Einfach unterwegs
6. September 2016 von TiDo
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Nach dem wir nun 3 Tage am Stück Wandern waren, stand das heute zur Abwechslung mal nicht auf dem Plan. Heute morgen erwartete uns ein recht grauer Tag, den wir wir dazu nutzen wollten, um eines unsere letzten Ziele hier in Norwegen anzusteuern.
Ganz in Ruhe ließen wir es also angehen und fuhren weiter in Richtung Süden. Unterwegs fanden und nutzen wir nicht nur die nächste Möglichkeit zum Duschen und besuchten eine weitere Stabkirche, sondern haben auch die ersten wilden Rentieren zu Gesicht bekommen. Mit ordentlichen Sicherheitsabstand zur eine ganze Herde friedlich an uns vorbei.
Später am Nachmittag wurde es mit Regen und Sturm wirklich ungemütlich draußen, so dass wir uns an dem ein oder anderen Aussichtspunkt immer nur kurz draußen aufhielten. Der Regen ließ später zwar nach, aber der Wind blieb und so suchten wir uns in einer schicken Ecke einen Platz und ließen den Tag kuschelig ausklingen.

Die letzte Wanderung
7. September 2016 von TiDo
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Die Nacht war unheimlich stürmisch. Zwar stand das Auto mit der Nase im Wind, dennoch rissen die Böen es immer wieder hin und her. Dennoch schliefen wir ganz gut und waren diesbezüglich schon einmal gut gerüstet für den Tag.
Erster Stopp heute war der Ort Geilo, der offensichtlich zu einer anderen Jahreszeit Saison hat. Unmengen an Sport- bzw. genauer gesagt Skiausrüstungsgeschäfte säumten das kleine Zentrum. Große Transparente zeigten alpine Skimomente oder verschneite Landschaften, vor allem aber den verschneiten Hausberg, den Prestholtskarvet als Teil des Hallingskarvet .
Auch wenn heute von Schnee nicht die Spur zu sehen war, wussten wir nun, worauf wir uns einlassen würden, denn der Gipfel des Prestholtskarvet sollte das Ziel unserer vorassichtlich letzten Wanderung in Norwegen werden.

Die Suche nach dem Gipfel

Eine kleine kostenpflichtige Schotterstraße führte bis zum Fuß des Berges. Ein Ziegenbauerhof und ein Parkplatz bildeten das Ende der Straße. Ab hier sollte es nun zufuß weitergehen.

Rutiniert waren wieder die Wandersachen gepackt und schon befanden wir uns mitten auf den Stufen. Eine – wieder einmal – von nepalesischen Sherpas gebaute Treppe führte über ein paar tausend Stufen zum ersten Sattel. Bis hier her gab es erstmal keine wirklichen Herausforderungen, der Weg war, wie von den Sherpas gewohnt, top und die Aussicht weit und schön. Allerdings wollten wir ja nicht nur zum Sattel, sondern auf den Gipfel, und genau da fing das Problem an. Bis auf ein einzelnes Schild unten am Parkplatz, gab es scheinbar keine Wegmarkierungen. Durch die deutlich zu erkennende Treppe soweit kein Problem, aber ab hier war nun der weitere Verlauf nicht mehr wirklich zu erkennen. Dank einer Karte auf dem Handy kannten Doreen und ich die grobe Richtung und gingen ein paar Meter in diese. Allerdings war kein Pfad oder ähnliches zu erkennen. Wir waren verunsichtert, hielten aber weiter Ausschau und siehe da, ein paar hundert Meter weit weg war ein großer roter Pfeil zu erkennen, der am Rande eines Schneefelds einen Weg über dieses anzuzeigen schien. Wir folgen also zunächst dem Pfeil, zwei Schneefelder weiter aber, standen wir wieder da und suchten. Da das Gelände recht eben aussah und die Beschaffenheit überall gleich zu sein schien, gingen wir einfach grob der Nase nach und hofften, dass zumindest der Gipfel irgendwo zu erkennen sein würde.
Wir liefen und liefen, hangelten uns von einem Steinstapel zu nächsten, ohne zu wissen, was sie bedeuten. Ein paar Mal waren wir kurz vor dem umdrehen, da kein Gipfel in Sicht und das Terrain eher öde war. Ich, Tim, nervte Doreen, in dem ich immer noch ein weiteres Stück erbat und meinte, wenn da nix wäre, würden wir umdrehen. Aber siehe da, nach dem sechsten oder siebten letzten Stück tat sich ein weiter vorn ein Steinhaufen auf, aus dessen Spitze ein Holzpfosten ragte. Das muss es doch nun sein. 1853m war in die Säule geschnitzt und da das zufällig genau die Höhe des Berges ist, wird das wohl der Gipfel gewesen sein.
Rückzu haben wir dann im Wissen, wohin wir müssen, einen deutlich direkteren Weg zurück zum Sattel gefunden und auch die vielen nepalesischien Stufen waren runterzu deutlich bequemer absolviert.

One more Night in Norge

Zurück am Ziegenbauernhof mit den glücklich lächelnden Getier beendeten wir diese Norwegenwandersaison mit dem Kauf von leckerem Ziegenkäse.
Anschließend legten wir noch ein paar Kilometer auf die Straße, um kurz vor Sonnenuntergang zum vorerst letzten Mal das Auto an ein ruhiges Plätzchen zu stellten und ein oder fünf Blechtassen auf einen soweit sehr gelungen Roadtrip zu trinken.

Heimfahrt
9. September 2016 von TiDo
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Strahlender Abschied

Bereits am frühen Morgen zeigte sich Norwegen wettertechnisch von seiner besten Seite. Waren wir noch vor knapp drei Wochen bei strömendem Regen von der Fähre gefahren, legten wir heute die letzten Kilometer im Land bei strahlender Sonne und wolkenlosen Himmel zurück.
Zunächst war Schweden unser grobes Ziel. Da wir erst für morgen die Fähre von Gedser in Dänemark nach Rostock in Deutschland gebucht hatten, konnten wir es recht gemütlich angehen lassen. Das schöne Licht und die vielen spiegelgaletten Seen ließen uns immer wieder anhalten, um ein kurzes Snackpäuschen einzulegen. Nichtsdestotrotz ereichten wir am Nachmittag die Grenze zu Schweden. Und absolut passend bildete an dieser Stelle ein Fjord, genauer der Iddefjord , die natürliche Trennung der beiden skandinavischen Länder. Auf einer der Brücken hieß es dann erst einmal „Bye bye Norge … hello Sverige!“.

In Schweden selbst war seit langem mal wieder Autobahn angesagt. Unweigerlich damit verbunden blieb uns auch der ein oder andere Stau nicht erspart. Selten aber haben wir soooo bequem gesessen und auf die Weiterfahrt gewartet. Sogar einen Kaffee konnte Doreen sich problemlos kochen.
Nach Einbruch der Dunkelheit beendeten wir den Tag mit Fernfahrerathmosphäre auf einem Rastplatz unweit von Helsingborg .

Noch einmal Fähre

Frühzeitig, jedoch noch nach allen LKW-Fahrern, mit denen wir den Rastplatz teilten, machten wir uns auf die finalen Etappen in Richtung Heimat.
Kurz nach Sonnenaufgang passierten wir die Öresundbrücke . Es war noch sehr diesig, sodass man nur wenig sehen konnte, generell aber müssen wir sagen, dass sie weit weniger spektakulär war, als wir uns es erhofft hatten. Naja, wie sagen einfach mal: „Abgehakt!“.
Im Berufsverkehr ging es dann durch Kopenhagen, was jedoch dank der vernünftigen und entspannten Dänen ruhig, problemlos und ohne Staus von statten ging. Dar wir das etwas problematischer eingeschätzt hatten, erreichten wir den Fähranleger von Gedser viiiiel viel eher, als geplant. Gern hätten wir von hier eine Fähre eher nach Rostock übergesetzt, als von uns gebucht, aber leider schien da für uns kein Platz mehr gewesen zu sein. Nun gut, wir warteten also nun etwas mehr as 2 Stunden auf unser Schiff, dass mit Verspätung beladen wurde.
Bei hervorragendendem Wetter verbrachten wir die Überfahrt größtenteils an Deck und hatten so Plätze in der ersten Reihe bei der schönen Einfahrt in den Rostocker Hafen.

Ab jetzt lagen nun, wie schon zu Urlaubsantritt, ein paar Kilometer auf den deutschen Autobahnen vor uns. Ein oder zwei Phasen zähflüssiger Verkehr, sonst lief alles sehr gut. Nach drei wirklich tollen Wochen erreichten wir an diesem Freitagabend wieder Dresden.

Nach dem wir uns in Kuba zeitweise etwas schwer taten, haben wir die Zeit in Norwegen zu jederzeit genossen, ob an sonnigen, oder eben verregneten Tagen. Dazu merkten wir ein weiteres Mal, dass es absolut unser Ding ist, mit einem mobilen Heim in beeindruckenden Landschaften unterwegs zu sein.