Zwischen Buchten und Löchern
9. Februar 2015 von TiDo
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Bevor es losging

Die erste Nacht in künstlich gekühlter Luft haben wir alle nicht nur gut überstanden, sondern auch ganz gut geschlafen, obwohl dem ein oder anderen die ununterbrochenlaufende Klimaanlage doch etwas laut gewesen war. Naja, daran gewöhnen wir uns auch noch.
Gegen 9:30 Uhr begaben wir uns nach unten zum Frühstück. Wir waren gespannt, was hier auf uns wartet, denn genau wie beim Abendessen wussten wir auch bei der ersten Mahlzeit des Tages nicht, was sich die Omanis so auftischen. Nun, kurz zusammengefasst, es war ein buntes Sammelsurium aus sprichwörtlich allem. Toest- und Fladenbrot, dazu Rührei, Honig und Käse. Interessant wurde es dann beim Nudel- oder Kartoffelauflauf, fritierten Geflügelnuggets, Thunfischhäppchen, süßem Gebäck, Oliven, Apfelspalten und natürlich Baked Beans. Es war für jeden irgendwas dabei und keiner von uns musste mit Hunger in den Tag starten.

Auf zur Küste

Grober Plan heute war es, der Küste bis zum Ort Sur zu folgen und auf dem Weg den ein oder anderen Zwischenstopp zu machen. Wir begannen wie vorgesehen und warfen nur 15 Minuten nach Abfahrt den ersten Blick auf die erste Bucht des Tages. Wir hatten gelesen, dass sich die Omanis vorgenommen hatten, Ihr Land bzw. Ihre Küste nicht so touristisch zu verbauen, wie es z.B. in den benachbarten Emiraten gemacht wurde, aber unser erster konnte das leider nicht so ganz bestätigen. Die Aussicht war zweifellos schön, aber um so länger und genauer man hinsah, desto mehr neu gebaute Straßen, Gebäude oder Baustellen waren auf den sandfarbenen Felsen zu erkennen.
Wie auch immer, neben dem verlockend grün-blauem Wasser, waren es vorallem die vielen kleinen Buchten, die zum Baden einluden. Wie aber dort hinkommen? Wir informierten uns an einem nahegelegenen Tauch- und Wassersportstützpunkt und entschieden uns, die Ecke hier wasserseitig mit Kajaks zu erkunden. Da dies heute aber den Rahmen sprengen würde, kam das für einen der letzten Tag unserer Reise auf die Liste, die wir wieder in der Gegend verbringen würden. Nach einer für die Gärtner sehr belustigenden Runde durch einen 5-Sterne-Plus Hotelkomplex setzten wir die Fahrt fort 🙂

Buchthopping

Die wenigbefahrene, aber gut ausgebaute Straße brachte uns in kleinen Schritten Richtung Süden, führte durch abgelegene Täler, Dörfer und Palmenoasen von einer Strandbucht zur nächsten und zu Wasserzugängen an den zahlreichen Meeresarmen der zerklüffteten Küste. Hier und da verbrachten wir etwas Zeit, genossen die Idylle, aßen einen Snack oder spazierten ein bisschen im Sand.
Uns freute, dass mit zunehmender Entfernung zu Maskat der touristische Flair und mit ihm die Baustellen verschwanden und wir so das Gefühl bekamen, das hier typische Oman erleben zu können.

Zwar waren auch im kleinesten Dorf Satellitenschüsseln auf den Dächern der Häuser, dennoch aber waren die leute mit dem Zusammentreiben von Ziegen oder der Wartung Ihrer kleinen Fischerboote beschäftigte. Sie schauten uns zwar ab und zu hinterher, vor allem Sabrina, der blonden Frau in unserer Runde, ließen sich von uns aber ansonsten nicht ablenken. Entsprechend wurden auch wir nicht gestört und konnten einfach nur die Zeit genießen.

Wie wir weiter verfahren

Die Zeit wir mittlerweile schon sehr vorangeschritten, was für uns bedeutete, nun auch etwas Strecke unter die Räder zu bringen. Dazu kehrten wir zu einer der Hauptverkehrsstraßen zurück. Der weg dahin gestaltete sich nicht kompliziert, allerdings nicht ganz so direkt, wie eigentlich vorgesehen. Einmal unbemerkt falsch bzw. nicht abgebogen halsten wir uns fast 100 Extrakilometer auf. Wir landeten auf einer Straße, die uns wieder bis an den Rand von Maskat brachte. Von einer kleinen Passhöhe bekamen wir dabei einen schönen Eindruck der Stadt, deren weiße Gebäude sich wie Wasser zwischen die Berge betteten. Selbst Einheimische fanden dies sehenswert.

Endlich die Autobahn erreicht, ging es nun in brauchbar großen Schritten voran. In großen Bögen zog sich die nagelneue Piste zunächst durch die Gebirge und später entlang von steilen Hängen rechts und dem Meer links.

Auf dem letzten Loch

Auf dem Weg nach Sur machten wir heute einen letzten Halt am Bimmah-Sinkhole. Vor laaaaanger Zeit stürzte die Decke einer Höhle ein und hinterließ so ein Loch im hier ansonsten flachen Küstenabschnitt. Durch die Nähe zum Meer ist das ansonsten unscheinbare Loch im Boden mit salzhaltigem Grundwasser gefüllt und dient nun als Ausflugsziel zum Picknicken und Baden. Die Stoßzeit schien heute allerdings schon vorbei gewesen zu sein und so hatten wir diesen Naturpool für uns. Zwar schaffte es auch die Sonne nicht mehr ganz bis zum Boden der ehemaligen Höhle, aber es war alles andere als kalt und zumindest wir Kerle ließen uns das Bad im türkisblauen Wasser nicht nehmen.

Spätestens nach dem Schwimmen machte sich nun endgültig Hunger breit. Auf den letzten 50 km bis zur Unterkunft in Sur passierten wir noch das Wadi-Shab, welches eigentlich auch für heute vorgesehen war. Da wir uns aber heute nicht unter Druck setzten ließen, verschoben wir das kurzerhand auf morgen und fuhren durch bis zum Hotel.
Beim Bezug unserer beiden Zimmer waren wir uns schnell einig, dass eines der beiden praktisch identischen Apartments mit den jeweils vier Betten völlig ausreichend groß für uns vier sei. Wir stornierten das zweite also einfach.

Essen, dann Verdauungsspaziergang

Ohne großen Aufenthalt ging es mit dem Auto ins Zentrum von Sur, einer Fischerstadt im Osten des Oman. Wir waren auf der Suche nach einem Indischen Restaurant, fanden aber nach mehreren Runden durch die blebeten Straßen keins. Mit Hilfe der Navigation landeten wir letztendlich in vertrauten Gefilden. Pizza Hut sorgte heute für bedingt befriedengende Übersättigung.
Geschmeckt hat es ganz okay, aber es war eben zuuuu viel. Eine ganze Pizza verblieb als Rest, den wir uns als Verplegeung für den nächsten Tag einpacke ließen.
Um den Bäuchen vor dem Schlafengehen noh etwas Zeit zur Verarbeitung des Abendessens zu geben machten wir noch einen kleinen Spaziergang am Wasser. Dabei war es an der Promenade alles andere als ruhig. Überall saßen kleine Grüppchen von hauptsächlich männlichen Omanis in kleinen Runden und unterhielten sich angeregt oder vertrieben sich den Feierabend mit Karten- oder Würfelspielen. Einige Fischer, die gerade noch ihre Bote an Land gebracht hatten saßen nun zwischen ihren Booten und teilten Kaffee oder Tee. Insgesamt eine fröhliche und vor allem friedliche Abendstimmung …

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