Ab ins Ausland
9. November 2014 von TiDo
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Vollgefressen

Ha, aus diesen Betten steht man nicht eher auf, als notwendig. Ganz klar also, dass wir heute mal gemeinschaftlich ausgeschlafen haben. Auf der Terrasse einer unserer Hütten starteten wir dann ein sogenanntes Vernichtungsfrühstück. Heute würden wir die Grenze zu Botswana überqueren und laut unseren Informationen ist die Einfuhr diverser Lebensmittel, vor allem aber von Milchprodukten, Obst und Gemüse sowie Fleisch untersagt. Das wiederum soll von den Beamten recht strikt durchgesetzt werden. Wir als Deutsche werfen natürlich ungern Dinge weg, was bedeutet, dass in unserem Fall alles, was uns ggf. abgenommen werden würde, verputzt werden muss. Neben jeder Menge Äpfel, gab es viel Käse und 500g Joghurt für jeden. Letzteren hatten wir am Vortag noch geistesabwesend gekauft. 😉

Wir waren nun voll und der Kühl- bzw. Vorratsschrank leer. Bevor wir allerdings aufbrachen, stöberten wir abwechselnd noch ein wenig im Souveniershop des Camps. Wer gerade nicht stöberte, lümmelte noch ein wenig im offenen Foyer. Nach dem dann diverse Andenken gefunden wurden, machten wir uns auf den Weg.

Über den Fluß

Kurz nach dem Einbiegen zurück auf die befestigte Straße in Richtung namibianischen Grenzposten, drückten wir einem am Straßenrand sitzenden und nun etwas verdutzt schauenden Pärchen die Tüte mir dem Rest an Äpfeln in die Hand, die wir beim besten Willen nicht mehr hätten verspeisen können. Nur weniger hundert Meter weiter parkten wir schon wieder und erledigten die Ausreiseformalitäten am ersten Grenzposten. Die Überquerung des Flusses Chobe hieß uns zumindest geographisch in Botswana Willkommen.
Direkt nach der Brücke erreichten wir auch schon den gefürchteten Kontrollpunkt. Aus dem kleinen Verschlag gleich neben der Grube mit der Soda-Lauge kam ein Mann und begrüßte uns. Er bat uns, das Gepäckabteil des Fahrzeugs zu öffnen und fragte uns, ob wir Milchprodukte usw. dabei hätten. Wir führten ihm alles von den verbliebenen Lebensmittlen vor, zufrieden nickte er alles ab. Der Kühlschrank war für ihn nicht einzusehen und so frage er auch, was drin sei. Ich kletterte auf die Heckplappe, öffnete den Kühlschrank und begann aufzuzählen, was noch drin lag. Lange bevor ich fertig war, winkte er ab und meinte, alles wäre okay. Zum Schluss sollten wir alle noch unsere aktuell am Fuß befindlichen Schuhe auf einem in Sodalauge getränktem Tuch abtreten und vor der Weiterfahrt langsam durch die angesprochene Grube fahren. Damit war die befürchtete und im Reiseführer als ernsthaft bezeichnete Kontrolle beendet. Nach den Einreiseformalitäten am Schlagbaum nicht weit hinter dem Lebensmittel-Checkpoint fanden wir uns am Eingangstor zum Chobe Nationalpark ein. Es regnete leicht und so besprachen wir kurz das weitere Vorgehen. Es standen zwei Optionen zur Wahl:
Zum einen die sandige Piste durch den tierreichen aber kostenpflichtigen Nationalpark am Ufer des Chobe. Zum anderen die asphaltierte Transitstraße, der schnellere, aber weniger interessante Weg zum Ziel. Trotz des Wetters entschieden wir uns letztendlich für die hoffentlich sehenswertere Runde und wurden nicht enttäuscht. Zunächst konnten wir von Botswana aus noch einen letzten Blick auf das Camp Chobe werfen.

Guck an, in Botswana gibts auch Tiere

Die Hütten ausser Sichtweite übernahmen schnell die vogelfreien botswanischen Kollegen der Tiere im eingezäunten Etosha Nationalpark die Rolle der Animateure.
Auf den weiten grünen Wiesen entlang des Wassers grasten unsere geliebten Giraffen und Zebras. Etwas neugierig aber dennoch wieder liebevoll blöde schauend, schienen vor allem die langhalsigen Gefährten recht neugierig zu sein und kamen teilweise sogar langsam in Richtung des Autos gelaufen, anstatt wegzurennen. Wir erkannten sogar Vögel auf den Körpern der Giraffen, die scheinbar Insekten aus deren Fell pickten.
Neben den verschiedenen Arten von Springböcken und Antilopen sahen wir nun auch zum ersten Mal Wasserbüffel, die in weiten Teilen Namibias durch die Maul- und Klauenseuche ausgerottet wurden. Hier gab es sie jedenfalls noch und sie wirkten zufrieden, wenn auch Müde.

Die Wege im Park waren weitestgehend sandig und gut zu fahren. Autofahrende Zweibeiner trafen wir sogut wie gar nicht. Besonders viele Wegweiser gab es nicht, also hielten wir den Fluß einfach stets links von uns und wussten, dass so nichts schief gehen konnte.
Auf der weiteren Fahrt stießen zu den schon erwähnten Tieren neben wirklich vielen Elefanten auch zahlreiche Flußpferde, Warzenschweine und Mungos zum lebhaften Reigen der Wildnis hinzu. In der Luft und auf den Bäumen beobachteten diverse interessante Vögel das Geschehen. Zwar sind wir nicht wirklich die großen Vogelfans, aber bei den hier zu sehenden Exemplaren beeindruckte entweder die schiere Größe, die Farbe oder die Häßlichkeit. Naja, die über uns kreisenden Geier sorgten zumindest für das beruhigende Gefühl, dass außer einem Auto im Notfall nichts von uns liegen bleibt. 😉
Es gab wirklich viel zu sehen und es war gut zu Wissen, dass alle Tiere hier gehen können, wohin sie wollen.

Heute schon das dritte Land

Als letzten Akt des Tages lag eine weitere Landesgrenze vor uns, denn unser heutiges Ziel, der Ort Victoria Falls an den namengebenden Victoriafällen, liegt in Simbabwe. Langsam näherten wir uns dem von diversen Touristengruppen umwuselten Grenzposten und rechneten schon mit langen Wartezeiten bei der Abwicklung. Gerade das Auto geparkt winkte uns ein unbekannter und wenig offiziell wirkender junger Mann zu sich und fragte, ob wir mit Auto einreisen wollen. Wir meinten ja und er führte uns in das Amtsgebäude und führte uns von einem Beamtenfenster zum anderen. Der Typ selbst gehörte zur Versicherungsgesellschaft, welche die obligatorischen Fahrzeugversicherungen für einreisende Fahrzeuge ausstellt und so auch an einer schnellen Abwicklung der Personalien interessiert ist.

Nach nichtmal 20 Minuten war alles erledigt und wir durften die Schranke passieren. Knappe 50 km später erreichten wir Victoria Falls und das gleichnamige Camp, welches für die nächsten zwei, ja, zwei Nächte unser Zuhause sein wird.

Zu faul zum Kochen nutzen wir das campeigene Restaurant fürs Abendessen. Nach dem heutigen Tag hielten wir es für angemessen, diesen neben dem mittlerweile allabendlichen Amarula auf Eis mit Warzenschweinsteak- bzw. Schnitzel sowie Oryxsteak ausklingen zu lassen.

Ein himmlisches Bad
10. November 2014 von TiDo
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Der Weg zum Wahnsinn

Nach einer nicht ganz so ruhigen Nacht im Victoria Falls Restcamp, erwachten wir am Morgen mit dem Geruch nach Affen in der Nase und und dem nicht allzuweit entfernten, allgegenwärtigen Rauschen des Wasserfalls im Ohr. Während des Vormittags mit einem gemütlichen Frühstücks stieg die Vorfreude auf den Tag stetig an, den etwas besonderes was geplant: Eine organisierte Tour ins Herz der Victoria Fälle inklusive Badespass im sogenannten Devils Pool.

Gegen 11 Uhr wurden wir am Eingang des Campingplatzes abgeholt und zur Grenze nach Zambia gebracht. Dort fand ein Auto- und Fahrerwechsel statt, um „Grenzkosten“ zu sparen. Nach dem die Formalitäten geklärt waren und wir wieder ein paar neue Stempel in unseren Pässen gesammelt hatten, ging es weiter zum sehr noblen „Royal Livingston Hotel“, welches der Startpunkt unserer gebuchten Tour war. Von unserem Fahrer wurden wir an den Tourguide übergeben. Später sollten wir hier wieder abgeholt werden.
Bis es losging verbrachten wir noch eine kurze Zeit auf der Terasse des Hotels am Zambezi River und warteten auf die restlichen Tourteilnehmer. Dabei sichteten wir, neben den Gischtwolken des Wasserfalls, denen er seinen afrikanischen Namen Mosi-oa-Tunya oder „donnernder Rauch“ verdankt, sogar noch ein paar U-Boote … ähm Flusspferde, die sich die Sonne auf den Rücken prasseln liesen.

Wir nennen es mal Pool

Nach einer Weile hatten sich mit uns insgesamt acht Leute eingefunden, die auf zwei kleine Boote verteilt, welche uns zur Livingston Island brachten.
David Linvingston war schottischer Missionar und der erste Europäer der die Victoria Fälle gesehen hat. Er landete auf der kleinen Insel, die direkt vor der Kante liegt über die sich der Zambezi in die Tiefe stürzt und die heute seinen Namen trägt. Damlas beschrieb er den Wasserfall als „das Schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekam“ und nannte ihn „Victoria Falls“, zu Ehren der damaligen britischen Königin.
Captain Vincent brachte uns sicher zur Livingston Island, auf welcher wir mit einem kleinen Welcome Drink begrüsst wurden. Die Tour begann mit einem kleinen Spaziergang über die Insel, mit ersten Blicken auf den Wasserfall, der zum Ende der Trockenzeit wenig Wasser führt. Dies ist jedoch auch der Grund für die Tour, denn zur Regenzeit, wenn der Zambezi viel Wasser führt, ist die Insel nicht erreichbar.

Schließlich wurde es ernst. Wir erreichten den Platz, an dem es hies „ausziehen und rein ins Wasser“. Noch war um uns herum „nur“ der Fluss und auch die Strömung schien nicht sonderlich stark zu sein. Ab hier sollten wir bis zum Devils Pool schwimmen. Unser Guide schlüpfte in einen Neoprenanzug und wies uns an unsere Kameras, es war pro Pärchen nur eine kleine Kamera erlaubt, an David zu übergeben. Er sollte sie in einem Wasserfesten Beutel zum Pool bringen. Nach dem Tim kurz ein wenig auf David einredete, war dieser schließlich auch bereit, anstatt 2 kleinen Kameras für uns 4, eine große mitzunehmen. Puuh, Glück gehabt. Das wäre ja was … an den Victoria Falls baden und keine Fotos davon machen können 🙂
Als das schließlich geklärt war, ging es nacheinander in den Zambesi. Unser Guide führte uns durch den Fluss, auf einer für uns unsichtbaren „Wasserstrasse“. Er wusste genau wie und wo die Strömung verlief. Das Wasser war angenehm warm und nach nur wenigen Schwimmzügen kamen wir an einem kleinem Felsabschnitt an, von welchem es in den Devils Pool ging. Der Guide ging zu erst hinein und winkte uns einzeln hinterher. Es ging recht steil in den Pool hinein, ein letzter kleiner Hopser und man wurde direkt von der Strömung erfasst und an den Rand des Pools gedrückt. Aufgefangen vom dicken Gestein des Poolrandes, wurde man von dem Guide herausgezogen und plötzlich saß man direkt am Abgrund. Ein Blick über die Schulter und man könnte 100 Meter in die Tiefe schauen, wenn da nicht der Wassernebel wäre. Die eigene Stimme wird vom lauten toßen der Wasserfälle übertönt … Adrenalin, absurdes Glücksgefühl.

Schließlich sitzen wir alle nebeneinander auf dem Poolrand, am Abrund der Victoria Fälle, und wir grinsen uns alle nur breit an während Fische an unseren Zehen knabbern.
David beginnt, auf dem Poolrand STEHEND, Fotos von uns zu machen und kleine Videos zu drehen. Einfach nur verrückt was hier gerade abgeht.
Es dauerte nicht lange und in Tim wurde wieder der Fotograf geweckt. Wo käme er denn hin, wenn er ausgerechnet hier nicht selbst ein paar Fotos schießen dürfte? Er schafft es schließlich, dass David ihn aufstehen und sich auch auf den Poolrand stellen ließ. Tim nahm David seine Kamera ab und legte los. Irgendwie nehme ich das selbst kaum wahr, bin zu sehr mit mir und meinen Gefühlen beschäftigt. In mir wechseln sich pures Glück, Panik, Aufregung und Angst im völligen Durcheinander ab. Oh Mann, „Wenn Mutti das sieht!“.
Wieder ein Blick zu Tim. Er steht da, grinsend mit der Kamera in den Händen, neben ihm presst sich David mit der Schulter an ihn heran und schützt ihn somit vor dem Abgrund. Einfach irre!

Etwa 20 bis 25 Minuten dauerte das Spektakel. Wir durften ein bisschen in dem bis zu 3m tiefen Pool schwimmen und planschen. Die ganze Truppe hat unheimlich viel Spaß, aber irgendwann war es dann dennoch vorbei. Nacheinander werden wir vom Guide mit Hilfe eines Seiles aus dem Pool gezogen. Wieder festen Boden unter den Füssen grinsen wir uns immer noch alle an, überglücklich und beeindruckt vom gerade erlebten.

Es ging zurück zur Insel. Nach dem abtrocknen und umziehen fandsich unsere Gruppe nur wenig später geschlossen an einem gedeckten Tisch unter einem großen Zeltpavillion wieder. Eine Dame, die Chefköchin, hieß uns hier herzlich willkommen und erklärte uns das 3-Gänge-Menü, welches in wenigen Minuten, hier frisch zubereitet serviert werden würde. Die kurze Wartezeit überbrückten wir mit äußerst leckeren alkoholischen Getränken unserer Wahl und den ersten sehr interessanten Gesprächen über das Erlebte und unser aller bisherigen Reiseerfahrungen. Nach einer Weile wurde das Essen serviert. Als ersten Gang gab es eine mit Eiswürfeln gekühlte Tomatengemüsesuppe. Hauptspeiße war wahlweise Hühnchen oder Rind mit gegrilltem oder gedünstetem Gemüse. Als Beilage konnte jeder wählen wischen Reis und Couscous. Es hat alles wirklich äußerst gut geschmeckt! Nebenbei wurde weiter fröhlich geplaudert und untermalt wurde die gemütliche Stunde durch das stetige Rauschen und Grummeln der etwa 50m entfernten Wasserfälle.

Gesättigt und um ein wunderbares Erlebnis reicher wurden wir von Captain Vincent abgeholt und wieder zum Royal Livingstone Hotal aufs Festland zurück gebracht. Dort warteten wir kurz auf unseren Fahrer, der sich nach seinem Eintreffen auch gleich erkundigte, ob es uns denn gefallen hat … Und ob es das hat! 🙂

An der Grenze zurück nach Simbabwe begegneten wir dann noch ein paar illegalen Auswanderern. Es stellte sich schnell heraus, dass diese wohl zum selben Schlag gehören, wie diejenigen, die auf unserem Campingplatz für das unwiderstehlich Aroma in der Luft sorgten. 😉 Einige von Ihnen traten den Weg über die Grenzbrücke zu Fuß an, andere versuchten sich als mehr oder weniger blinde Passiere.

Von der Ferne betrachtet

Nach dem wir von unserer Tour zurückkehrten, entschieden wir uns noch in den National Park am Wasserfall zu gehen. Zu Fuß dauerte der Spaziergang vom Campingplatz bis zum Eingang des Nationalparks ca. 30 Minuten. Dabei kamen wir an den hartnäckigen Krempel-Verkäufern vorbei, die uns Holztiere, Schmuck und sogar einheimische Währung „andrehen“ wollten. Auch der hinweis, wir hätten kein Geld dabei, lies sie nicht abschrecken. Dann boten sie uns eben ein Tauschgeschäft an: Tims Schuhe gegen ein niedliches Holznilpferd, oder meine Mütze gegen geschnitztes Salatbesteck. Naja, wir sind immer noch in Besitz unserer Schuhe und Mützen. 🙂
Angekommen am National Park wurden wir um 30 $US pro Person ärmer, hatten dafür aber Zugang zum Wasserfall. Der befestigte Rundweg führte uns zu den verschiedenen Aussichtspunkten, dem Devil´s Cataract, den Main Falls, Horseshoe Falls, Rainbow Falls und weiteren Stationen. An einigen Punkten wurden wir sogar richtig nass vom Sprühnebel. Kaum zu erahnen, wie es hier zu den Hochwasserzeiten sein muss.

Der erste Stopp war der Devils Cataract. Die namentliche Assoziation mit dem Teufel ist durchaus passend, den man hat tatsächlich den Eindruck in einen gefährlichen Schlund hinab zu steigen. Die Stufen sind zwar betoniert, durch die Gischt jedoch sehr glitschig. Es ist unglaublich laut und stürmisch und durch und durch nass.
Der Devils Cataract ist der kleinste Fall und nur 62m tief. Er ist außerdem von den restlichen Fällen abegtrennt und führt meist ganzjährig Wasser. Es wird vermutet das hier die Fallkante des nächsten Wasserfalls entsteht.
Der Rundweg führt uns weiter, immer parallel zu den Fällen durch einen wirklich tollen Regenwald, der sich in diesem Dauergischt- und Nebelbereich bildet. Ein kleiner Vergleich: Im Ort Victoria Falls fallen jährlich 715 Liter Regen pro Quadratmeter. Auf dem kleinen Regenwaldstreifen an den Fällen dagegen in jedem Jahr 30.000 Liter pro Quadratmeter.

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Wir nehmen immer wieder die kurzen Abstecher zu den verschiedenen Aussichtspunkten. Manchmal schützen uns die hohen Bäumer vorrübergehend vor dem Nieselschauer, doch stets öffnet sich die Vegetation, sodass wir immer wieder in die erfrischende Gischt geraten. Dann heisst es schnell die Kamera schützen. Jeder Aussichtspunkt ermöglicht neue Ausblicke auf die gegenüberliegenden Wassermassen und lassen uns immer wieder demütig werden. Man fühlt sich verschwindend winzig und unbedeutend verglichen mit dieser gigantischen Wucht und Kraft des Wassers.
Schließlich haben wir auch den Devil´s Pool entdeckt, in dem wir noch vor wenigen Stunden „gebadet“ haben. Mein Gott, sind wir verrückt gewesen.
Am Danger Point endet der Rundweg entlang des Wasserfalls. Um den Namen alle Ehre zu machen, entstehen hier natürlich auch noch ein paar Klippenfotos. Tim und Steff zeigen hier besonders viel Mut, während Robert und ich nur mit dem Kopf schütteln und hoffen, das bald die Vernunft wieder einsetzt und wir endlich weiter gehen können 🙂 Völlig berauscht treten wir den Rückweg durch den Regenwald an.

Am Abend im Camp, zwischen unseren illegal ausgewanderten und unparfümierten Freunden kochten Stef, Robert, Tim und ich Nudeln und ließen einen einzigartigen Tag Revue passieren!

Zum Rand des Okavango
11. November 2014 von TiDo
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Nur noch einmal gucken

Es gibt ihn noch, den früh klingelnden Wecker. Und diesmal stand ich auch seit langem mal wieder nicht ganz allein auf, denn auch Doreen war mit von der Partie. Wir hatten uns am Vorabend dazu entschlossen, dem gestrigen, etwas grauen Wetter an den Aussichtspunkten heute noch eine zweite und letzte Chance zu geben. 6:30 Uhr sollte der Nationalpark öffnen und so machten wir uns kurz nach 6 Uhr auf den Weg, während Stef und Robert weiter friedlich in Ihrem Zelt schlummerten. Unterwegs bemühten wir noch einmal einen Bankautomaten um erneut die 30 $US Eintritt berappen zu können. Schon mal etwas gemütlicher, als noch gestern Nachmittag, gestaltete sich der Weg, denn für die nervigen Straßenhändler war es wohl noch etwas zuuu früh.
Pünktlich erreichten wir den Park und steuerten die besten Stellen an. An einer konnten wir sogar an der gegenüberliegenden Klippe beobachten, wie gerade ein paar Personen zunächst zum und anschließend in den Devils Pool geführt wurden. Auch von hier spektakulär mit anzusehen und kaum zu glauben, dass wir erst gestern selbst genau dort badeten. Doreen rief hinüber und winkte. Eine der Tourguides, es schien unser David zu gewesen zu sein, winkte zurück.

Was etwa eine Stunde zuvor noch wie blauer Himmel und so sehr vielversprechend aussah, drohte mittlerweile wieder zuzuziehen. Gerade so erwischten wir noch ein paar Sonnenstrahlen, die es hier und da durch die immer kleiner werdenden Lücken in den Wolken schafften. Letztendlich wurden wir dann auch für unseren zweiten Versuch belohnt. Die Sonne im Zusammenspiel mit der aufsteigenden Gischt sorgte für einen selten so klar gesehenen Regenbogen, der uns eindrucksvoll von den Victoriafällen verabschieden sollte.
Wir warfen also einen letzten Blick auf die Wassermassen und die letzten eineinhalb fantastischen Tage und begaben uns auf dem Rückweg zum Camp. Auf diesem aber mussten wir etwas von der Standardroute abweichen, da die Polizei alle Fußgänger umleitete. Ein paar hundert Meter weiter sahen wir auch gleich, weshalb. Ein paar Elefanten ließen sich das Grünzeug direkt neben dem Gehweg schmecken und die Behörden wollten kein Risiko eingehen.

Wie geht’s weiter

Auf dem Campingplatz waren Stefanie und Robert bereits bei den Vorbereitungen zum Frühstück, welches dann auch umgehend startete. Heute gab es auch organisatorisch eine Prämiere, denn zum ersten mal auf unserer Tour wussten wir morgens nicht, wo wir Abends übernachten würden. Die Unterkünfte für den Rückweg nach Namibia hatten wir bei den Buchungen außern vor gelassen, da wir bei günstigem Wetter die Route entlang des Randes des Okavango Deltas nehmen wollten, was bei starken Regenfällen in der Zeit direkt vor der Querung nicht empfehlenswert sein soll. Zwar war es in den letzten Tagen immer etwas bewölkt, starker Niederschlag aber blieb aus und so stand dem Trip durch das Okavango nichts im Wege, außer der noch fehlenden Unterkunft. Neben ein paar zu fahrenden Kilometern würde also auch das zu den Tagesaufgaben gehören.

Zurück nach Botswana

Die wenigen Kilometer bis zur Botswanischen Grenze verliefen bis kurz vor Schluß reibungslos. Dann allerdings trafen wir auf eine simbabwischen Polizeikontrollen, die uns auch gleich zum Straßenrand winkte. Der Polizist kam zum Fenster der Fahrertür und bat Robert, der zu diesem Zeitpunkt am Steuer saß, auszusteigen. Zugegeben, wir hatten ein wenig Bedenken. Nicht aber etwa, weil wir uns irgendeines Vergehens bewusst waren, sondern weil wir hier und da gelesen hatten, dass auch gern mal für Dinge gezahlt werden muss, die eigentlich gar nicht passiert sind. Schnell aber erfolgte Ernüchterung, denn der Offizielle wies darauf hin, dass die beiden Damen im Fond des Autos nicht angeschnallt seien. Die Mädels berieten sich noch untereinander, im Reiseführer hätte doch gestanden, in Botswana sei hinten Anschnallen keine Pflicht. Das war dem simbabwischen Polizisten in seinem Land natürlich völlig egal … und dann hatten auch wir es verstanden 😉
Er lief mit Robert noch eine Runde ums Auto und fand eine unbeleuchtetes Nummernschild an der hinteren Stoßstange. Robert konterte gewandt mit dem Satz: „Wir fahren nicht im Dunklen!“. Das genügte dem Uniformierten, der abschließend 10 $US fürs nicht anschnallen kassierte und uns dann ziehen lies.

Der Grentübertritt nach Botswana verlief, wie schon das letzte Mal, problemlos und zügig.
Am Eingangstor zum Chobe Nationalpark, dessen nördlichen Teil wir ja bereits durchquert hatten, organisierten wir uns nun endlich eine Unterkunft für heute Abend. Die von uns und dem Reiseführer favorisierte war wohl schon ausgebucht und alle weiteren, bis auf eine, von der für heute verbleibenden Strecke zuu weit weg. Wie buchten also die einzige Option und nach einem kleinen Umweg zum Supermarkt ging es auf die Strecke zum Camp Linyanti.
Die ersten 60 km folgten wir der asphaltierten Transitroute um dann von dieser auf die im Okavango Delta üblichen Sandpisten abzubiegen. Diese waren nicht ganz trocken und somit recht fest und ließen sich zunächst sehr gut fahren. Die Gegend um uns herum schrie nach Tieren, aber erstmal war weit und breit nicht viel zu sehen. Die letzte 30 km vor Ankunft zogen sich dann aber doch ganz schön. Der Untergrund wurde unvorhersehbar, tiefer Sand wechselte sich mit Geröll, Wasserlöchern und festgefahrener Erde ab.

Linyanti Rest Camp

Zufrieden, weil angekommen, hielten wir vor der kleinen Rezeptionshütte, an der auch gleich ein Mitarbeiter erschien … woher auch immer der gerade gekommen war. Zwar hatten wir bis hierher schon ein paar Hütten mit behangenen Wäscheleinen passiert, aber Personen waren noch nicht gesehen worden. Prinzipiell freute es uns ja, dass hier nicht allzu viel los zu sein scheint.
Der nette her empfohl uns für den nun schon fortgeschrittenen Nachmittag noch eine kleine Runde auf dem Game-Drive, ein befahrbarer Weg durch den Busch, der mit ein wenig Glück das Beobachten von Großkatzen, wie Löwen, Leoparden sowie Geparden, ermöglichen soll. In diesem Zusammenhang wies er auch gleich darauf hin, dass man Nachts möglichst nicht auf Klo gehen, oder zumindest mit dem Auto die knapp 30 m vom Stellplatz bis zur Toilette fahren sollte. Mit dem Bild zweier Dachzelte auf dem Auto vor Augen nahmen wir dies zunächst zur Kenntnis und begaben uns auf dem Game-Drive.

Es war eine schöne Strecke, nur im Schritttempo zu befahren und es ließ sich erahnen, dass sich die erwähnten großen Mietekatzen wohlfühlen, aber … genau, leider sind wir keiner davon begegnet. Wenigstens ließen uns die Giraffen und Kudus auch hier nicht im Stich. Der ein oder anderen Elefantenschädel lag ebenfalls herum. Klar, etwas enttäuscht, aber noch hoffnungsvoll, bei unseren nächtlichen Toilettengängen mehr Glück zu haben, bezogen wir unseren Schlafplatz und machten uns an das ersehnte Abendessen.

Etwa 10 m hinter dem Auto begann auch schon ein Gewässer, in dem sich einige Flusspferde in Eisbergmanier ebenfalls auf ihr nächtliches Mal vorbereiteten … schlafend.
Als wir dann alle zu Bett gegangen waren, war nix mehr mit ruhig im Wasser rumliegen. Unter schwärmen von Glühwürmchen lauschten wir, dennoch absolut blind, dem bedenklich nahen Grunzen, Stampfen und Grasen der Hippos. Grasen ist dabei aber eigentlich weit untertrieben, denn den Geräuschen zu folge sind pro Happen kiloweise Gras in jedem der Mäuler verschwunden. Als die dicken Gefährten nach einer Weile so langsam aber sicher weitergezogen waren, versanken wir wiedereinmal zufrieden in unseren Träumen … naja, zufrieden … ein paar der unzähligen Wildkatzen hätten sich aber schon mal zeigen können. 😉

Okavangos un-zählige Großkatzen
12. November 2014 von TiDo
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Allerlei bunte Vögel

Da uns von nächtlichen Ausflügen, wenn auch nur zum Klo, abgeraten wurde, verzichtete ich heute auch auf den Sonnenaufgangsspaziergang allein. In der Gruppe mag eine Begegnung mit einem einzelnen Leopard oder Löwe ja vielleicht noch gehen, aber ohne Begleitung einer oder gar mehrerer großen Wildkatzen gegenüberzustehen würde dann durchaus für ein eher mulmiges Gefühl sorgen.
Obwohl wir ja hier, in den Ausläufern des Okavango, mit der Sichtung von Großkatzen bisher nicht so viel Glück hatten, stimmten wir uns mit den Worten des Reiseführers für die Tagesetappe nach Maun zuversichtlich, beschrieb dieser doch verheißungsvoll es gäbe in diesem Gebiet „unzählige Großkatzen“.

Wir standen also alle gemeinsam auf, mehr oder weniger zumindest, und gingen den üblichen Tätigkeiten vor und später zum Frühstück nach. Bei bestem Wetter leisteten uns dabei ein paar wirklich lustige, gefiederte Freunde Gesellschaft. Vor allem der in gelb-schwarz trat uns gegenüber ziemlich angstfrei auf und schaute sich uns vier bunte Vögel ganz genau an. Vermutlich war er schon der ein oder anderen Großkatze begegnet, was also könnten dann wir ihm schon anhaben. Andere Vögel, die zwar für ihre Lackierung etwas tiefer in die Tasche gegriffen hatten, waren nur mit Essensresten wirklich nah heranzulocken.

Nach dem Geflügelfrühstück richteten wir uns noch ein letztes Mal für eine Springbildsession ein und bewießen, dass wir perfekt hierher passen.

Die üblichen Verdächtigen

Ein Versuch, unser Fahrzeug mit Hilfe des herumliegenden Elefantenunterkiefers etwas an die hießige Umgebung anzupassen, wurde für unzureichend befunden … ich fands gut, hätte kurz wirklich gedacht, es sei ein Elefant, ein weißer, mit hinten verspiegelten Ohren und rotierenden Beinen … also den Schnorchel könnte man nun wirklich für einen Rüssel halten, oder? Och Menno! 🙁

Bevor wir uns in neue Gefilde aufmachen konnten, mussten wir erstmal die schon gestern etwas nervigen knapp 30 km bis zur Hauptroute zurückfahren. Eine bessere Karte hätte uns allerdings davor bewahren können, denn später merkten wir, dass es auch einen kürzeren Weg gegeben hätte, was solls.
Nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt durch abwechslungsreiche Gegend ließen die Raubkatzen nach wie vor auf sich warten. Für ein wenig Spannung sorgten aber immer wieder überraschend die Straße querenden Elefantenherden. Zuerst sieht man gar nix außer das leuchtend grüne Laub an den dunkelgrauen Stämmen und Ästen der Bäume und Sträucher neben der Straße.
Plötzlich, etwa zwei Autolängen vor uns, bewegt sich einer dieser Äste, ein Rüssel. Der Bulle tritt zwei oder drei Schritte auf die Piste und prüft die Lage. Er sieht das Auto und verweilt kurz ganz ruhig. So auch wir. Er wendet sich wieder ab, stampft hinüber zur anderen Seite und verschwindet dort wieder im Busch. Wir warten, überlegen ob wir weiterfahren sollen, oder nicht. Ich fahre an und stoppe sofort wieder, denn zuerst quert ein Junges mit Mutter und anschließend sieben weitere Dickhäuter an der vom Bullen geprüften Stelle unseren Weg.
Zumindest bei bewachsenem Wegrand ging es nun mit noch weiter gedrosseltem Tempo weiter, denn keiner möchte mit 5t Stoßzahnschiebemaschine zusammenstoßen. Kollisionen erfolgreich vermieden, hatten wir uns zwischen diversen Anilopen, Warzenschweinen und den allgegenwärtigen Giraffen bis zum Südtor des Chobe Nationalparks geschlängelt und verließen diesen dort. Anders aber als beim Zoo verschwinden nach dem Passieren des Tors die Tiere nicht von der Bühne und so begleiteten uns vor allem die Rüsselträger auch weiterhin.

Wenig später konnten wir dann zum Vergleich zu den Elefanten heute Morgen noch eine Familie Giraffen beim Überqueren einer Straße beobachten. Diese haben aufgrund ihrer anatomischen Gegenbenheiten natürlich einen deutlich besseren Überblick und so sah man auch schon von weiten die Köpfe über die Büsche ragen. Auch hier blieben wir wieder stehen und als das auch in den wohl nicht allzugroßen Gehirnen der Giraffen angekommen war, liefen diese, bis auf eine Ausnahme, einzeln über die Straße und warteten auf der anderen Seite auf den Rest der Gruppe. Es war wirklich toll und zugleich auch die letzte Begegnung mit einem Vertreter der afrikanischen Großtierwelt.
Am Ende sollte nun auch der Reiseführer recht behalten, wenn auch auf ironische Art und Weise, denn die in diesem Teil so unzähligen Großkatzen sind für uns auch unzählbar geblieben. Klar ist es schade, erinnert einen aber auch noch einmal daran, dass wir hier nicht im Zirkus oder im Zoo sind.

Von den Big Five und ihren anderen großen Freunden verabschiedet, gab es heute aber dennoch eine kleine gepanzerte Premiere: Mit etwas über 90km/h auf der Schotterpiste unterwegs, schon die ganze Zeit großeren Brocken ausweichend, merkten wir bei einem dieser Steine, er bewegt sich! Wie drehten um und hielten an. Die kleine Schildkröte kroch scheinbar seelenruhig über die Straße … wie auch anders. 😉 Um sie vor dem Wassertransporter, den wir noch kurz zuvor überholt hatten, in Sicherheit zu bringen, trug Doreen sie vorsichtig zum Pistenrand und ließ die süße Kleine ihrer Wege kriechen.

Am späääten Nachmittag erreichen wir Maun, die Stadt, die auch das Tor zum Okavango Delta genannt wird, und nach ein wenig suchen, fanden wir auch den Campingplatz, den der Reiseführer als brauchbar auswies. Naja, es stellte sich heraus, dass er auch bei dieser Sache heute daneben lag.
Wir ließen uns das Abendessen dennoch schmecken und verbrachten anschließend eine recht unruhige Nacht in unseren Dachzelten. Nur so viel: Stefanie holte Nachts Roberts und ihre Pässe aus dem Auto.

In Richtung West ..Nest
13. November 2014 von TiDo
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Erwachen hinter der Mauer

Die Nacht war sehr durchwachsen, immer wieder schlichen dunkle Gestalten über den Campingplatz und das ist nur sehr bedingt eine Anspielung auf die hier übliche Hautfarbe. Schon seltsam, wenn sich kleine Gruppen um 2 oder 3 Uhr nachts lauthals unterhalten und immerwieder Fahrzeuge aufs Gelände kommen um zu ähnlich unchristlichen Zeiten die Wasserkanister zu befüllen. Spätesten aber mit Sonnenaufgang fühlte man sich dann doch wieder sicherer.

Trotzdessen wurde aber auch heute wieder nicht früh aufgestanden. Warum auch!? Wetter grau, Mauer grau, alles irgendwie grau. Allzu lange hielten wir uns da auch nicht mit Gemütlichkeit auf, packten nach einem vergleichsweise eher sachlichen Frühstück zusammen und begaben uns auf die Straße.
Aber auch dort trieben sich Zeitgenossen herum, die da wohl eher nicht hingehören … uns inbegriffen 😉 Maun an sich war zumindest für uns wenig sehenswert. Immerhin ein Supermarkt, ein Frisörsalon und einen Open-Air-Teppichladen können wir wohlwollend verbuchen. Für die restlichen Pula kauften wir Benzin und setzten grob Namibia als Ziel.

Zurück in Namibia, in Farbe und bunt

Die recht lange Fahrt bis zur Grenze verlief problemlos. Am Übergang selbst durften wir dann ein knappes dreiviertel Kilogramm Rindfleisch in die Tonne werfen. Sonst aber gab es keine weiteren Zwischenfälle.
Mit recht großen Schritten ging es nun schon auf Windhuk zu, soweit wollten wir aber heute nicht kommen und befragten wiedereinmal unseren ach so allwissenden Reiseführer nach einer Unterkunft. Dieser spuckte eine Lodge mit Campingstellplätzen namens West Nest aus und wir hofften auf ein besseres Händchen als noch gestern, wobei es kaum schlechter werden konnte. Erster Pluspunkt war die Ausschilderung, die schon mehrere Kilometer vor der Einfahrt begann. Nach dem Abbiegen passierten wir zuerst die Farm, zu der die Lodge gehörte und folgten dann weiter der Piste. Der Eindruck, auf dem Weg zu einem netten Plätzchen zu sein, wurde weiter bestärkt durch die Gegend und zweifellos auch durch das mittlerweile hervorragende Wetter. Alles strahlte in den besten Farben.

Das West Nest im Osten des Landes

Bereits das Haupthaus bestätigte das bisher gute Gefühl vollends. Alles war sehr geplegt, sauber … warum beschreibe ich das eigentlich so, denn mal ehrlich, von der Mehrzahl unsere Unterkünfte hier waren wir nichts anderes gewohnt.
Bei der äußerst zuvorkommenden Dame hinterm Rezeptionstresen, die sich kurz darauf als Chefin des ganzen entpuppte, checkten wir ein und, ratet mal … ja, wir waren zunächst die einzigen Camper hier. Etwa 100 m entfernt fanden wir dann auch unser kleines Karee, zu einer Seite mit einer Mauer 😉 abgegrenzt und zu anderen offen. Hinter dem kleinen Häuschen mit den sanitären Anlagen nur für unseren Stellplatz feuerte ein Angestellter einen Kessel, welcher unter weißem Rauch Wasser für unsere Dusche erwärmte. Hygienisch war es auf jeden fall, denn bei der gelieferten Wassertemperatur stirbt nach spätestens 3 Minuten auch der letzte Keim. 😉

Wir alle nutzen natürlich den Komfort und duschten ausgiebig. Wer gerade nicht an der Reihe war, entspannte im Schatten bei einem Schluck eisgekühlten Saft aus der Dose.
Kurz bevor ich mich niedergelassen hatte, war mir allerdings im außen am Duschhäusschen angebrachten Geschirrspülbecken etwas aufgefallen. Als dann alle anwesend waren, streute ich in die Runde, eigentlich aber in Richtung Stefanie, dass doch lieber keiner dort ins Becken schauen solle. Widererwartend sprang Doreen als erste drauf an und begab sich langsam hin. Schritt für Schritt ging sie langsam den letzten Meter, sah zunächst nichts und glaubte schon, verarscht worden zu sein.

Nach einem weiteren Schritt aber erblickte sie dann doch etwas und rutschte im Schreck aus und fiel dabei fast nach hinten über. Sie sammelte sich kurz und warf völlig angewiedert einen zweiten Blick auf das Ding im Spülbecken. Sich schüttelnd ging sie wieder weg und nun kamen auch Stefanie und Robert. Wir waren uns alle einige, dass das Tier, was sich dank Wikipedia als Geiselspinne herausstellte, ziemlich häßlich war. Um den Ekel und auch ein wenig die Angst zu mildern, nannten wir es liebevoll „Fred“ … fragt nicht warum.
Fred schien aus dem Edelstahlbecken nicht herauskrabbeln zu können und so beschlossen wir, es erstmal dort zu lassen, denn wenn Fred dort drin ist, ist er nirgendwo anders 🙂

Um uns vom Schreck zu erholen, namen wir alle, wohlgemerkt frisch geduscht, zuerst ein Bad im Pool des Haupthauses und anschließend eins in der Sonne, ebenfalls dort. Außer den beiden erwachsenen Kindern der Cheffin und ein paar Straußen am Horizont war außer uns niemand da.
Es war so entspannend, selbst die wie kleine Hubschrauber klingenden Käfer, die an den Ästen direkt über uns von Blüte zu Blüte blubberten, störten nicht. Auch bei den beiden, sich jagenden Pfaus konnte von stören keine Rede sein. Zwar gackerten die ziemlich laut und erbärmlich in die Gegend, aber ihr Katz-und-Maus-Spiel war durch aus amüsant.

Zurück an unserem Platz bereiteten wir nun unser letztes, selbstversorgtes Abendessen vor. Zwar war es erst der vorletzte Abend, da wir aber für den letzten ein Restaurantbesuch vorgesehen hatten, hieß es, heute Abend so viel wie möglich zu verputzen. In der Glut der Grillkohle erhitzte Gemüsekonserven, Nudeln mit Soße, Thunfisch, angemachte Bohnen und vieles mehr kam auf den Tisch. Und auch heute durfte der Geist Afrikas, unser liebgewonnener Amarula, nicht fehlen. Pünktlich zum Sonnenuntergang trafen sich dann auch unsere beiden Streithähne vom Pool wieder und genossen mit uns Vieren und Fred, nach wie vor im Spülbecken, das letzte Licht des Tages.