Vinales ohooo, Vinales, ohoohoohooo
27. März 2016 von TiDo
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kubanisches Frühstück?

Da der gestrige Tag, außer die ein oder andere kleine Erfahrung, nicht viel hergab, hofften wir den heutigen deutlich mehr zu entlocken. Um seinen zeitlichen Grenzen ein Schnippchen zu schlagen, vereinbarten wir das Frühstück am Vorabend für 8 Uhr morgens. Gegen 8:30 Uhr begann die wirklich nette Gastgeberin den Tisch zu decken. Sie sprach im Übrigen kein Wort Englisch, was in Kombination mit unseren ähnlich ausgeprägten Spanischkenntnissen eine wirklich theatertauglische Vorstellung ergab.
Da das hier unser erstes Frühstück in Kuba sein würde, waren wir gespannt, wie ein solches hier aussehen würde. Wir waren wirklich positiv überrascht. Auf dem Tisch fanden sich nach und nach getoastete Schinkenwurstsemmeln, Banane von der Palme neben dem Haus, Weißbrot, Honig, Butter, Milch, Kaffee und frischgemöllerter Fruchtsaft, welcher sich später als Guavensaft herausstellte, ein. Nach dem Abendbrot als einzige Mahlzeit gestern, ein wirklich guter Start in den neuen Tag.

Im Anschluss ging es auch gleich los, zurück zur Autopista. Der Name war im Übrigen sehr treffend, denn obwohl teilweise sechsspurig ausgebaut, war der Begriff Piste deutlich treffender, als es Straße gewesen wäre. Wenn auch die Schlaglochdichte deutlich geringer war, als bei den Landstr.. ähm -wegen, traf man die Krater mit um die 100 km/h, was sich ähnlich unangenehm anfühlte. Generell schien sich aber niemand dafür zu interessieren, auf welcher der Spuren man fuhr. Links oder rechts, egal, wichtig war nur, dass man den Löchern auswich und dabei die auf der eigenen Seite entgegenkommenden Radfahrer und Kutschen nicht übersah.

Der Ort Vinales war unser Ziel und an der zunehmenden Reisebusdichte merkte man schnell, dass man sich einem beliebten Touristenort näherte. Vinales liegt in einem wirklich sehenswerten Tal zwischen markanten Steinformationen. Vor vielen vielen Jahrtausenden stürzte die Decke eines ausgeprägten Höhlensystems unter der hier damals vorhandenen Ebene ein, die Wände blieben und bilden nun die Hügellandschaft. Eine handvoll Aussichtspunkte boten einen wirklich schönen Blick über die Gegend.

Vinales

Mittlerweile im Ort selbst angekommen, wollten wir zunächst gleich eine Unterkunft für die Nacht Ausschau halten. Das Auto geparkt ging es zu Fuß durch den sehr farbenfrohen kleinen Ort, der ganz schnell den absolut typischen kubanischen Charme versprühte. Es schien gerade eine Art Stadtfest veranstaltet zu werden, so dass auf den Straßen die Einheimischen sogar in der Mehrzahl zu sein schienen. Wir nahmen den Besuch der Festivitäten in unseren Tages- bzw. Abendplan mit auf und hielten beim gemütlichen Spazieren Ausschau nach den Zeichen für private Unterkünfte. Nach den ersten Metern allerdings zeigte sich schon, dass hier jedes Haus ein solches Schild trug und so waren wir guter Dinge. Auf der Veranda eines der durchaus gepflegten Häuser saß ein älterer Kautz im Schaukelstuhl. Doreen sprach ihn gleich an. Zu unserem Glück beherrschte er die notwendigen Phrasen in Englisch und führte uns zu einem 5 Minuten entfernten Haus in einer kleinen Nebenstraße, wo bereits eine Dame auf uns wartete und ein freies Zimmer präsentierte. Alles war in Ordnung, also sagten wir zu. Völlig unkompliziert das Ganze.

Cayo Jutias

Schon zuvor war mir ein parkender Kleinbus aufgefallen, der nur wenige Meter hinter dem Haus unserer Vermieterin parkte und mir irgendwie bekannt vorkam. Nach der Zimmerbesichtigung wieder aus dem Haus kommend, standen nun auch die Nutzer des gemieteten Vans dort, 4 der netten Franzosen, die gestern Teil unserer Museumsodyssee waren. Bei einem kurzen Plausch, verrieten sie uns ihren Plan für den Nachmittag. Ihr Gastgeber hätte ihnen einen Tipp für einen wirklich schönen und von Touristen wenig frequentierten Strand gegeben, zu dem sie nun fahren wollten. Ich ließ ihn mir den Standort auf der Karte zeigen. Ein Strand war da nicht eingezeichnet, aber was solls.
Nach kurzer Beratung mit Doreen entschieden wir uns, es auch zu probieren. Nach dem das Auto geholt und das Gepäck in Zimmer gebracht war, machten auch wir uns auf die knappen 50 km zum sogenannten Playa de Jutias, welcher auf der gleichnamigen, kleinen Halbinsel Cayo Jutias gelegen sein soll.

Zur Fahrt an sich schweige ich lieber, aber nach etwas über einer Stunde und geschätzt 10000 Klopfgeräuschen vorne links befuhren Doreen und ich die letzten Meter einer Dammstraße. Nur wenig später dann öffneten sich die ersten Blicke auf Wasser und Strand. Zuerst passierte man eine kleine Bucht, an deren Ende ein schicker Leuchtturm thronte. Nach einem kurzen Stop aber wollten wir zuerst noch den eigentlichen Strand finden und fuhren die Palmenallee in der Gewissheit weiter, hier spätestens auf dem Rückweg noch eine Runde zu gehen. Es dauerte nicht lang und das Ende der Straße und somit auch unser Ziel waren erreicht. Ein recht voller kleiner Parkplatz war Anlass genug, um ein Stück weiter vorn zu parken, da es dort wesentlich ruhiger zu sein schien. Gesagt getan und ab ins Wasser.
Es bleibt nicht viel zu sagen, die Ecke hier ist schlicht und einfach ganz schön gut ..!

Mojito, Mojito und Cuba Libre

Sicher leicht nachzuvollziehen, dass man da schnell die Zeit vergißt, aber es ist wohl auch zu verstehen, dass wir hier nicht unbedingt im Dunkeln durch die Gegend fahren wollen, weshalb es irgendwann zurück nach Vinales gehen musste. Etwa 19 Uhr geht hier die Sonne unter und es war schon nach 18 Uhr. Pünktlich zum Abendessen waren wir wieder in unserer Casa. Der Einfachheit halber hatten wir uns dazu entschlossen, Dinner zur Übernachtung dazuzubuchen und es sollte, Hühnchen mit Reis und den heute viel besser gewürtzen schwarzen Bohnen geben.
Beim Warten auf das Essen wurden wir nach Getränkewünschen gefragt … ENDLICH. „Dos MOJITOOOOOS por favor!“ lautete unsere Antwort und nur wenig später standen die ersten beiden Gläser des Nationalgetränks auf dem Tisch zwischen den beiden Schaukelstühlen, in denen wir entspannt lümmelten.

Nach dem Essen und einer kleinen Verdauungspause wartete noch das Stadtfest auf uns. Auf der Haupstraße und dem Kirchplatz wurde ordentlich aufgefahren, kleine Karussels und jede Menge Fressbuden sowie Saufbuden, dazwischen sowas wie Flohmarkt, wo allerlei Chinakram an den Mann oder Frau gebracht werden sollte.
Die Stimmung war richtig gut, vor allem an der großen Bühne, auf der den ganzen Abend eine sehenswerte Sängerin mit Band unserem Ermessen nach typisch kubanische Musik und eine Mischung aus Buena Vista Social Club und Pop spielte. Die Menge tanzte Salsa und auch die ältesten Besucher bewegten sich oder die noch zu bewegenden Extremitäten im Takt.
Wir gönnten uns weitere Mojitos, die hier im Schnitt etwa 1,80 EUR kosteten. Wer nun denkt, die seien entsprechend schwach gewesen ist STARK gefehlt, denn außer Eis, gelöstem Rohrzucker und Minze war auschließlich Rum drin. Schon nach dem zweiten meinte Doreen, heute würde keiner mehr gehen … soweit ich das noch richtig verstehen konnte. Auf dem Rückweg zur Unterkunft hielten wir dennoch an einer gut besuchten Straßenbar. Während Doreen sich mit einem Hund die Füße wärmte unterhielt ich mich in der Getränkeschlange ausgelassen mit anderen Touristen, die hier an der Bar die Masse bildeten. Dennoch war der Mojito hier genauso gut, Doreen ließ sich einen ähnlich wohlwollenden Cuba Libre mitbringen.
Ein total fröhliches Ende für einen schönen ersten richtigen Reisetag in Kuba.

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