Edinburgh
8. Juli 2013 von TiDo
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Tag 1 – 07.07.2013

Am frühen Nachmittag erreichten wir das Zentrum der 450000-Einwohner-Stadt. Die Handy-Navigation mit den äußerst „zarten“ Richtungsansagen von Doreen führte uns zu unserem ersten Ziel, das „Motel-One Edinburgh-Royal“. Dort haben wir für die nächsten beiden Nächte ein Zimmer gebucht … natürlich zu Mitarbeiterkonditionen … uuuuuuhhhhhh 😉
Zu meiner Überraschung lag das Haus mitten im Zentrum der Stadt, worauf Doreen meinte, dass die Motel-Ones doch IMMER in bester Lage zu finden sind. OK ok, ich hab nix gesagt! Der Weg dorthin war also schon eine halbe Sightseeing-Tour und führte an einigen Stellen vorbei, die wir später zu Fuß noch erkunden würden.
Wir nahmen dann sogar die Suche nach einem Parkplatz auf uns, da diese zum Wochende kostenlos sind. Nach eineinhalb überschaubaren Platzrunden im touristischen Verkehrsgetümmel fanden wir sogar einen Platz nicht weit vom Hotel. So konnten wir ohne großes Gepäckschleppen das Zimmer im 4. Stock zügig beziehen und uns vor dem ersten Stadtbummel duschen und etwas frisch machen.

Wir brauchen nur einen der vielen kleinen gassenartigen Treppenaufgänge nehmen, um von der Unterkunft auf die Flaniermeile der Stadt zu kommen. Die High Street führt vom Edinburgh Castle ziemlich gerade über recht genau eine Meile bis hinunter zum Palace of Holyrood-House, der Residenz der Queen, wenn diese mal hier zu Besuch ist. Entlang dieser Straße reihen sich typische Steinhäuse im hiesigen Stil aneinander und beherbergen von jeder Menge Pubs und Souvenirläden auch zahlreiche Fachgeschäffte für Ware aus Cashmere-Wolle. Hier ein Türmchen, doch eine Kirche, alles hübsch hergerichtet mit Blumenampeln, die das eigentlich recht triste braun-grau der Gebäude farblich erheblich auflockert.

Während wir so der Straße folgen, macht sich etwas Hunger breit. Doreen liebäugelt zunächst mit Fish-n-Chips, aber in den entsprechenden Läden ist einfach kein Platz mehr zu finden. Ganz klar, es ist Sonntag und die Stadt voll mit Touristen … wie wir 😉
Ein Italiener ist es letztendlich geworden, wobei wir beide natürlich keine Nudeln bestellt haben, da wir davon in den nächsten Tagen noch genug bekommen werden. Wobei, Nudeln mit Soße gehen eigentlich immer!

Nachdem wir die erste Runde beendet haben, machten wir einen kurzen Zwischenstopp am Hotel, sackten das Stativ ein und schon ging es wieder los zum Calton Hill, einer kleinen Anhöhe, von dem man einen schönen Ausblick auf das Zentrum der Stadt haben soll. Irgendwann wollte dort oben mal jemand einen griechischen Tempel bauen. Dann ging jedoch das Geld aus und die Bauruine blieb stehen. Anders jedoch als die meisten Bauruinen bei uns, sieht eine solche auch halbfertig ganz gut aus und durfte für ein paar Fotos herhalten.

Der Calton Hill war aber auch sonst ein ganz nettes Fleckchen. Viel Wiese und Platz, wo sich die ortliche und tpuristische Jugend auf ein Abendbier trifft und die schöne Sicht auf Edinburgh rungsum genießt.
Zurück im Hotel ließen wir den Tag bei einem Gläschen Hugo bzw. Aperol Sprizz ausklingen und fielen dann recht müde ins Bett.

Tag 2 – 08.07.2013

Der erste Blick aus dem Fenster verhieß nix Gutes. Die Nebelschwaden hingen über der Waverley-Station, die Häuser auf der nicht so weit entfernten, gegenüberliegenden Seite des Princess Parks waren kaum zu erkennen. Wir frühstückten zeitig, denn ab 8:30 Uhr war unser Parkplatz nicht mehr kostenlos. 8:32 Uhr kamen wir in Sichtweite des Autos und da war tatsächlich schon ein Ordnungshüter der Stadt am Werk und wollte gerade das Kennzeichen in sein Gerät eintippen. Als er uns großen Schrittes andackeln sah, schaute er uns an und zeigte auf das Auto, wir nickten kurz und er hob den Daumen und ging zum nächste Fahrzeug über … Glück gehabt, denn für jeden Strafzettel, der mit Zahlungsaufforderung an die Autovermietung geht, müssten wir die Strafe zzgl. 30 Pfund Verwaltungspauschale zahlen.
Aufgrund des trüben Wetters entschlossen wir uns für vorbereitende Maßnahmen bzgl. unserer Weiterfahrt morgen. Das bedeutete vor allem Lebensmittel einkaufen. Ein Einkaufszentrum am Hafen sollte dafür herhalten. Das sogenannte Ocean Terminal ist auch der ständige Liegeplatz der Royal Yacht „Britannia“, mit der die Queen und Prinzessin Diana mit Charles rumschipperten. Wie auch immer, es waren Geschäfte für jedweden Bedarf vorhanden, außer … richtig … außer für Lebensmittel. Einzig ein Geschäft mit ausschließlich abgepackter Frischware war vorhanden, was uns aber wenig brachte, denn es gab keine Nudeln, keine Nudelsoße und keine Thunfischdosen. Wir schmissen erneut die Navi an und fanden letztendlich einen wohl sortierten Supermarkt, in dem wir alles Gesuchte kaufen konnten.

Mittlerweile begann der Himmel nun doch an, auf zu klaren und somit konnten wir nach erledigter Arbeit zur Fortsetzung der Stadterkundung übergehen. Neben dem Anwesen der Queen lag der gleichnamige Holyrood Park, der sich, ebenfalls zentral in der Stadt, über eine Hügel- und Klippenkette mit dem Arthurs Seat als höchsten Punkt ausbreitete. Da wollten wir heute hoch!

Am Parkplatz dortigen angekommen, brannte die Sonne schon wieder ordentlich und wir stiefelten los. Der Aufstieg war länger und teilweise deutlich steiler als erwartet, die Hitze erledigte den Rest. Dennoch hatte es sich gelohnt, denn der Gipfel überragte alles in der Umgebung und bot einen gute Rundumblick. Gut zu erkennen war dabei die beständige Nebel- und Wolkensuppe über der Bucht. Wo Land war, war es aber fast Wolkenlos!

Runterzu ging es überraschenderweise deutlich schneller. Statt Aussicht gab es hier ein Eis. Dabei überlegten wir, was wir als nächstes tun wollen.
Wir entschieden uns gegen einen Besuch der Räumlichkeiten des Edinburgh Castles und machten uns stattdessen auf den Weg zum Royal Botanic Garden. Die Fahr dorthin war, sagen wir mal, nicht ganz direkt.
Bei einem Spaziergang versuchte sich vor allem Doreen in Blumenfotografie. Nach etwa eineinhalb Stunden, ca. eine Stunde später als ich, hatte Sie dann aber genug davon und bekam Hunger. Da am Vormittag am Ocean Terminal diverse Lokalitäten ihre Aufmerksamkeit geweckt hatten und es nicht weit weg vom botanischen Garten lag, fuhren wir wieder dorthin. Und schwupps, saßen wir wieder bei einem Italiener auf der Terrasse. Nach dem Essen machten wir ein Nickerchen im Auto auf einem ruhigen Platz am Wasser und waren später dann pünktlich zum Beginn der kostenlose Parkzeit wieder am Hotel, diesmal mit einem Platz direkt vor dem Zimmerfenster – optimal.

Auch heute stand wieder ein abendlicher Spaziergang an. Diesen nutzen wir, um ein paar schöne Perspektiven auf das Edinburgh Castle zu erhaschen, dass wir bisher ja etwas sträflich behandelt hatten. Zwar wird der Princess Park, von man wohl den besten Blick haben soll, nachts geschlossen, aber auch über den Zaun und vom angrenzenden Friedhof 😉 sind, wie wir finden, ein paar ganz ordentliche Schnappschüsse gelungen.
Die spätabendliche Runde beendeten wir auf der High Street und den Tag mit einem Mitternachtssnack im Hotel.
Früh am nächsten Morgen würden wir Edinburgh schon wieder verlassen. Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Stadt schick und ihre Gäste sehr international sind. Uns hat es hier ganz gut gefallen.

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