Tido und schon gar kein Ersatz, aber immerhin bleiben wir der Marke Toyota treu 😉 Unsern Jucy nannten wir spontan „Doti“ (DOreenTIm).
Bisher sind wir sehr zufrieden mit Doti. Er (oder „sie“, sind uns noch nicht sicher) fährt sich superleicht (automatic) und ist sehr geräumig. Das Bett im hinteren Teil, kann man zu einer Sitzgelegenheit leicht umbauen, untendrunter ist viel Stauraum. Ganz hinten ist eine kleine Kocheinheit, ein kleines Spülbecken mit Wasserkanister darunter und ein Kühlschrank. Es gibt sogar ein „Moonroof“ zum Sternegucken in der Nacht und Vorhänge zum kompletten zuziehen. Kopfkissen, riesige dicke Bettdecke, Handtücher, Kochtopf, Pfanne, Geschirr, Besteck… inklusive. Ach und nicht zu vergessen: der DVD-Player mit kleinem Bildschirm.

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Für die besorgten Mutti´s, wir haben das Rund-um-Sorglos-Versicherungspaket gebucht, welches es finanziell in sich hatte, aber scheinbar trotzdem günstiger ist, als wenn uns irgendwo ein Knöpfchen oder Hebelchen abbricht.
Mit unserem neuen Gefährt, fuhren wir erstmal an eine ruhige Ecke ans Wasser, bauten das Bett zusammen und schliefen ein paar Stunden…

Mittlerweile haben wir den 21.10.2011 und wir warten noch immer auf Tim´s Gepäck. Am 18.10. sind wir angekommen, am 19.10. Mittags hatten wir unser Auto und hätten losfahren können, immerhin haben wir nun einen etwas strafferen Zeitplan. 4 Wochen für ein Land, welches aus 2 Inseln besteht, da muss man sich entscheiden, was man sich anschaut und was man „links liegen lassen“ muss. Nun sind schon 3 Tage vergangen und wir stecken noch immer in Auckland fest.

Auckland ist mit 1,2 Mio. Einwohnern Neuseelands größte Stadt und natürlich haben wir uns hier nun schon etwas umgeschaut, sofern es das Wetter zulässt. Unser erster Eindruck: Es ist überall saftig grün. Es gibt verdammt viele Schafe (und die sind so knuffig). Es herrschen mindestens 3 Jahreszeiten an einem einzigen Tag. Und, man braucht nur eine knappe Stunde von der Ost- zur Westküste.

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Der Norden der Nordinsel – 22.10. bis 25.10.2011
26. Oktober 2011 von TiDo
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Als wir am 22.10. gegen Mittag endlich Tim´s Rucksack engegen nehmen konnten, verließen wir auch sofort Auckland und machten uns auf in den Norden.

Kaum ließen wir die große Stadt hinter uns, lagen nur noch sanfte, grüne Hügel vor uns. Saftige Wiesen und üppige Wälder soweit das Auge reicht.
Was uns jedoch als erstes auffällt: Wir haben noch nie soviele Zäune gesehen wie hier. Links und rechts von der Straße… Nur Zäune. Verlässt man die Hauptstraße auf eine Nebenstraße, sofort Zäune. Man kann sich nirgendwo an die Seite stellen oder einfach mal vom eigentlichen Weg runterfahren. Wir fahren praktisch von Grundstück zu Grundstück. Man befindet sich zwar in keiner Stadt, trotzdem kommt immer ein Haus um welches sich ein riesiges Grundstück befindet, ein paar Kilometer weiter kommt das nächste Haus mit dem nächsten Grundstück. Schließlich kommt irgendwann das Dorf, zu welchen die Häuser gehören und wenn wir dieses wieder verlassen, fangen sofort wieder die eingezäunten riesigen Grundstücke an. Jedes Fleckchen wird hier genutzt… Entweder Weide für Schafe und Kühe oder für den Weinanbau. Es gibt kein Stück Land, was niemandem gehört.

Ja, wir merken, wir müssen uns umgewöhnen. Neuseeland ist viel kleiner und vor allem scheinbar überall bewohnt. Die unendlich scheinende Weite Australien´s fehlt uns hier schon ein bisschen, aber erstmal abwarten. Wir sind ja gerade erst angekommen.

Kurvenreiche und enge Straßen führen uns immer weiter in den Norden der Insel. Wir streifen die Küste, mit blauen Meer und kleinen, grünen Inseln. Alles ist wunderschön anzusehen. Auch das Wetter meinte es bisher gut mit uns, was soviel heisst, das es selten regnet und einigermaßen laue Temperaturen herschen. Mit der ständig vorhandenen dicken und dichten Wolkendecke freunden wir uns langsam an.

Als wir uns am frühen Abend auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz machen, fällt uns wieder der doch große Unterschied zu Australien auf. Hier gibt es keine Rastplätze an denen man einfach über Nacht bleiben kann, logisch die Wege sind hier ja auch nicht so lang.
Wir suchen weiter, aber von der Straße kommen wir einfach nicht runter, überall Zäune.

Schließlich finden wir einen kleinen Schotterplatz am Rande der Straße. Hinter dem Schotterplatz natürlich eine eingezäunte Weide mit Schafen. Aber zumindest kein Tor oder sonstiges, dies sagt uns, das der Schotterplatz niemandem direkt gehört 😉 Dort blieben wir also.

Am nächsten Morgen, gerade wollten wir losfahren, hält neben uns ein Auto. Der Fahrer lässt das Fenster runter und ruft uns zu: „Habt ihr die Nacht hier verbracht?“
😮 Oho, ein Ranger oder ein Grundstücksbesitzer, der sich doch von uns gestört fühlte?
Tim antwortete ehrlich und sagte ja.
Der Fahrer lachte und meinte: „Wieso hier, es gibt doch viel bessere Stellen!“
Hm, wir erklärten ihm, das wir gerade erst hier angekommen sind und einfach erstmal vorsichtig schauen müssen, was man sich in diesem Land so „erlauben“ darf.

Nach einem kurzen Plausch, lud uns Ben, der ein Kuhfarmer ist, zu sich nach Hause zum Frühstück ein. Und an dieser Stelle stellen wir noch etwas fest: Die Neuseeländer sind genauso „komisch“ freundlich wie die Australier. Und ich frage mich zum tausendsten Mal in diesem Jahr: Warum machen die das, warum nimmt jemand femde Menschen mit zu sich nach Hause, zum frühstücken, einfach so?

Wir fuhren Ben hinter her, von der Hauptstraße auf eine kleine Nebenstraße, über Hügel und an unzähligen Weiden mit Kühen und Schafen vorbei.
Schließlich kamen wir auf seinem Grundstück an und sahen endlich auch mal alles von der anderen Seite des Zauns.
Zusammen mit seiner Frau und den 4 Kindern (3 Mädels 10, 8 und 4 Jahre alt und 1 Junge 5 Jahre alt) frühstückten wir Brot mit Marmelade, dazu Kaffee und Tee. Die Familie ist vor fast 4 Jahren aus der Schweitz nach Neuseeland gekommen. Ben ist gebürtiger Neuseeländer, lebte aber 8 Jahre in der Schweitz.
Hier in Neuseeland besitzen sie nun ein Grundstück mit einer Fläche von 50 Hektar, auf welchen sich ein Wohnhaus und ein Gästehaus (noch im Bau) befindet. Der Rest ist Weide für die Kühe. Außerdem leben noch 3 Hunde, 2 Schafe und 1 Pferd welches bald ein Fohlen bekommt, auf dem Land.

Die ganze Familie spricht untereinander englisch, nur ab und zu fallen mal ein paar Wörter oder Sätze in Schwitzerdeutsch, was uns sofort zum lachen bringt.
Nach dem Frühstück macht sich die Familie an die Arbeit. Wir bleiben noch ein Moment um ein bisschen zuzusehen. Ben und seine Frau müssen die Kälber füttern und messen. Die Kinder füttern die einzigen beiden Lämmer, Spirit und Pitt, die die Familie besitzt. Dabei darf ich helfen.
Nach dem füttern, fahren wir zu einer anderen Weide, auf welchen sich die „erwachsenen“ Kühe befinden. Wir laufen auf der Wiese entlang, mit dem Blick auf die weite Weide und den Hügeln im Hintergrund. Die Kinder springen fröhlich umher. Alle außer wir tragen Gummistiefel und machen sich wenig Gedanken um die riesigen Kuhfladen, welche wir möglichst vermeiden wollen. Robin, das 8-jährige Mädchen, schlägt ein Rad und rutscht aus… steht wieder auf und sagt: „Puh, i missed the Fladen.“ „Puh, ich hab den Fladen verfehlt.“

Die ganze Familie macht trotz der vielen und harten Arbeit mit den Tieren und den Häusern an welchen sie noch zu bauen haben, einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Es scheint so als ob sie hier in der Natur alles gefunden haben, was sie brauchen.
Gerne hätten wir noch mehr Zeit mit Ben, seiner Frau und den Kindern verbracht, aber unser strafer Zeitplan drängt uns weiter und wir verabschieden uns.

Am Mittag des 23.10. kamen wir an die „Bay of Islands“.
Eine große Bucht in welcher sich viele kleine Inseln befinden, zahlreiche Sandstrände und dunkelblaues Wasser welches, wenn die Sonne durchbricht, türkis-grün schimmert.

Es ist uns zu frisch um in das verlockende Wasser zu springen. Also fahren wir noch weiter in den Norden, durch, wie sollte es auch anders sein, grünes hügeliges Schäfchenland.
Am frühen Abend finden wir einen kleinen Rastplatz und beschließen dort zu bleiben.

Am nächsten Morgen fuhren wir bis hinauf an die nördlichste Stelle der Nordinsel Neuseelands, das Cape Reinga. Dort wechselte das Wetter binnen Minuten. Vom Land her sahen wir die dunklen Wolkenabschnitte heran nahen, die immer wieder kurze Regenschauer brachten. Dazwischen ließen Lücken die Sonne hindurch scheinen und auf dem Meer über den Inseln bildeten sich kleine Regenbogen. Es war eine wunderschöne Atmosphäre.

Auf dem Rückweg vom Cape hielten wir an der „Bay of Spirit“. Dort befand sich ein Campingplatz zum selbstregistrieren. Es war jedoch niemand da, so nutzten wir, nach dem wir uns den Strand ansahen, die eiskalten Duschen.

Danach legten wir ein ganzes Stück Weg zurück. Den selben Weg bis zum Cape mussten wir schließlich wieder zurück. Später überquerten wir noch einen Fluß mit der Fähre, bis wir am späten Nachmittag einen Platz zum übernachten am Meer fanden.

Am Morgen des 25.10. befanden wir uns an der Westküste der Nordinsel, der sogenannten „Kauri Coast“. Wir schauten uns die größten der in Neuseeland so berühmten Kauri-Bäume an.
Der Tane Mahuta – „Lord of the Forest“ ist mit 52 Metern der größte bekannte noch lebende Kauri. Sein Stamm misst einen Umfang von 14 Metern. Sein alter wird auf ca. 2000 Jahre geschätzt.

Nach dem wir den beeindruckenden Kauriwald hinter uns lassen, befinden wir uns schließlich wieder auf dem Weideland. Wir fahren wieder durch Auckland durch, kaufen ein paar Sachen ein, tanken und lassen die Stadt ein zweites Mal hinter uns.
Wir passieren Hamilton und finden wieder einen ruhigen Platz zum übernachten.

Ja, wir fahren viel und wir kommen uns selber ein bisschen vor wie auf der Jagd. Es ist ein völlig anderes Reisen als in Australien und wir merken, wir sehr wir daran gewöhnt waren für alles Zeit zu haben. Da wir zu Beginn noch fast 4 Tage verloren haben, haben wir nun das Gefühl uns noch mehr beeilen zu müssen. Die Stunden scheinen nur so an uns vorbei zufliegen und jede kleine Rast die wir einlegen, wird ordentlich bedacht. Wir versuchen uns die schönsten Dinge heraus zupicken und müssen dabei an ein paar sicher auch sehr hübschen Stellen vorbei fahren. Aber alles können wir nun mal nicht sehen und es ist schwieriger als in Australien, wo man einfach außen herumfahren kann und dabei automatisch an allen Wichtigem vorbei kommt. Hier müssen wir uns zwischen Ost- und Westküste und dem Inland entscheiden oder im Zick-Zack fahren. Wir kämpfen uns also durch den Reiseführer und die Karten und auch das ist hier schwieriger. Hier tragen die meisten Städte Maori-Namen (Maoris sind die Neuseeländischen Ureinwohner) und diese auseinanderzuhalten und auf der Karte zu finden, sich zu merken und nicht zu verwechseln ist gar nicht so einfach.
Hier kurz ein Beispiel: In einem Umkreis von nur 50 Kilometern befinden sich Städte/Dörfer mit folgenden Namen: Okato, Oakura, Omata, Okaiawa, Ohura… *uff*

Trotz all dem Neuen, trotz das alles so anders ist, gefällt es uns hier sehr gut. Die Menschen sind offen und freundlich, was hoffentlich nicht nur an der gewonnenen Weltmeisterschaft im Rugby liegt und die Natur, die dieses Land und derren Menschen hier besitzt, ist wahrlich ein Geschenk.

Wetter, Wetter, Wetter … 26.10. bis 30.10.2011
3. November 2011 von TiDo
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Am 26.10. kamen wir am Morgen in Rotorua an. Am Lake Rotorua, der mit 80km² der zweitgrößte See der Nordinsel ist, legten wir ein zweites Frühstück ein. Leider ging eine Hälfte meines zweiten Frühstücks an die Schwäne.

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Weiter ging es durch die Stadt und sofort stieg uns ein kräftiger Schwefelgeruch in die Nase. Ja, Rotorua stinkt und wir fragen uns, wie man hier nur wohnen kann. Die ganze Region ist von einer hohen thermalen Aktivität umgeben und die ist sogar so stark, das die meisten Häuser durch Erdwärme geheizt werden.
Um die Thermalquellen anzuschauen muss man viel zu viel Geld bezahlen. Es gibt unzählige Stellen in der Gegend und jede Einzelne ist eine Touristenabzocke. Uns reicht es also bald mit dem Gestank und schließlich geben wir uns mit dem noch mehr stinkenden, blubbernden „Mud-Pool“ zufrieden.

Weiter geht es nach Taupo. Dort erwartet uns wieder ein See. Diesmal 600km² groß und somit der größte Binnensee Neuseelands. Wir besichtigen die Huka-Fälle.

Bild Lake Taupo und Huka Falls

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Nach dem es weiter über noch immer grüne Hügel voll mit Schäfchen geht, kommen wir einer dicken und tiefhängenden Wolkenwand immer näher. Gerade hier können wir DAS gar nicht gebrauchen.
Vor uns liegt der höchste Punkt der Nordinsel und zugleich der höchste aktive Vulkan Neuseelands. Jedoch sehen wir nicht viel von ihm, dem Mount Ruapehu (2797m) und das obwohl wir ganz nah an ihm entlang fahren. Wir können gerade so den Berg erahnen, der sich aus dem bisher eher flachen Hügelchen erhebt. Wir sehen einen Hauch von Schnee und dann verschwindet der Rest in den Wolken. Wir erkundigen uns nach einer Wanderstrecke für den nächsten Tag. Unbedingt wollen wir hinauf, wir wollen die klaren, blauen Kraterseen sehen und denn Schnee und den Ausblick, überhaupt wollen wir einen Vulkan besteigen… Aber daraus wird nichts. Der Wetterbericht sagte Regen voraus für den ganzen Rest der Woche. Wir waren deprimiert, wollten aber die Hoffnung nicht aufgeben. Am Rande des Vulkans suchten wir uns einen Schlafplatz und wollten abwarten, von welcher Seite sich das Wetter ganz früh am Morgen zeigt.
Doch die Hoffnung starb schnell. Schon am Abend fing es an mit regnen, dicke tiefe Wolken- und Nebelschwaden machten sich breit und verschluckten den Mt. Ruapehu vollständig. Am nächsten Morgen fuhren wir davon, den Berg sahen wir nicht mehr.

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Und damit ihr wisst von was wir überhaupt sprechen, hier eine abfotografiete Postkarte.

Postkarte

Unsere Fahrt ging weiter auf dem „Forgotten World Highway“ und tatsächlich fühlten wir uns auf dieser einsamen 150km langen Fahrt, wie in einer vergessenen Welt. Die schmale Straße schlängelte sich durch üpige Wälder und Schluchten, bergauf und bergab. Es regnete noch immer und das führte dazu, das überall kleine Bäche floßen und sich an den Bergen herrliche Wasserfälle bildeten.

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Am Ende dieser wunderschönen Fahrt liegt ein weiterer Vulkan vor uns. Der Mount Taranaki (2518m) gilt als ein relativ junger Vulkan, der „erst“ vor 135.000 Jahren aktiv geworden sein soll. Er ist berühmt für seine perfekte Spitzkegelform. Aber auch die Sicht auf ihn wurde uns komplett verweigert und wieder konnten wir keine Wanderung starten. Die Dame im Visitorcenter bestätigte die schlechte Wettervorhersage noch einmal.
Wir fuhren an einem See, an welchem man eigentlich einen hübschen Blick auf den Vulkan hat. Unser Highlight dort war jedoch das Fütterten von ein paar Enten. Von dem Vulkan sahen wir nichts.

Hier ein See (im Hintergrund sollte der Vulkan zusehen sein) und das Titelbild vom Mount Tanaki auf unserem Reiseführer.

Am 28.10. fuhren wir durch Wanganui an der Westküste entlang und schließlich landeinwärts in Richtung Upper Hutt, diese Region gehört bereits zu Wellington. Die Straße führte duch ein etwas höher gelegenes Plateau und so kam es, das wir am Abend von wolken umgeben waren. Am nächsten Morgen waren sie vorbei gezogen und die Fahrt ging weiter.

Immer weiter bis hin zum Cape Palliser, der südlichste Punkt der Nordinsel. Und ganz plötzlich war sie wieder da, die Sonne. Das Wasser schimmerte in schönem hellen blau, im Kontrast dazu… Nein, keine weißen Sandstrände, sondern schwarze Sandstrände. Ja richtig, schwarz. Und die grünen Hügel mit Schäfchen drauf dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wie es sich für ein Cape gehört, wurde es natürlich von einem Leuchtturm gekrönt. Den galt es über 150 Stufen zu erklimmen.
Wir hielten uns lange am Cape auf. Es gefiel uns einfach so gut. Das Wasser, die Wellen, der Wind, die Sonne und die sanften Wolken…

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Aber noch etwas bekamen wir dort zu sehen: Seelöwen. Seelöwen in freier Wildbahn, denn am Cape Palliser befindet sich die größte Seelöwenkolonie der Nordinsel.
Zu erst sieht man sie kaum, wie sie da faul auf den Felsen herumliegen. Sie sehen aus als wären sie selbst ein Fels. Aber hat man erstmal einen gesehen, sieht man sie überall. Es müssen Hunderte sein. Wir können sogar ziemlich nah an sie heran. Einige lassen sich nicht stören, drehen sich lediglich um, aber andere verziehen sich lieber ein Stück weiter Richtung Merr.
Während wir unsere Fotos machen und die Tiere beobachten, kommt plötzlich ein mächtiges Tier langsam aber sicher auf uns zu, ab und zu brüllt er und macht uns unmissverständlich zu verstehen, das wir hier irgendwie nicht sein sollen. Und dann sehen wir sie unter einem Felsen fast vor unsere Nase liegen. 2 kleine Baby Seelöwen. Sie waren gut versteckt und der dicke Papa hätte eigentlich gar keine Angst haben müssen, wir hätten sie gar nicht gesehen, hätte er nicht so gebrüllt.

Am späten Nachmittag brachen wir wieder auf. Wir wollten noch bis nach Wellington fahren, da am nächsten Nachmittag unsere Fähre nach Picton zur Südinsel geht.
Wir kamen also am frühen Abend in Wellington an und wurden von einer Stadt begrüßt, die ein ganz eigenes Flair besitzt. Zwar ist sie eine Großstadt (keine Millionenstadt), doch davon spürt man nicht viel. Sie liegt direkt am Wasser und ist von Hügeln umgeben, diese sind von oben bis unten mit kleinen oder größeren Häuschen besetzt. Alle unterschiedlicher wie sie nur sein können, aber jedes hat ein riesen großes Fenster, welches zum Meer hinaus zeigt.
Natürlich besitzt Wellington auch ein Stadtzentrum, welches von den üblichen Einkaufszentren und Shoppingpassagen gesprägt ist. Wir suchen uns einen Schlafplatz, ganz oben auf einem der besagten Hügel auf welchen sich ein kleiner Park befindet.
Am nächsten Morgen stehen wir ganz zeitig auf, um uns noch soviel wie möglich von Wellington anschauen zu können. Wir spazierten unter anderem in dem wirklich sehr hübsch angelegten Botanischen Garten.

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Aber auch hier reicht die Zeit einfach nicht aus und wir finden es ein wenig schade, da uns das was wir bisher von Wellington sehen konnten, wirklich gut gefallen hatte.
Unsere Fähre sollte um 14:00 Uhr ablegen und wir sollten spätestens 12:30 Uhr da sein. Natürlich waren wir pünktlich und trotzdem mussten wir lange warten, bis wir auf die Interislander konnten. Es gab Verzögerungen und so ging es mit fast 2 Stunden Verspätung los.

Die Fahrt über die „Cook Strait“ dauerte 3 Stunden. Kaum hatten wir die letzte Bucht der Nordinsel passiert, sahen wir auch schon das Land der Südinsel vor uns.
Die letzte Stunde der Fahrt schlängelte sich die Fähre durch die zerklüfteten Buchten des berühmten „Charlotte Sounds“, in welchen sich manchmal ein einsames Haus am Hang befand, mit privaten Steg und einem Boot davor, denn eine Straße führt hier nicht her.

Um 19 Uhr kamen wir in Picton an.

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