{"id":22,"date":"2011-10-26T23:15:00","date_gmt":"2011-10-26T21:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mtbonline.de\/neuseeland\/2011\/10\/26\/der-norden-der-nordinsel-22-10-bis-25-10-2011\/"},"modified":"2011-10-26T23:15:00","modified_gmt":"2011-10-26T21:15:00","slug":"der-norden-der-nordinsel-22-10-bis-25-10-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.tido.world\/neuseeland\/2011\/10\/26\/der-norden-der-nordinsel-22-10-bis-25-10-2011\/","title":{"rendered":"Der Norden der Nordinsel &#8211; 22.10. bis 25.10.2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Als wir am 22.10. gegen Mittag endlich Tim\u00b4s Rucksack engegen nehmen konnten, verlie\u00dfen wir auch sofort Auckland und machten uns auf in den Norden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kaum lie\u00dfen wir die gro\u00dfe Stadt hinter uns, lagen nur noch sanfte, gr\u00fcne H\u00fcgel vor uns. Saftige Wiesen und \u00fcppige W\u00e4lder soweit das Auge reicht.<br \/>\nWas uns jedoch als erstes auff\u00e4llt: Wir haben noch nie soviele Z\u00e4une gesehen wie hier. Links und rechts von der Stra\u00dfe&#8230; Nur Z\u00e4une. Verl\u00e4sst man die Hauptstra\u00dfe auf eine Nebenstra\u00dfe, sofort Z\u00e4une. Man kann sich nirgendwo an die Seite stellen oder einfach mal vom eigentlichen Weg runterfahren. Wir fahren praktisch von Grundst\u00fcck zu Grundst\u00fcck. Man befindet sich zwar in keiner Stadt, trotzdem kommt immer ein Haus um welches sich ein riesiges Grundst\u00fcck befindet, ein paar Kilometer weiter kommt das n\u00e4chste Haus mit dem n\u00e4chsten Grundst\u00fcck. Schlie\u00dflich kommt irgendwann das Dorf, zu welchen die H\u00e4user geh\u00f6ren und wenn wir dieses wieder verlassen, fangen sofort wieder die eingez\u00e4unten riesigen Grundst\u00fccke an. Jedes Fleckchen wird hier genutzt&#8230; Entweder Weide f\u00fcr Schafe und K\u00fche oder f\u00fcr den Weinanbau. Es gibt kein St\u00fcck Land, was niemandem geh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, wir merken, wir m\u00fcssen uns umgew\u00f6hnen. Neuseeland ist viel kleiner und vor allem scheinbar \u00fcberall bewohnt. Die unendlich scheinende Weite Australien\u00b4s fehlt uns hier schon ein bisschen, aber erstmal abwarten. Wir sind ja gerade erst angekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Kurvenreiche und enge Stra\u00dfen f\u00fchren uns immer weiter in den Norden der Insel. Wir streifen die K\u00fcste, mit blauen Meer und kleinen, gr\u00fcnen Inseln. Alles ist wundersch\u00f6n anzusehen. Auch das Wetter meinte es bisher gut mit uns, was soviel heisst, das es selten regnet und einigerma\u00dfen laue Temperaturen herschen. Mit der st\u00e4ndig vorhandenen dicken und dichten Wolkendecke freunden wir uns langsam an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als wir uns am fr\u00fchen Abend auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz machen, f\u00e4llt uns wieder der doch gro\u00dfe Unterschied zu Australien auf. Hier gibt es keine Rastpl\u00e4tze an denen man einfach \u00fcber Nacht bleiben kann, logisch die Wege sind hier ja auch nicht so lang.<br \/>\nWir suchen weiter, aber von der Stra\u00dfe kommen wir einfach nicht runter, \u00fcberall Z\u00e4une.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Schlie\u00dflich finden wir einen kleinen Schotterplatz am Rande der Stra\u00dfe. Hinter dem Schotterplatz nat\u00fcrlich eine eingez\u00e4unte Weide mit Schafen. Aber zumindest kein Tor oder sonstiges, dies sagt uns, das der Schotterplatz niemandem direkt geh\u00f6rt \ud83d\ude09 Dort blieben wir also.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am n\u00e4chsten Morgen, gerade wollten wir losfahren, h\u00e4lt neben uns ein Auto. Der Fahrer l\u00e4sst das Fenster runter und ruft uns zu: &#8222;Habt ihr die Nacht hier verbracht?&#8220;<br \/>\n\ud83d\ude2e Oho, ein Ranger oder ein Grundst\u00fccksbesitzer, der sich doch von uns gest\u00f6rt f\u00fchlte?<br \/>\nTim antwortete ehrlich und sagte ja.<br \/>\nDer Fahrer lachte und meinte: &#8222;Wieso hier, es gibt doch viel bessere Stellen!&#8220;<br \/>\nHm, wir erkl\u00e4rten ihm, das wir gerade erst hier angekommen sind und einfach erstmal vorsichtig schauen m\u00fcssen, was man sich in diesem Land so &#8222;erlauben&#8220; darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach einem kurzen Plausch, lud uns Ben, der ein Kuhfarmer ist, zu sich nach Hause zum Fr\u00fchst\u00fcck ein. Und an dieser Stelle stellen wir noch etwas fest: Die Neuseel\u00e4nder sind genauso &#8222;komisch&#8220; freundlich wie die Australier. Und ich frage mich zum tausendsten Mal in diesem Jahr: Warum machen die das, warum nimmt jemand femde Menschen mit zu sich nach Hause, zum fr\u00fchst\u00fccken, einfach so?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir fuhren Ben hinter her, von der Hauptstra\u00dfe auf eine kleine Nebenstra\u00dfe, \u00fcber H\u00fcgel und an unz\u00e4hligen Weiden mit K\u00fchen und Schafen vorbei.<br \/>\nSchlie\u00dflich kamen wir auf seinem Grundst\u00fcck an und sahen endlich auch mal alles von der anderen Seite des Zauns.<br \/>\nZusammen mit seiner Frau und den 4 Kindern (3 M\u00e4dels 10, 8 und 4 Jahre alt und 1 Junge 5 Jahre alt) fr\u00fchst\u00fcckten wir Brot mit Marmelade, dazu Kaffee und Tee. Die Familie ist vor fast 4 Jahren aus der Schweitz nach Neuseeland gekommen. Ben ist geb\u00fcrtiger Neuseel\u00e4nder, lebte aber 8 Jahre in der Schweitz.<br \/>\nHier in Neuseeland besitzen sie nun ein Grundst\u00fcck mit einer Fl\u00e4che von 50 Hektar, auf welchen sich ein Wohnhaus und ein G\u00e4stehaus (noch im Bau) befindet. Der Rest ist Weide f\u00fcr die K\u00fche. Au\u00dferdem leben noch 3 Hunde, 2 Schafe und 1 Pferd welches bald ein Fohlen bekommt, auf dem Land.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die ganze Familie spricht untereinander englisch, nur ab und zu fallen mal ein paar W\u00f6rter oder S\u00e4tze in Schwitzerdeutsch, was uns sofort zum lachen bringt.<br \/>\nNach dem Fr\u00fchst\u00fcck macht sich die Familie an die Arbeit. Wir bleiben noch ein Moment um ein bisschen zuzusehen. Ben und seine Frau m\u00fcssen die K\u00e4lber f\u00fcttern und messen. Die Kinder f\u00fcttern die einzigen beiden L\u00e4mmer, Spirit und Pitt, die die Familie besitzt. Dabei darf ich helfen.<br \/>\nNach dem f\u00fcttern, fahren wir zu einer anderen Weide, auf welchen sich die &#8222;erwachsenen&#8220; K\u00fche befinden. Wir laufen auf der Wiese entlang, mit dem Blick auf die weite Weide und den H\u00fcgeln im Hintergrund. Die Kinder springen fr\u00f6hlich umher. Alle au\u00dfer wir tragen Gummistiefel und machen sich wenig Gedanken um die riesigen Kuhfladen, welche wir m\u00f6glichst vermeiden wollen. Robin, das 8-j\u00e4hrige M\u00e4dchen, schl\u00e4gt ein Rad und rutscht aus&#8230; steht wieder auf und sagt: &#8222;Puh, i missed the Fladen.&#8220; &#8222;Puh, ich hab den Fladen verfehlt.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die ganze Familie macht trotz der vielen und harten Arbeit mit den Tieren und den H\u00e4usern an welchen sie noch zu bauen haben, einen zufriedenen und gl\u00fccklichen Eindruck. Es scheint so als ob sie hier in der Natur alles gefunden haben, was sie brauchen.<br \/>\nGerne h\u00e4tten wir noch mehr Zeit mit Ben, seiner Frau und den Kindern verbracht, aber unser strafer Zeitplan dr\u00e4ngt uns weiter und wir verabschieden uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Mittag des 23.10. kamen wir an die &#8222;Bay of Islands&#8220;.<br \/>\nEine gro\u00dfe Bucht in welcher sich viele kleine Inseln befinden, zahlreiche Sandstr\u00e4nde und dunkelblaues Wasser welches, wenn die Sonne durchbricht, t\u00fcrkis-gr\u00fcn schimmert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist uns zu frisch um in das verlockende Wasser zu springen. Also fahren wir noch weiter in den Norden, durch, wie sollte es auch anders sein, gr\u00fcnes h\u00fcgeliges Sch\u00e4fchenland.<br \/>\nAm fr\u00fchen Abend finden wir einen kleinen Rastplatz und beschlie\u00dfen dort zu bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am n\u00e4chsten Morgen fuhren wir bis hinauf an die n\u00f6rdlichste Stelle der Nordinsel Neuseelands, das Cape Reinga. Dort wechselte das Wetter binnen Minuten. Vom Land her sahen wir die dunklen Wolkenabschnitte heran nahen, die immer wieder kurze Regenschauer brachten. Dazwischen lie\u00dfen L\u00fccken die Sonne hindurch scheinen und auf dem Meer \u00fcber den Inseln bildeten sich kleine Regenbogen. Es war eine wundersch\u00f6ne Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Auf dem R\u00fcckweg vom Cape hielten wir an der &#8222;Bay of Spirit&#8220;. Dort befand sich ein Campingplatz zum selbstregistrieren. Es war jedoch niemand da, so nutzten wir, nach dem wir uns den Strand ansahen, die eiskalten Duschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Danach legten wir ein ganzes St\u00fcck Weg zur\u00fcck. Den selben Weg bis zum Cape mussten wir schlie\u00dflich wieder zur\u00fcck. Sp\u00e4ter \u00fcberquerten wir noch einen Flu\u00df mit der F\u00e4hre, bis wir am sp\u00e4ten Nachmittag einen Platz zum \u00fcbernachten am Meer fanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Am Morgen des 25.10. befanden wir uns an der Westk\u00fcste der Nordinsel, der sogenannten &#8222;Kauri Coast&#8220;. Wir schauten uns die gr\u00f6\u00dften der in Neuseeland so ber\u00fchmten Kauri-B\u00e4ume an.<br \/>\nDer Tane Mahuta &#8211; &#8222;Lord of the Forest&#8220; ist mit 52 Metern der gr\u00f6\u00dfte bekannte noch lebende Kauri. Sein Stamm misst einen Umfang von 14 Metern. Sein alter wird auf ca. 2000 Jahre gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Nach dem wir den beeindruckenden Kauriwald hinter uns lassen, befinden wir uns schlie\u00dflich wieder auf dem Weideland. Wir fahren wieder durch Auckland durch, kaufen ein paar Sachen ein, tanken und lassen die Stadt ein zweites Mal hinter uns.<br \/>\nWir passieren Hamilton und finden wieder einen ruhigen Platz zum \u00fcbernachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ja, wir fahren viel und wir kommen uns selber ein bisschen vor wie auf der Jagd. Es ist ein v\u00f6llig anderes Reisen als in Australien und wir merken, wir sehr wir daran gew\u00f6hnt waren f\u00fcr alles Zeit zu haben. Da wir zu Beginn noch fast 4 Tage verloren haben, haben wir nun das Gef\u00fchl uns noch mehr beeilen zu m\u00fcssen. Die Stunden scheinen nur so an uns vorbei zufliegen und jede kleine Rast die wir einlegen, wird ordentlich bedacht. Wir versuchen uns die sch\u00f6nsten Dinge heraus zupicken und m\u00fcssen dabei an ein paar sicher auch sehr h\u00fcbschen Stellen vorbei fahren. Aber alles k\u00f6nnen wir nun mal nicht sehen und es ist schwieriger als in Australien, wo man einfach au\u00dfen herumfahren kann und dabei automatisch an allen Wichtigem vorbei kommt. Hier m\u00fcssen wir uns zwischen Ost- und Westk\u00fcste und dem Inland entscheiden oder im Zick-Zack fahren. Wir k\u00e4mpfen uns also durch den Reisef\u00fchrer und die Karten und auch das ist hier schwieriger. Hier tragen die meisten St\u00e4dte Maori-Namen (Maoris sind die Neuseel\u00e4ndischen Ureinwohner) und diese auseinanderzuhalten und auf der Karte zu finden, sich zu merken und nicht zu verwechseln ist gar nicht so einfach.<br \/>\nHier kurz ein Beispiel: In einem Umkreis von nur 50 Kilometern befinden sich St\u00e4dte\/D\u00f6rfer mit folgenden Namen: Okato, Oakura, Omata, Okaiawa, Ohura&#8230; *uff*<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Trotz all dem Neuen, trotz das alles so anders ist, gef\u00e4llt es uns hier sehr gut. Die Menschen sind offen und freundlich, was hoffentlich nicht nur an der gewonnenen Weltmeisterschaft im Rugby liegt und die Natur, die dieses Land und derren Menschen hier besitzt, ist wahrlich ein Geschenk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir am 22.10. gegen Mittag endlich Tim\u00b4s Rucksack engegen nehmen konnten, verlie\u00dfen wir auch sofort Auckland und machten uns auf in den Norden. 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