Wir machen ’nen Abflug
25. Oktober 2014 von TiDo
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10 Monate waren nun seit dem Buchen unserer Flüge und des Mietautos vergangen, höchste Zeit also, das kleine afrikanische Abenteuer zu starten.
Nach dem wir bereits in den letzten Tagen Stück für Stück gepackt hatten, mussten wir heute morgen vor der Abfahrt nur noch die Zahnbürsten verstauen, bevor wir uns zunächst auf den Weg zum Dresdner Hauptbahnhof machten. Die Deutsche Bahn sollte uns im Idealfall direkt von dort bis zum Flughafen Frankfurt / Main bringen … und das auch noch möglichst pünktlich. 🙂 Bei den vielen Streiks der letzten Wochen wahrlich keine Selbstverständlichkeit.

Nach langen fünfeinhalb Stunden waren wir pünktlich 13:28 Uhr am Fernbahnhof des Fraport, an dem etwa eine halbe Stunde später auch Stefanie und Robert, unsere langjährigen Freunde und Reisepartner, ankommen sollten. Auch die beiden kamen überraschenderweise ohne Verspätung an und um das zu feiern, gabs dann einen Schluck Sekt …
Anschließend begaben wir uns dann geschlossen zum Terminal 2, von dem aus der Flieger der Air Namibia um 20:10 Uhr starten sollte. Erstmal galt es allerdings das Gepäck abzugeben und die eigentlichen Flugtickets entgegen zu nehmen.
Nachdem sichergestellt schien, dass wir auch tatsächlich mitfliegen, waren nun noch einige Stunden bis zum Boarding zu überbrücken. Ricky und Claudia, Freunde von uns, die unweit des Flughafen wohnten, verkürzten uns dabei die Zeit ein wenig bei Quatschen, Kaffee und Eis.
Beim Boarding stand heute noch die letzte Aufgabe, Doreens einzelnen Sitzplatz mittels Fragen weiterer allein sitzender Passagiere in unsere Nähe bzw. gar direkt zu uns zu tauschen, was letztendlich auch klappte. So saßen wir vier zusammen und traten die knapp 10 Strunden Flug gut gelaunt und voller Vorfreude an. Mit Gin Tonic, Amarula bzw. Wein stoßen wir nach dem Start auf die kommenden drei Wochen an, bevor jeder seiner bevorzugten Nachtflugbeschäftigung nach ging.

Ankommen und Einziehen
26. Oktober 2014 von TiDo
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Landung in Windhoek

Eine Durchsage des Captains und die sehr ansehnliche Dämmerung leiteten langsam das Ende unseres Fluges ein. Kurz vor 6:00 Uhr setzte der A330 am Windhoek International Airport auf.
Sechs gepflanzte Palmen und ein sehr überschaubares Terminalgebäude mitten in der afrikanischen Steppe bildeten den Flughafen Windhoeks. Es fiel der Satz: „Ein bisschen wie Leipzig Altenburg“ 😉

Nachdem die Einreiseformalitäten erledigt waren und jeder von uns sein Gepäck entgegennehmen konnte, wartete im Ankunftsbereich auch schon der Fahrer unserer Autovermietung darauf, uns zu deren Sitz in der ca. 40 km entfernten namibische Haupstadt zu bringen.

Ein Auto von Savanna

Die Fahrt dauerte eine knappe Dreiviertelstunde und führte durch leicht hügeliges Land mit vielen dürren Büschen und wenigen Bäumen. Neben der Fahrbahn konnten wir auch schon die ersten Tiere sichten … Affen. Später waren etwas weiter weg auch schon die ersten Oryxantilopen zu sehen, die uns über einen Großteil der Reise begleiten würden und so auch sehr passend, wenn auch eher zufällig, das Logo dieses Blogs zieren.

Savanna, so heißt die Autovermietung, bei der wir unser Zuhause für den Großteil der nächsten 3 Wochen gebucht hatten und bei der wir gegen 8:00 Uhr ankamen.
Wir wurden bereits erwartet und der Toyota Hilux parkte schon fertig vorbereitet vor der Tür. Es stand erstmal eine ganze Menge Papierkram an, bevor uns Marc das Fahrzeug sowie dessen Ausrüstung erklärte … in Deutsch.

Gegen 10:00 Uhr nahmen wir dann endlich den schlüssel entgegen und verabschiedeten uns von den äußerst netten Leuten bei Savanna. Hoffentlich für die nächsten drei Wochen, denn dann sind wir wohl ohne technische Probleme geblieben.
Ein paar mehr Informationen zum Auto sind, wie immer, oben unter dem Menüpunkt „Toyota Hilux“ zu finden.

Erster Stopp war ein nahegelegener Supermarkt, an dem wir zunächst unsere Lebensmittel- und Trinkwasservoräte auffüllten und Bargeld besorgten. Gerüstet für die erste Etappe war es nun an der Zeit, das Auto vollends in unsere Reise zu integrieren und entsprechend als unseres zu markieren …

… nun konnte es losgehen!

Zur Kalahari

Bagatelle am Rande der Kalahari war etwa 250 km entfernt und unser erstes selbst zu erfahrenes Ziel hier in Namibia. Auf den, bis auf das letzte Stück, geteerten Straßen kamen wir gut voran, die Temperaturen draußen waren dank der Klimaanlage noch gut zu ertragen.

Als wir dann allerdings eine erste Pause an einer der vielen kleinen schattigen Raststellen einlegten, die Autotüren öffneten und ausstiegen, liefen wir praktisch gegen eine Wand. Nur wenige Stunden nach verlassen des kühlen Deutschlands zum ersten Mal unklimatisiert unter den 38°C der afrikanischen Nachmittagssonne zu stehen, war schon eine echte körperliche Aufgabe. Wasser und Baum verschafften etwas Linderung. Auch einheimische Transportfahrzeuge passierten die Raststelle. Wie man sieht, ist die Marke IVECO auch unter den namibischen Kraftfahrern beliebt. 😉

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz. Dieser lag zwischen den für die Kalahari typisch rötlich gefärbten und mit strohgelben Gras bewachsenen Dünen, bot 6 Stellplätze zum Campen sowie eine Handvoll Chalets (kleine Hütten), die alle mit Abständen von über 100 Metern zueinander großzügig in der Gegend verteilt lagen. Ein kleines Gebäude mit Dusche und WC gehörte dabei zu jedem einzelnen Stellplatz.

Bevor wir uns es jedoch richtig gemütlich machten, richteten wir uns das Auto erstmal auf unsrere Bedürfnisse ein, packten die bisher noch ungeöffneten Rucksäcke aus und verteilten Sachen und Ausrüstung nach möglichst praktischen Gesichtspunkten im Toyota … man könnte sagen, wir haben unser Heim bezogen.

Anschließend machte sich der freiwillig designierte Chefkoch Robert ans Kochen des Abendessen. Es würde Nudeln mit verschiedenen Soßen und Thunfisch geben, welch Überraschung. 🙂

Bei mittlerweile deutlich angenehmeren Temperaturen genossen wir das leckere Essen und genossen den Abend. Die Stimmung war gut, sowohl die abendliche als auch die unter uns. Es war ein anstrengender erster Tag, aber wir freuten uns sehr auf die vielen noch vor uns liegenden.

Zu den Köcherbäumen
27. Oktober 2014 von TiDo
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Frühaufsteher

Bevor 5:30 Uhr der Wecker das erste Mal klingelte, zog eine Herde Springböcke grasend am Auto vorbei. Ich war also schon wach, als der Alarm losplärrte. Jetzt sagen wahrscheinlich einige „Die spinnen doch“. Nein, nicht die, nur der Tim ist aufgestanden um den Sonnenaufgang mitzuerleben.
Es war Anfangs noch recht frisch, aber als dann die Sonne über den Horizont stieg, dauerte es nicht sehr lange, bis es wieder angenehm warm wurde. Die Ruhe war toll, das Aufstehen hatte sich gelohnt.

Gegen acht krochen auch die anderen Drei so laaaangsam aus ihren Schlafsäcken und streckten ihre Nasen Richtung Sonne. Nach ein wenig Wachwerden wurde dann zu, gemütlichen Frühstück gerufen. Kaffee, Cerealien mit Milch und Honig, Äpfel sowie Jogurt, Knäckebrot. Nutella und Käse standen u.a. auf dem Tisch, durchaus vielseitig also, könnte man sagen.
Das Wegräumen und Abwaschen nach dem Frühstück ging dann fließend ins Abfahrbereitmachen über. Alles wurde Stück für Stück wieder im Auto verstaut und die Dachzelte eingeklappt. Gegen 10 Uhr war dann alles soweit. Bevor wir uns allerdings an der Rezeption abmeldeten, was dort wohl nur die Deutschen machen, drehten wir noch eine Runde durch die roten Dünen.

Richtung Keetmanshoop

Ein paar Kilometer, nämlich 280 an der Zahl, sollten auch heute zurückgelegt werden, weshalb wir uns dann doch irgendwann auf den Weg begaben.
In der Nähe des kleinen Ortes Keetmanshoop war eine größere Ansammlung der hier heimischen Köcherbäume zu finden, welche völlig abwegig Köcherbaumwald genannt wird. 🙂 Ein kleines Bushcamp dort war heute unsere Ziel. Um dorthin nicht nur die erneut mögliche, aber weniger sehenswerter Teerstraße zu nutzen, bogen wir nach einer Weile wieder ab auf eine der unzähligen Schotterpisten.

Nach dem Abbiegen noch nicht allzu weit gekommen, passierten wir einen alleinstehenden Koffer am Straßenrand. Es war aber weit und breit niemand zu entdecken. Ein paar hundert Meter weiter unterfuhren wir dann eine weitere, oder gar dieselbe Hochspannungsleitung, die uns gestern schon durch ihren scheinbar endlosen und schnurgeraden Verlauf aufgefallen war. Ich, Tim, bat anzuhalten, um ein Foto zu machen. Während ich so mit dem Motiv im Sucher probierte, riefen die anderen plötzlich, ich solle doch bitte sofort wieder einsteigen. Ich probierte noch ein oder zwei Einstellungen und lief dann langsam los Richtung Auto als die anderen in leicht verschärften Ton um Beeilung baten. Ich frage, was denn los sei und erhielt die Antwort:

Der Koffer kommt!

Als wir wieder fuhren wurde mir dann erklärt, dass das Herrchen des Koffers aufgetaucht sei und inkl. Koffer überraschend schnell näher gekommen war, was ein wenig unheimlich wirkte.

Die weitere Route führte uns über Straßen, die selbst hinter dem Horizont nicht zu enden schienen und falls doch war eines von vielen ausgetrockneten Flussbetten zu durchqueren. Flussbetten in denen eins reißende Strö.. ähm, naja, ausgetrocknete Flussbetten eben.
Eine Brücke führte über den Fish River. Er bestand momentan zwar weitestgehend aus einer Ansammlung von Pfützen, an denen sich Gruppen von Affen tummelten, war aber dennoch Ursprung des Fish River Canyons, der in den kommenden Tagen von uns besucht werden wird.

Am Nachmittag erreichten wir dann Keetmanshoop, dass wir für ein kleines Lebensmittel-Upgrade nutzen. Die Vorräte wurden um Wein und Fleisch sowie Holzkohle fürs Grillen erweitert.
Bis zum Camp waren es nun noch knapp 40 km die recht schnell absolviert waren.

Mesosaurus Bushcamp

Obwohl es am Köcherbaumwald selbst einen dazugehörigen Campingplatz gab, an dem wir auch direkt vorbeifuhren und welches sehr gut besucht schien, haben wir uns aufgrund von Bewertungen doch für eines etwas Abseits entschieden.
An der Rezeption war niemand anzutreffen, doch ein herumlaufender Mitarbeiter meinte, wir sollen uns einfach einen Platz suchen und die Formalitäten morgen erledigen. Gesagt, getan. Ein recht enger Pfad führte zum sogenannten Bushcamp und siehe da, keinen Steinwurf von vielen dieser Köcherbäume konnten wir völlig allein unser Lager aufschlagen. Alles richtig gemacht!

Während sich Grillmeister Robert erneut um die Zubereitung des Essens kümmerte und die Mädels etwas „anderes“ machten, durfte ich zunächst allein einen kleinen Spaziergang durch den Wald machen, der im schönen Abendlicht zwar eine sehr gute, aber eher die Figur einer Lichtung machte. 🙂
Später stießen auch noch Doreen und Stefanie hinzu.

Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir dann zurück am Camp und das leckere Essen stand auf dem Tisch. Guten Appetit!
Mittlerweile hatten wir auch Nachbarn bekommen, die fleißig ihre Zelte usw. aufbauten, während wir aßen. Von überfülltem Camp konnte natürlich dennoch keine Rede sein. Hinter den Sanitären Einrichtungen war auch eine Kiste mit Brennholz zur Verfügung gestellt worden, welches wir dann im weiteren Verlauf des sehr gemütlichen Abends für ein kleines Feuerchen nutzen.

An den Rand des Flusses Fisch
28. Oktober 2014 von TiDo
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Frühaufsteher²

Nach einer Nacht mit etwas Ziegengemecker und etwas Tummult im 30 Parteien Vogelnest nebenan wurde man erneut vom Wecker aus dem Schlaf geholt. Diesmal stand aber nicht nur ich auf, sondern auch Robert war von der Partie.
Ein paar schöne Eindrücke von Köcherbäumen im Sonnenaufgang wurden angestrebt und ich denke, es ist uns ganz gut gelungen.

Anschließend gab es wieder unser bereits am Vortag bewährtes Frühstück. Das Zusammenräumen unseres Krams ging heute allerdings schon etwas schneller von Statten, wobei natürlich nach wie vor Optimierungspotenzial vorhanden ist.

Wie schon am Vortag gab es auch am Mesosaurus Bushcamp die Möglichkeit, ein bisschen mit dem Auto herumzufahren, die wir natürlich nutzten. Der kleine Ausflug führte uns in die felsige Umgebung, die scheinbar optimalen Lebensraum für die Köcherbäume bietet. Dabei sei noch erwähnt, dass auf den zahlreichen Bildern nicht etwa immer der selbe Baum zu sehen ist, auch wenn es auf den ersten Blick so scheint. Nichtsdestotrotz, die frappierende Ähnlichkeit lässt sich natürlich dennoch nicht von der Hand weisen.

Von Keetmanshoop bis Cañon Roadhouse

Unsere heutige Etappe führt uns vorbei an Keetmanshoop, wo wir einen erneuten Stopp zum Tanken und Kaufen von mehr Wein einlegten, bis zum Cañon Roadhouse in der nähe des Fish River Canyons.
Stefanie war heute unsere Pilotin und chauffierte uns.
Die Straßen und Schotterpisten bahnten sich wieder durch endlos weit scheinendes Land, meist mit flachen Steppen rechts und links des Weges sowie Hügeln und langgezogenen Bergketten im entferten Hintergrund.

Je weiter wir uns von größeren Siedlungen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen entferten, desto häufiger bekamen wir auch Tiere zu gesicht. Die Oryx waren dabei deutlich unerschrockener als z.B. die Strauße, die einem auch nur beim verlangsamen der Fahrt sofort die puschelig weißen Schwanzfedern zuwandten und geschlossen die Flucht ergriffen. Die Springböcke allerdings setzten ihre Priorität auf Schatten und ließen sich nicht in die heiße Sonne treiben.

Das Cañon Roadhouse erreichten wir gegen 14:30 Uhr. Zum Roadhouse gehört ein Campingplatz, der heute unser Platz zum Übernachten sein wird. Wir checkten also schon mal ein und besichtigten kurz unseren Stellplatz. Anschließend ging es aber erstmal ins angeschlossene Cafe auf ein Stück des sogar im Reiseführer umschwärmten Amarula-Käsekuchens. Und tatsächlich, der Kuchen war zwar keine leichte Kost, aber voll lecker. Das ganze entspannt im Schatten mit erfrischenden Getränken bzw. Kaffee … perfekt! 🙂

Fish River Canyon von Osten

Ausgeruht und gestärkt starteten wir nun zur eigentlich Attraktion hier in der Gegend, den Fish River Canyon. Den Fluss mit dem Namen Fish hatten wir ja bereits gestern einmal überquert und heute nun wollten wir sehen, was er zu seinen fließenden Zeiten in den letzten Jahrmillionen so angerichtet hat.

Knappe 30 km vom Roadhouse entfernt gab es dafür mehrere anfahrsowie anlaufbare Aussichtspunkte am oberen Rand des zweitgrößten Canyons der Welt. Wie ließen keine aus und klapperten mit Begeisterung alle ab. Als wir ankamen, waren die letzten Bustouren gerade am Leute verladen und so hatten wir bei schon fast ein bisschen unheimlich wirkender Ruhe die besten Aussichten. 🙂 Die Weite bzw. die Entfernungen waren kaum zu begreifen.
Das Bewandern des Canyons ist übrigens mittlerweile nur noch im Rahmen von Führungen erlaubt, da vor einigen Jahren mehrere private Wandere die Dimensionen, vor allem aber die Hitze unterschätzten und zu Tode kamen. Selbst diese geführten mehrtägigen Ausflüge finden daher nur in den Wintermonaten, dort Mai bis August, statt.

Auf dem Weg zurück ins Camp einigten wir uns dann darauf, morgen an einem der Aussichtspunkte zu frühstücken.
Nun aber war erstmal Abendessen angesagt. Ganz klar, Robert sorgte für glühende Holzkohle und Fleisch vom Grill. Letzteres gab es auf einem Bett von Hüttenkäse um Dosenmischgemüse sowie Baked Beans. Auch wenn es nicht so klingt, alle waren zufrieden! 😉

Von der einen zur anderen Seite
29. Oktober 2014 von TiDo
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3 Mal dürft ihr raten …

… richtig! Der Wecker läutete einen neuen Tag ein, zumindest für mich. Auch Robert entschied sich heute wieder für ein oder zwei Stunden länger Schlafen.
So machte ich mich also allein auf den kurzen Marsch auf die Anhöhe, die sich im Westen am Campingplatz vorbei zog und einen schönen Blick auf die weite Ebene östlich des Roadhouses bot. Allerdings blieb ich dort oben nicht ganz allein. Ein anderer Tourist, der kurz nach mir hinauf kam, jedoch an mir vorbei und den Pfad noch weiter ging, wurde von einer kleinen Katze verfolgt. Erst sah es so aus, als würde sie zu ihm gehören. Während er aber weiterlief, blieb die Kleine bei mir und leistete mir Gesellschaft.

Gegen 7:00 Uhr kam ich zurück zum Lager, wo die anderen scheinbar gerade erst aus den Zelten gekrochen waren. Da Milch und Müsli heute für Auswärts geplant waren packten wir dann auch schon so langsam unsere 7 Sachen. Stefanie holte sich noch einen frischen Kaffee aus dem Roadhouse bevor wir uns von der guten und stylisch gestalteten Unterkunft verabschiedeten.

Frühstück am Abgrund

Nun machten wir uns also noch mal auf die halbe Stunde Fahrt zum Canyonrand. Gestern noch nach den Touristengruppen hier gewesen, erreichten wir heute wohl vor diesen den Hauptaussichtspunkt, dessen Sitzmöglichkeiten und Tische wir für unser heutiges Frühstück mit Blick nutzten. Die Sonne schien, das Essen schmeckte, es war ein guter Start in den Tag.
Unser heutiges Etappenziel und erste feste Unterkunft war von hier aus am gegenüberliegenden Rand der Schlucht zu sehen. Obwohl keine 10 km Luftlinie enfernt, lagen mit dem Auto aber knapp 380 km bis zur dortigen Ankunft vor uns. Nach einem weiteren kurzen Abstecher zu einem letzten Ausflugspunkt auf dieser Seite des Fish River Canyons nahmen wir die südliche Route zum Ziel in Angriff.

Einmal komplett untenrum

Die Gegenden waren überraschend abwechslungsreich, die Schotterstraßen in hervorragendem Zustand. Sie zogen sich durch weite flache Steppen, die sich mit steinigen Hügeln abwechselten. Zwischendrin wieder endlos scheinende sandige Wüsten.
Am südlichsten Abschnitt unserer Reise folgen wir eine Weile dem Lauf des Orange River, der sogar Wasser führt und dessen anderes Ufer bereits zu Südafrika gehört. In den Orange River mündet auch der Fish River, den wir nicht unweit dieser Mündung nun erneut überqueren, wobei auch an diesem Ende kein fließendes Wasser im Flussbett zu sehen ist.

Häusschen am Hang

Gegen 15:30 Uhr erreichten wir die 19 km lange Zufahrt zur Fish River Lodge. Geglaubt kurz vor dem Ziel forderte der bestenfalls Pfad zu nennende Weg weitere 40 Minuten, bevor wir endlich den Toyota vor dem Haupthaus der Lodge parken konnten.
Kaum aus dem Auto gestiegen empfing uns bereits eine lächelnde kleine Dame mit Handschlag sowie einem eisgekühltem Getränk und begleitete uns auf die Terrasse für die Formalitäten.

Obwohl der blaue Pool uns bereits anlachte bezogen wir vier erstmal zwei der 20 zweibettigen Chalets, die sich rechts und links vom zentralen Haupthaus wie an der Schnur gezogen direkt an der Kante des Fish River Canyons aneinanderreihen.
Ein jedes dieser Chalets bot aus dem Bett den Blick durch die großen Fenster über die eigene Terrasse hinaus in die Schlucht. Ein großes Bad mit innen- sowie außenliegender Dusche gehörten ebenfalls dazu. Sogar eine äußerst effektive Moskitoabwehr ist in die abgehangene Zwischendecke integriert. Man fühlte sich auf anhieb wohl … naja, Stefanie ließ zunächst eine handtellergroße Spinne sowie eine ca. 14 cm lange Heuschrecke aus dem Zimmer entfernen, aber am Ende, so denke ich, bezog auch sie zufrieden das Häusschen am Hang. 😉

Nun war es wirklich höchste Zeit für den Pool. In der noch wärmenden Abendsonne planschten wir noch ein bisschen bis wir uns kurz vor 19 Uhr fürs Abendessen fertig machten. Zur Übernachtung gehört nämlich nicht nur Frühstück, sondern auch ein 3-Gänge-Menü, bei dem wir einen weiteren schönen Tag ausklingen ließen.