Zu den Köcherbäumen
27. Oktober 2014 von TiDo
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Frühaufsteher

Bevor 5:30 Uhr der Wecker das erste Mal klingelte, zog eine Herde Springböcke grasend am Auto vorbei. Ich war also schon wach, als der Alarm losplärrte. Jetzt sagen wahrscheinlich einige „Die spinnen doch“. Nein, nicht die, nur der Tim ist aufgestanden um den Sonnenaufgang mitzuerleben.
Es war Anfangs noch recht frisch, aber als dann die Sonne über den Horizont stieg, dauerte es nicht sehr lange, bis es wieder angenehm warm wurde. Die Ruhe war toll, das Aufstehen hatte sich gelohnt.

Gegen acht krochen auch die anderen Drei so laaaangsam aus ihren Schlafsäcken und streckten ihre Nasen Richtung Sonne. Nach ein wenig Wachwerden wurde dann zu, gemütlichen Frühstück gerufen. Kaffee, Cerealien mit Milch und Honig, Äpfel sowie Jogurt, Knäckebrot. Nutella und Käse standen u.a. auf dem Tisch, durchaus vielseitig also, könnte man sagen.
Das Wegräumen und Abwaschen nach dem Frühstück ging dann fließend ins Abfahrbereitmachen über. Alles wurde Stück für Stück wieder im Auto verstaut und die Dachzelte eingeklappt. Gegen 10 Uhr war dann alles soweit. Bevor wir uns allerdings an der Rezeption abmeldeten, was dort wohl nur die Deutschen machen, drehten wir noch eine Runde durch die roten Dünen.

Richtung Keetmanshoop

Ein paar Kilometer, nämlich 280 an der Zahl, sollten auch heute zurückgelegt werden, weshalb wir uns dann doch irgendwann auf den Weg begaben.
In der Nähe des kleinen Ortes Keetmanshoop war eine größere Ansammlung der hier heimischen Köcherbäume zu finden, welche völlig abwegig Köcherbaumwald genannt wird. 🙂 Ein kleines Bushcamp dort war heute unsere Ziel. Um dorthin nicht nur die erneut mögliche, aber weniger sehenswerter Teerstraße zu nutzen, bogen wir nach einer Weile wieder ab auf eine der unzähligen Schotterpisten.

Nach dem Abbiegen noch nicht allzu weit gekommen, passierten wir einen alleinstehenden Koffer am Straßenrand. Es war aber weit und breit niemand zu entdecken. Ein paar hundert Meter weiter unterfuhren wir dann eine weitere, oder gar dieselbe Hochspannungsleitung, die uns gestern schon durch ihren scheinbar endlosen und schnurgeraden Verlauf aufgefallen war. Ich, Tim, bat anzuhalten, um ein Foto zu machen. Während ich so mit dem Motiv im Sucher probierte, riefen die anderen plötzlich, ich solle doch bitte sofort wieder einsteigen. Ich probierte noch ein oder zwei Einstellungen und lief dann langsam los Richtung Auto als die anderen in leicht verschärften Ton um Beeilung baten. Ich frage, was denn los sei und erhielt die Antwort:

Der Koffer kommt!

Als wir wieder fuhren wurde mir dann erklärt, dass das Herrchen des Koffers aufgetaucht sei und inkl. Koffer überraschend schnell näher gekommen war, was ein wenig unheimlich wirkte.

Die weitere Route führte uns über Straßen, die selbst hinter dem Horizont nicht zu enden schienen und falls doch war eines von vielen ausgetrockneten Flussbetten zu durchqueren. Flussbetten in denen eins reißende Strö.. ähm, naja, ausgetrocknete Flussbetten eben.
Eine Brücke führte über den Fish River. Er bestand momentan zwar weitestgehend aus einer Ansammlung von Pfützen, an denen sich Gruppen von Affen tummelten, war aber dennoch Ursprung des Fish River Canyons, der in den kommenden Tagen von uns besucht werden wird.

Am Nachmittag erreichten wir dann Keetmanshoop, dass wir für ein kleines Lebensmittel-Upgrade nutzen. Die Vorräte wurden um Wein und Fleisch sowie Holzkohle fürs Grillen erweitert.
Bis zum Camp waren es nun noch knapp 40 km die recht schnell absolviert waren.

Mesosaurus Bushcamp

Obwohl es am Köcherbaumwald selbst einen dazugehörigen Campingplatz gab, an dem wir auch direkt vorbeifuhren und welches sehr gut besucht schien, haben wir uns aufgrund von Bewertungen doch für eines etwas Abseits entschieden.
An der Rezeption war niemand anzutreffen, doch ein herumlaufender Mitarbeiter meinte, wir sollen uns einfach einen Platz suchen und die Formalitäten morgen erledigen. Gesagt, getan. Ein recht enger Pfad führte zum sogenannten Bushcamp und siehe da, keinen Steinwurf von vielen dieser Köcherbäume konnten wir völlig allein unser Lager aufschlagen. Alles richtig gemacht!

Während sich Grillmeister Robert erneut um die Zubereitung des Essens kümmerte und die Mädels etwas „anderes“ machten, durfte ich zunächst allein einen kleinen Spaziergang durch den Wald machen, der im schönen Abendlicht zwar eine sehr gute, aber eher die Figur einer Lichtung machte. 🙂
Später stießen auch noch Doreen und Stefanie hinzu.

Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann zurück am Camp und das leckere Essen stand auf dem Tisch. Guten Appetit!
Mittlerweile hatten wir auch Nachbarn bekommen, die fleißig ihre Zelte usw. aufbauten, während wir aßen. Von überfülltem Camp konnte natürlich dennoch keine Rede sein. Hinter den Sanitären Einrichtungen war auch eine Kiste mit Brennholz zur Verfügung gestellt worden, welches wir dann im weiteren Verlauf des sehr gemütlichen Abends für ein kleines Feuerchen nutzen.

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