Unser Weg to „The North“
6. Juli 2013 von TiDo
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Tag 1 – 06.07.2013

Der Wecker klingelt wieder einmal 3:30 Uhr. Eigentlich ja keine so angenehme Sache, aber schließlich beginnt damit unser kleiner Roadtrip durch die bunt karrierte Welt der Schotten.
Gepackt hatten wir schon am Vorabend und so brauchte es nach Verlassen der Wohnung nicht viel mehr als …

  • 0:12 h Minuten Straßenbahn,
  • 0:15 h Minuten Warten,
  • 1:50 h Busfahrt,
  • 2:45 h Warten,
  • 1:30 h Flug,
  • 0:15 h Laufbänder fahren,
  • 0:15 h Warten,
  • 0:25 h Zugfahrt,
  • 0:10 h durch einen Bahnhof irren,
  • 0:15 h Underground-Fahrt,
  • 0:15 h Warten,
  • 0:28 h Zugfahrt und noch
  • 0:20 h Fußweg,

… bevor wir endlich unser Zuhause für die nächsten zwei Wochen beziehen konnten. Im äußeren London befand sich die Spacestation, in der man – loooogischerweise – ein Spaceship mieten kann.

Unser Raumschiff mit dem Namen „Orbit II“ hat schon so einiges gesehen und wird uns hoffentlich zuverlässig durch die Hügel und Berge Schottlands bringen.
Bis dorthin ist es aber erstmal noch ein Stückchen und so ging es umgehend auf die Autobahn, oder, wie es hier heißt, Motorway. Der Weg war nicht schwer zu finden, denn ausgeschildert ist hier unser Ziel und alles andere, was im Norden liegt, eindeutig mit „The North“.

Die Fahrt war wenig spannend und verlief verkehrstechnisch reibungslos. Der Hitze trotzten wir mit gelegtlichen Einsätzen der Klimaanlage. Durchweg wollten wir sie nicht laufen lassen, da das Einschalten deutlich am Gaspedal zu spüren war und somit wohl auch am Spritverbrauch deutlich merkbar gewesen wäre.

Unterwegs, auf höhe von Manchester, versorgten wir uns mit Zutaten fürs Abendessen. Wie sollte es auch anders sein, es würde Nudeln mit Thunfisch und Soße geben 😉
An einem gemütlichen Küsten- abschnitt südlich von Newcastle wurden diese dann zubereitet. Da der Parkplatz aber über Nacht geschlossen wird, konnten wir dort für die Nacht nicht bleiben und so fanden wir ein ruhiges Plätzchen am Hafen der englischen Stadt.

Tag 2 – 07.07.2013

Trotz der Zeitverschiebung von einer Stunde wurde es recht früh hell. Entsprechend waren auch wir schon bald auf den Beinen, aber eben auch NUR wir. Geplant war zunächst die legale Beschaffung von Bargeld. Dank Navi war die Bank schnell gefunden und die Fahrt konnte weiter gehen. Unsere Route entlang der Küste führte uns durch die Vororte von Newcastle, die in den sonntäglichen Morgenstunden wie ausgestorben schienen. Irgendwie wenig überraschend! 😉

Auf kleinen provinzialen Straßen passierten wir jede Menge wirklich niedlicher Dörfchen, die irgendwie einen typisch britischen Charm versprühten. Zumindest stellten wir uns typisch britische Dörfer genau so vor. Ein direkt an Dünen gelegener Parkplatz war dann Platz für unser spätes Frühstück. Wie man sieht, steppte der Bär … was natürlich sehr angenehm war. Es gab WeetBix mit Milch und dazu den Blick auf unser erstes Castle, auch wenn wir noch nicht ganz in Schottland sind.
Auch wenn es heute bisher noch leicht bewölkt ist und die Sonne nur hin und wieder hindurch scheint, war es angenehm warm. Wir überquerten also zu Fuß die Dünen und spazierten etwas am Strand entlang. Eigentlich kam dabei zum ersten mal wirklich ein wenig Urlaubsgefühl auf.

Die Fahrt aber musste irgendwann weitergehen. Da auf dem weiteren Weg Richtung Edinburgh die größere Straße dem Küstenverlauf folgte, tauschten wir die Kaffwege gegen die Bundes- straße und machten Kilometer. Es dauerte nicht lang bis wir die schottische Grenze überfuhren und gegen 13:00 Uhr erreichten wir dann die Hauptstadt der Rockträger.

Edinburgh
8. Juli 2013 von TiDo
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Tag 1 – 07.07.2013

Am frühen Nachmittag erreichten wir das Zentrum der 450000-Einwohner-Stadt. Die Handy-Navigation mit den äußerst „zarten“ Richtungsansagen von Doreen führte uns zu unserem ersten Ziel, das „Motel-One Edinburgh-Royal“. Dort haben wir für die nächsten beiden Nächte ein Zimmer gebucht … natürlich zu Mitarbeiterkonditionen … uuuuuuhhhhhh 😉
Zu meiner Überraschung lag das Haus mitten im Zentrum der Stadt, worauf Doreen meinte, dass die Motel-Ones doch IMMER in bester Lage zu finden sind. OK ok, ich hab nix gesagt! Der Weg dorthin war also schon eine halbe Sightseeing-Tour und führte an einigen Stellen vorbei, die wir später zu Fuß noch erkunden würden.
Wir nahmen dann sogar die Suche nach einem Parkplatz auf uns, da diese zum Wochende kostenlos sind. Nach eineinhalb überschaubaren Platzrunden im touristischen Verkehrsgetümmel fanden wir sogar einen Platz nicht weit vom Hotel. So konnten wir ohne großes Gepäckschleppen das Zimmer im 4. Stock zügig beziehen und uns vor dem ersten Stadtbummel duschen und etwas frisch machen.

Wir brauchen nur einen der vielen kleinen gassenartigen Treppenaufgänge nehmen, um von der Unterkunft auf die Flaniermeile der Stadt zu kommen. Die High Street führt vom Edinburgh Castle ziemlich gerade über recht genau eine Meile bis hinunter zum Palace of Holyrood-House, der Residenz der Queen, wenn diese mal hier zu Besuch ist. Entlang dieser Straße reihen sich typische Steinhäuse im hiesigen Stil aneinander und beherbergen von jeder Menge Pubs und Souvenirläden auch zahlreiche Fachgeschäffte für Ware aus Cashmere-Wolle. Hier ein Türmchen, doch eine Kirche, alles hübsch hergerichtet mit Blumenampeln, die das eigentlich recht triste braun-grau der Gebäude farblich erheblich auflockert.

Während wir so der Straße folgen, macht sich etwas Hunger breit. Doreen liebäugelt zunächst mit Fish-n-Chips, aber in den entsprechenden Läden ist einfach kein Platz mehr zu finden. Ganz klar, es ist Sonntag und die Stadt voll mit Touristen … wie wir 😉
Ein Italiener ist es letztendlich geworden, wobei wir beide natürlich keine Nudeln bestellt haben, da wir davon in den nächsten Tagen noch genug bekommen werden. Wobei, Nudeln mit Soße gehen eigentlich immer!

Nachdem wir die erste Runde beendet haben, machten wir einen kurzen Zwischenstopp am Hotel, sackten das Stativ ein und schon ging es wieder los zum Calton Hill, einer kleinen Anhöhe, von dem man einen schönen Ausblick auf das Zentrum der Stadt haben soll. Irgendwann wollte dort oben mal jemand einen griechischen Tempel bauen. Dann ging jedoch das Geld aus und die Bauruine blieb stehen. Anders jedoch als die meisten Bauruinen bei uns, sieht eine solche auch halbfertig ganz gut aus und durfte für ein paar Fotos herhalten.

Der Calton Hill war aber auch sonst ein ganz nettes Fleckchen. Viel Wiese und Platz, wo sich die ortliche und tpuristische Jugend auf ein Abendbier trifft und die schöne Sicht auf Edinburgh rungsum genießt.
Zurück im Hotel ließen wir den Tag bei einem Gläschen Hugo bzw. Aperol Sprizz ausklingen und fielen dann recht müde ins Bett.

Tag 2 – 08.07.2013

Der erste Blick aus dem Fenster verhieß nix Gutes. Die Nebelschwaden hingen über der Waverley-Station, die Häuser auf der nicht so weit entfernten, gegenüberliegenden Seite des Princess Parks waren kaum zu erkennen. Wir frühstückten zeitig, denn ab 8:30 Uhr war unser Parkplatz nicht mehr kostenlos. 8:32 Uhr kamen wir in Sichtweite des Autos und da war tatsächlich schon ein Ordnungshüter der Stadt am Werk und wollte gerade das Kennzeichen in sein Gerät eintippen. Als er uns großen Schrittes andackeln sah, schaute er uns an und zeigte auf das Auto, wir nickten kurz und er hob den Daumen und ging zum nächste Fahrzeug über … Glück gehabt, denn für jeden Strafzettel, der mit Zahlungsaufforderung an die Autovermietung geht, müssten wir die Strafe zzgl. 30 Pfund Verwaltungspauschale zahlen.
Aufgrund des trüben Wetters entschlossen wir uns für vorbereitende Maßnahmen bzgl. unserer Weiterfahrt morgen. Das bedeutete vor allem Lebensmittel einkaufen. Ein Einkaufszentrum am Hafen sollte dafür herhalten. Das sogenannte Ocean Terminal ist auch der ständige Liegeplatz der Royal Yacht „Britannia“, mit der die Queen und Prinzessin Diana mit Charles rumschipperten. Wie auch immer, es waren Geschäfte für jedweden Bedarf vorhanden, außer … richtig … außer für Lebensmittel. Einzig ein Geschäft mit ausschließlich abgepackter Frischware war vorhanden, was uns aber wenig brachte, denn es gab keine Nudeln, keine Nudelsoße und keine Thunfischdosen. Wir schmissen erneut die Navi an und fanden letztendlich einen wohl sortierten Supermarkt, in dem wir alles Gesuchte kaufen konnten.

Mittlerweile begann der Himmel nun doch an, auf zu klaren und somit konnten wir nach erledigter Arbeit zur Fortsetzung der Stadterkundung übergehen. Neben dem Anwesen der Queen lag der gleichnamige Holyrood Park, der sich, ebenfalls zentral in der Stadt, über eine Hügel- und Klippenkette mit dem Arthurs Seat als höchsten Punkt ausbreitete. Da wollten wir heute hoch!

Am Parkplatz dortigen angekommen, brannte die Sonne schon wieder ordentlich und wir stiefelten los. Der Aufstieg war länger und teilweise deutlich steiler als erwartet, die Hitze erledigte den Rest. Dennoch hatte es sich gelohnt, denn der Gipfel überragte alles in der Umgebung und bot einen gute Rundumblick. Gut zu erkennen war dabei die beständige Nebel- und Wolkensuppe über der Bucht. Wo Land war, war es aber fast Wolkenlos!

Runterzu ging es überraschenderweise deutlich schneller. Statt Aussicht gab es hier ein Eis. Dabei überlegten wir, was wir als nächstes tun wollen.
Wir entschieden uns gegen einen Besuch der Räumlichkeiten des Edinburgh Castles und machten uns stattdessen auf den Weg zum Royal Botanic Garden. Die Fahr dorthin war, sagen wir mal, nicht ganz direkt.
Bei einem Spaziergang versuchte sich vor allem Doreen in Blumenfotografie. Nach etwa eineinhalb Stunden, ca. eine Stunde später als ich, hatte Sie dann aber genug davon und bekam Hunger. Da am Vormittag am Ocean Terminal diverse Lokalitäten ihre Aufmerksamkeit geweckt hatten und es nicht weit weg vom botanischen Garten lag, fuhren wir wieder dorthin. Und schwupps, saßen wir wieder bei einem Italiener auf der Terrasse. Nach dem Essen machten wir ein Nickerchen im Auto auf einem ruhigen Platz am Wasser und waren später dann pünktlich zum Beginn der kostenlose Parkzeit wieder am Hotel, diesmal mit einem Platz direkt vor dem Zimmerfenster – optimal.

Auch heute stand wieder ein abendlicher Spaziergang an. Diesen nutzen wir, um ein paar schöne Perspektiven auf das Edinburgh Castle zu erhaschen, dass wir bisher ja etwas sträflich behandelt hatten. Zwar wird der Princess Park, von man wohl den besten Blick haben soll, nachts geschlossen, aber auch über den Zaun und vom angrenzenden Friedhof 😉 sind, wie wir finden, ein paar ganz ordentliche Schnappschüsse gelungen.
Die spätabendliche Runde beendeten wir auf der High Street und den Tag mit einem Mitternachtssnack im Hotel.
Früh am nächsten Morgen würden wir Edinburgh schon wieder verlassen. Als Fazit bleibt zu sagen, dass die Stadt schick und ihre Gäste sehr international sind. Uns hat es hier ganz gut gefallen.

Zwischen Hauptstadt und Skye
9. Juli 2013 von TiDo
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Tag 1 – 09.07.2013

Nach dem ausführlichen Frühstück im Motel-One in Edinburgh, hieß es nun Abschied nehmen von den Annehmlichkeiten des Hotellebens, die auch mal ganz angenehm sein können. Wir tauschen sie aber sehr sehr gern gegen jede Menge Landschaft und frische Luft. Heute noch pünktlicher um 8:28 Uhr waren wir am Auto. Wir fuhren gerade los, als auch Mann vom Ordnungsamt erneut begann, seinen Aufgaben nachzukommen. Jedenfalls konnte unser eigentlicher Roadtrip nun losgehen.

Erster Anlaufpunkt war eine Brücke. Beim Stöbern im Reiseführer stieß ich eher zufällig auf ein Bild einer Eisenbahnbrücke, die ich schon in verschiedenen Filmen und Dokumentationen gesehen hatte und aurgrund ihrer Form und Farbe irgendwie mochte. Da mir aber der Name nicht im Gedächtnis geblieben und mir auch nicht mehr geläufig war, dass sie hier in der Gegend steht, wären wir ohne das Bild wohl einfach daran vorbei gefahren. Sind wir aber nicht! Die Forth Railway Bridge, mittlerweile etwa 130 Jahre alt, aber nach wie vor schick.
Weiter ging es in Richtung Stirling, wo es wohl auch ein hübsches Castle geben soll. Auf dem Weg dorthin machten wir noch kurz Halt an einem weiteren Castle, dass wir nett aber irgendwie nicht besonders aufregend fanden.

Der Ort Stirling selbst ist nicht allzu groß und überschaubar. Ein Parkhaus und der Weg durch das kleine Zentrum hinauf zum Schlösschen waren also schnell gefunden. Die direkte Sonne und die Hitze machten den knapp zwanzigminütigen Weg allerdings nicht gerade zum Vergnügen. Oben angekommen standen wir nun vor der Entscheidung, den Eintritt zu löhnen und die alten Mauern etwas genauer zu betrachten, oder einfach nur den Moment zu genießen und den kleinen angrenzenden Park, natürlich inklusive Friedhof, zu besuchen. Wir wählten Letzteres.
Wir entspannten ein wenig auf einem kleinen Hügel, bevor wir dann so langsam wieder ins Städtchen zurückschlenderten. Wir nutzten dort gleich das geschäfftige Treiben und besorgten uns sicherheitshalber noch einen Kanister Gas um sicher zu gehen, jeden Abend kochen zu können.

Wie verließen nun Stirling in Richtung Westen. Ringsum zeigten sich schon die ersten Ausläufer der Highlands. Wir freuten uns, endlich in die etwas hügeligeren Gegenden zu kommen. Eigentlich fehlten dann nur noch die Lochs, die meist schmalen und langen Meeresarme oder Seen.
Aber auch die ließen nicht lange auf sich warten. Beim kleinen Örtchen Balloch passierten wir zunächst Loch Lommond, kurz später in Helensburgh Gare Loch. Nicht weit von Glasgow ware die Gegend offensichtlich ein beliebtes Ausflugsziel, denn überall, wo irgendwie ein Weg zum Wasser führte oder ein paar Meter Sandstrand zu finden waren, parkten Autos und Familien gingen auf und ab.

Wir nahmen dann die Uferstraße entlang des Loch Long. Links das Wasser nicht weit hinter der Leitplanke und rechts der Berg, war der Weg zwar zweispurig, aber sehr schmal und bot leider wenig Möglichkeiten zum Anhalten. Erst in Arrochar weitete sich das Ganze etwas und wir machten eine kleine Pause. Doreen hatte Hunger 😉
Die Old Military Road führte uns dann zum ersten mal in ein klein wenig höhere Gefilde und vermittelte inzwischen ein bisschen Gefühl, in den schottischen Highlands zu sein. Das Wetter war immernoch super, die Gegend auch, alles gut also!

Nach ein paar Kilometern am Loch Fyne nahmen wir eine kleine Querstraße in Richtung Loch Awe und dem Kilchurn Castle, unserem eigentlich Ziel für heute. Vorher jedoch stand an einer ruhigen Stelle noch ein kleines Nickerchen an, denn das zeitige Aufstehen forderte mittlerweile seinen Tribut.

Mittlerweile angekommen, fanden wir nach ein wenig Suchen auch den unausgeschilderten kleinen Parkplatz für die Besucher des Kilchurn Castle. Es ging nun noch ein paar Hundert Meter zu Fuß auf die kleine Halbinsel, an deren Spitze die kleine, aber sehr hübsche Ruine stand. Es war ein sehr schönes Fleckchen, kaum Menschen, nur ein paar plökende Schafe bzw. Cashmere-Ziegen, die gemütlich in der Wiese lungerten und an Grashalmen kauten.
Man konnte sogar bis in die kleinen Türmchen des alten Schlosses steigen und sich das ganze von oben betrachen.

Nicht weit, am Übergang des River Awe ins gleichnamige Loch, bezogen wir dann unser Auto für die Nacht. Zu einem Filmchen gab es ein kühles Cider, Nudeln und ein Filmchen.

Tag 2 – 10.07.2013

Nach einer ruhigen Nacht waren wir wieder recht zeitig auf den Beinen, oder besser Rädern. Die Straße führte uns weiter in Richtung schottische Westküste. Nach dem wir Loch Awe hinter uns gelassen hatte, dauerte es nicht lange und wir erreichten Loch Etive. Es schie gerade Flut zu sein, denn das Wasser floß vom Meer ins Landesinnere und war dabei fast spiegelglatt. Die Stimmung war schön.
Nach einem Zwischenstopp an einem Castle, dass aber von außen den Eintrittspreis nicht wert schien, überquerten wir das Loch, umrundeten Loch Creran und kamen nur wenig später am Loch Linnhe mit dem nächsten Castle an … zählt jemand mit?
Mittlerweile hatte sich die morgentlichen Wolken verzogen und die Sonne brannte uns wieder im Nacken. Ich meine, nicht dass wir uns beschweren würden 😉 Jedenfalls, nach einem kurzen Walk war man am Aussichtspunkt angekommen und hatte einen schicken Blick auf die unzugängliche Insel, auf der das Castle Stalker stand.

Weiter ging es auf der Uferstraße. Für das Frühstück fanden wir eine schicke Stelle am Wasser, bevor die Fahrt nach Glencoe fortgesetzt wurde.

Glencoe ist ein bekanntes Hochland Tal mit sehr sehenswerter Bergszenerie und nach Aussage der örtlichen Touristeninformation Ziel für Bergwanderer und -steiger aus aller Welt.
Nun, wenn das so ist, wollen wir uns natürlich nicht lumpen lassen und ein bisschen kraxeln. Allerdings war es gar nicht so einfach, an Informationen zu Wanderwegen zu kommen. Die Information konnte auf Anfrage keinerlei Karten aushändigen und auch stationär waren nur sehr sehr waage Auskünfte zu bekommen. Doreen und ich folgeten erst einmal der Straße, die dem Tal verlauf folgte und die Kulisse wurde besser und besser. Uns war nun endgultig klar, hier wollen wir laufen.
An einigen der kleinen Parkplätze rechts und links der Straße gab es dann immerhin grobe Karten, die mögliche Wanderrouten zeigten. Da aber keine Dauer oder Längen der Routen angegeben wurde, pickten wir uns eine nach dem Zufallsprinzip raus und bereiteten uns vor. Wasser, Verpflegung, Schuhe und Sonnencreme waren schnell zusammengekramt und es konnte losgehen.
Anhand der Bergformationen orientierten wir uns zunächst grob und erwarteten dann eigentlich Wegmarkierungen. Wie aber hier und auch im weiteren Verlauf unserer Reise festzustellen war, hielten die Schotten davon nicht all zu viel. Der richtige Weg war dennoch gut zu finden, in dem man einfach dahin ging, wo andere herkamen oder dem Trampelpfad folgte.

Das Ziel unserer Wanderung war das sogenannte „Hidden Valley“. Das heißt soviel wie verstecktes Tal und wurde wohl früher zum verstecken von gestohlenen Rinderherden genutzt.
Der Weg führte zunächst straff nach oben. Uns wurde beim Aufstieg ganz schön warm. Da neben dem Weg immer ein Fluss seinen Weg ins Tal bahnte, machten wir schon Badepläne für den Abstieg. Na mal sehen, was daraus wird 😉

Nach dem wir einen kleinen Sattel passierten ging es sogar wieder ein Stück bergab. Es eröffnete sich eine relativ weite Ebene, die durchaus mal Rinderherden beherbergen konnte, eingekesselt durch die Felsmassive ringsherum. Obwohl an dem einen Ende ein Fluss aus den höheren Lagen hinein floss und am anderen Ende genau dieser das Tal verließ, war auf der Ebene von Wasser nicht viel zu sehen. Als wir ein Stück weiter liefen, verschwand der Zufluss einfach so im groben Schotter am Boden. Als Doreen und ich das Ende des flachen Abschnitts der Ebene erreichten, entschied sich Doreen, die Ruhe und die Sonne zu genießen und mich allein noch etwas weiter laufen zu lassen.
Ich folge also weiter dem Pfad. Aus den geplanten „wenigen hundert Metern“ wurde dann aber doch etwas mehr. Ich kam immer höher und höher und stoppte erst, als es so unwegsam wurde, dass man dort besser nur zu Zweit unterwegs sein sollte. Von hier hatte man aber auch schon einen sehr guten Blick über das Tal. Der gelbe Rucksack, der bei Doreen geblieben war, schimmerte noch leicht in der Ferne. Nach kurzem Aufenthalt begann denn der zügige Rückweg zu Doreen. Bei ihr angekommen, war uns nun beiden wieder warm genug, um ein Bad im Bergfluss in Erwägung zu ziehen. Allerdings wollten wir das nicht erst dort unten, wo wir auf dem Hinweg schon daran dachten, da dort mittlerweile wohl keine direkte Sonne schien.

Nur ein paar Schritte von da, wo Doreen verweilt hatte, gab es mehrere günstige Stellen. Also standen wir kurz darauf, nur noch in Unterwäsche bekleidet mit den Füßen im Wasser und stellten fest, wie arschkalt das Wasser doch ist. Uns war aber so warm , dass uns auch das nicht abhielt. Doreen war die erste, ich brauchte zwei Minuten länger. Es war sooo toll!
„Nice and refreshed“, wie Big-Mama in Gatton immer zu sagen pflegte, stand der Abstieg an. Obwohl wir es ganz gemütlich angingen, schwitzten wir nur wenig später wieder und zumindest das „refreshed“ hatte sich schon wieder relativiert. Aber egal! Viereinhalb Stunden nach Aufbruch waren wir zurück am Parkplatz. Wir verschnauften etwas und dann ging die Fahrt auch schon weiter in Richtung Fort Williams, unserem heutigen Ziel.
Nachdem wir unterwegs schon unseren Wasservorrat aufgefüllt hatten, bot Fort Williams genug Supermärkte, in denen u.a. Nachschub unserer Cider-Stammsorten zu bekommen war. Da wir anschließend noch schnell getankt hatten, waren wir nun voll bis oben hin, und so verließen wir am frühen Abend das kleine Städtchen wieder in Richtung Westen.

Wir waren also nun auf dem Weg nach Mallaig, von wo die Fähre zur Isle of Skye fährt. Da wir aber recht gut in der Zeit lagen und sowieso erst am nächsten Tag übersetzen wollten, entschieden wir uns, nicht den direkt Weg zu fahren. Stattdessen nahmen wir eine der eher wenig befahrenen einspurigen Straßen, um uns dann irgendwo in Ufernähe ein Übernachtungsplätzchen zu suchen. Obwohl die Küste relativ „dicht“ besiedelt war, stellte das kein Problem dar und ruck zuck standen wir und kochten Abendessen.

Tag 3 – 11.07.2013

Auf der einspurigen Straße ging es auch heute morgen weiter. Die einzigen, die auch schon wach waren und die ersten Sonnenstrahlen mit uns genossen, waren die Schafe.
Bis nach Mallaig war es nicht mehr weit und so ließen wir uns recht viel Zeit für die Strecke, die sich an vielen schönen Stellen und Plätzen mit Aussicht vorbei am Ufer der Lochs entlangschlengelte. Wie hielten recht oft an und genossen den Moment, es dauerte dennoch nicht lange bis wir dann im kleinen Hafenstädtchen ankamen. Es schien auch für die im weiteren Sinne Einheimischen ein Ferienort zu sein, denn rings um den Ort waren sehr viel schicke Wochenend- oder Sommerhäuse verteilt.

Das Raumschiff steuerte erst einmal direkt den Hafen an und wir erkundigten uns bezüglich der Fähre. Wir waren durchaus auf längere Wartezeiten eingestellt, denn Freunde hatte uns darüber informiert, dass es unter Umständen nötig sein kann, schon einen oder zwei Tage im Voraus eine Überfahrt zu reservieren. Um so überraschender war, dass sofort und zu allen weiteren Terminen des Tages genug Platz für uns war.
Da wir aber nicht weit vor Mallaig von der Straße aus ein paar schöne Strände entdeckt hatten, buchten wir erst die Überfahrt erst für 15 Uhr, was uns reichlich 4 Stunden zum Latschen und Liegen im Sand ließ. Nach ein wenig Suchen war auch ein Parkplatz in der Nähe der Badebuchten gefunden. Der war zwar ziemlich voll, zum Glück sah das aber am Strand anders aus 🙂

Ein ruhiges Plätzchen versetzte Doreen auch umgehend wieder in den Ich-muss-lesen-Modus. Ich musste mich also anderweitig beschäftigen und ging natürlich ein Stück spazieren.
Natürlich stand auch baden zur Debatte, allerdings war das Wasser eisig und die Sonne heute nicht stark genug, um im Anschluss für die rasche Wärmezufuhr zu sorgen.
So blieb es bei dösendem Lesen und gemütlichen Spazieren bis es dann doch irgendwann Zeit wurde, zu gehen.

Typisch deutsch, also überpünktlich waren parkten wir das Auto auf dem Sortierplatz der Anlegestelle. Wie verbrachten die restliche Wartezeit im Hafen. Zum Glück war alles sehr überschaubar. Es nicht mitzubekommen, wenn das Schiff einfährt, war praktisch nicht möglich. Knapp eine halbe Stunde vor Abfahrt sammelten sich so langsam die ganzen anderen Passagiere und das Getümmel wurde größer. Wir kehrten langsam zurück zum Anleger und beobachteten von dort die Ankunft der kleinen Fähre.
Ruck zuck waren alle Autos usw., die von Skye kamen, vom Schiff runter ging auch schon die Verladung los. Eben so schnell war auch das erledigt.
Im Auto durfte man nicht bleiben, weshalb sich alle Leute an Bord ein ruhiges Fleckchen für die 40-minütige Überfahrt suchten. Klar, Doreen nahm irgendwo drinnen mit ihrem Buch platz. Ich verbrachte die Zeit draußen, mal hier mal dort.
Das Schiff, naja, eigentlich Boot, legte ab und damit waren wir auf dem Weg zur Isle of Skye.

Insel des Nebels
11. Juli 2013 von TiDo
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Tag 1 – 11.07.2013

Pünktlich von Bord fuhren wir in Armadale, dem Ort am anderen Ende der Fährüberfahrt zur Isle of Skye. Ihr Name bedeutet soviel, wie Insel des Nebels. Zum Glück aber wurde sie diesem noch nicht gerecht.
In einem unserer Reiseführer stand beschrieben, dass es hier in der Nähe die Möglichkeit kostenlosen Duschens geben sollte. Wir machten uns also auf die Suche, brachen diese aber recht bald ab, da keine Häuser und Gebäude der Beschreibung entsprachen und wir dann keine weitere Zeit verschwenden wollten. Duschen ist ja auch nicht sooo wichtig 😉

Unterwegs nach Norden zeichnete sich dann doch der Wunsch nach ausgedehnter Körperpflege ab. Wir pickten uns aus dem Angebot an Camping- plätzen einen raus und so wurde Portree, der größte Ort der Insel, unser heutiges Ziel.

Der Weg dorthin führte durch schöne bergige Landschaften, natürlich vorbei an diversen Lochs. Allgemein wirkte bis jetzt alles ein kleines bisschen rauer, als noch auf dem Festland. Die Berge waren zerklüfteter, zeigten mehr Felsen und Klippen. Hier und da machten wir Zwischenstopps, denn auch der Fahrer möchte sich ja manchmal etwas umsehen. Die Touristendichte hatte zugenommen, war aber noch nicht störend. In Portree angekommen begann die Suche nach dem Campingplatz. Der Weg war eigentlich gut beschrieben, dennoch fuhren wir zunächst am Ziel vorbei und erhaschten so die ersten Blicke auf eine der bekanntesten Stellen auf Skye, dem Old Man of Storr. Der war für morgen fest eingeplant, also drehten wir wieder um und siehe da, diesmal fanden wir die richtige Einfahrt und standen auch gleich auf einer der wenigen ebenen Stellen des Campingareals.

Doreen verschwendete keine Minute. Der Motor lief praktisch noch, als Doreen sich mit Handtuch und Waschzeug bepackt in den Sanitärtrakt verabschiedete. Nachdem auch ich diesen besucht hatte, ging es ans Essen kochen. Allerdings sollte das kein Vergnügen werden, denn hier bekamen wir es zum ersten mal mit den Midges zu tun.
Schon in unserem Reiseführer steht, dass die Highlands durchaus ihr eigenes Raubtier haben, bisher allerdings blieben wir zum Glück verschont. Hier auf der Wiese aber gab es einiger dieser kleinen Biester, die ab dem späten Nachmittag Angst und Schrecken verbreiten. In Schwärmen fliegen die 2mm langen Fliegen um einen herum und wenn sie mal gelandet sind, beißen sie zu. Alles was bleibt ist ein rote Fleck und jede Menge Panik, denn sie waren überall.

Wir machten also das Foto führs Album und verstauten in Rekordtempo alles Gerät und auch uns selbst wieder im Auto und konnten dann in Ruhe essen. Irgendwie schade, da es draußen sehr angenehm war und und der Himmel sich so langsam auf einen farbenfrohen Sonnen- untergang vorbereitete.
Zumindest ich, zusammen mit einigen anderen Bewohnern der Anlage, bestieg einen unmittelbar daneben liegenden Hügel und beobachteten die Dämmerung.

Tag 2 – 12.07.2013

Nach einer insektenfreien Nacht im Auto verließen wir noch vor dem Frühstück den Zeltplatz und fuhren direkt zu einem Parkplatz am Storr, einem Bergmassiv mit einigen freistehenden Felsformationen.
Neben uns hatten zum Glück nur wenige das Bedürfnis soo früh im allmorgentlichen Dunst unterwegs zu sein. Nur vier weitere Personen bereiteten sich auf die Wanderung hinauf zum Storr vor. Nach dem Müsli packten wir wiedermal ein leichtes Wandergepäck und fast zeitgleich mit den zwei anderen Damenpäarchen brachen wir auf.
Die Berge hier sind nicht besonders hoch, der Storr selbst misst nur knapp 700m. Der Fuss des Old Man of Storr, der auffälligste der einzelnen Felsen, beginnt schon bei etwa 450m über dem Meer. Die wenigen Höhenmeter waren also recht schnell absolviert. Auf dem Weg hatte man immerwieder einen guten Blick auf die zerklüftete Küste des Festlandes am Horizont.

Ständige Begleiter waren auch heute wieder die Schafe, von denen man hier wirklich denkt, sie würde sich hier sehr wohl fühlen. Während des Aufstiegs erreichte man immer wieder Mulden und kleine Ebenen, auf denen sie friedlich grasen und blöken. Oder sind das nun doch Ziegen?
Zunächst war der Old Man kaum zu erkennen, da er sich rein optisch gut vor der Felswand des Storr versteckte. Als wir dann aber seine Höhe erreichten und ihn vor den mittlerweile etwas blauer gewordenen Himmel nehmen konnte, war gut zu erkennen, warum er eine Art Wahrzeichen für die Isle of Skye geworden ist und in mittlerweile vielen Filmen Kulisse gewesen ist … zuletzt in den ersten Minuten von Prometheus.
Hier und da machten wir Pause, schauten uns um, aßen Kekse. Dann ging es Stück für Stück höher, um noch andere Perspektiven auf die äußerst sehenswerten Steine zu bekommen.
Während ich immer weiter kletterte nutze Doreen den Moment um wieder etwas zu entspannen. Als dann die Sonne etwas öffter durch die Wolken schien, legte sie sich in die Wiese und ließ sich den Wind um die Nase wehen.
Auf dem Weg zurück nach unten gingen wir direkt zwischen den Felsen hindurch und merkten, dass diese gar nicht so riesig sind, wie sie anfangs noch wirkten. Um so erstaunlicher, welche majestätische Erscheinung die Steine haben, wenn sie richtig in Szene gesetzt werden. Wir fanden die Ecke voll cool!

Mittlerweile war es nun fast Mittag. Das bedeutete, dass auch die asiatischen Reise- gruppen nach Ihrem späten und gepflegten Frühstück, dem Tetris beim Bus-Boarding und der langwierigen Auswahl des passenden Schuh- werks den Weg zu den Sehenswürdigkeiten der jeweiligen Gegend gefunden hatten. Doreen und ich waren nicht mehr sehr weit vom Parkplatz entfernt, als sich die erste Schlange mit Flip-Flops besohlt und Kameras bewaffnet langsam und höchst naturirritiert einen Pfad den Berg hinauf bahnte. Jedweder entgegenkommende Passant musste dabei ausweichen, da sonst eine Massenpanik auszubrechen drohnte, weil Gras als solches offenbar von vorn herein als unbegehbar eingestuft und somit von denen nicht betreten wurde.
Leichten Fusses haben wir jedoch jedes fernöstliche Hindernis überwunden und sind heil am Auto angekommen. *puuuh*

Unsere Fahrt ging nun weiter entlang der nordöstlichen Küste von Skye. Auf dem Abschnitt machten wir ein paar längere Zwischenstopps und schauten uns unter anderem den Kilt Rock an. Der Felsen wurde wegen seiner faltenartigen Struckur nach dem Kilt benannt. Wir finden ja die unglaublich passende Doppeldeutigkeit der deutschen Übersetzung ebenso faszinierend 😉
Ein kleines Schauspiel fand unterwegs direkt an der Straße statt. Ein Schaf-/Ziegenbauer, wie auch immer, impfte und zählte gerade seinen Bestand. Dabei war das geblöke fast ohrenbetäubend. Doreen war natürlich hin und weg, als sie die kleinen Lämmer erblickte und war dann durch nicht mehr abzulenken.

Es folgte noch ein kleiner Abstecher zum Strand. Dort sollte es angeblich versteinerte Dinosaurier- fussabdrücke zu sehen geben. Ich bin den Anweisungen auf der Informationstafel gefolgt, hatte aber leider dennoch keinen Erfolg. Naja, dafür hatten wir ja in Broome ein glücklicheres Händchen.
Nun standen wir vor der Wahl, weiter an der Küste entlang zu fahren, oder eine kleine schmale Straße durch die Berge zur anderen Seite des nördlichen Zipfels zu nehmen? Wir entschieden uns für die Passstraße. Zunächst waren wir die einzigen, die auf dieser Route zu fahren schienen. Niemand kam uns entgegen, kein Einheimischer drängelte von hinten. War schon irgendwie ungewohnt, aber gut. Wir konnten anhalten wo wir wollten, selbst wo keine Ausweichstellen waran. Das Wetter klarte gerade ein wenig auf und so war auch die Sicht wieder etwas besser geworden.

Nur eine handvoll Kurven weiter war man dann auch schon am Pass angelangt und siehe da, der Parkplatz war mehr als voll und jede Menge Leute und Flip-Flop-Schlagen wuselten herum.
Mir war natürlich nach wandern und so schnürrte ich erneut die Kraxelschuhe. Doreen aber ließ verlauten, dass sie wohl einen kleinen Nachmittagsschlaf machen müsse. Sie kuschelte sich also in das stets gebaute Bett im Auto und grunzte schon nach wenigen Minuten friedlich vor sich hin.
Ich lief also los und kam recht gut voran. Da die meisten Höhenmeter schon mit dem Auto absolviert waren, verlief der Weg weitestgehend eben und stellte kaum Ansprüche. Da ich kein direktes Ziel hatte, folgte ich mal wieder der Devise „na mal sehen, was man hinter der nächsten Kuppe so sehen kann“. Irgendwann kam ich so am Nippel an, der auch links im ersten Bild zu sehen ist. Leider gab es keinen direkten Rundweg, sodass ich den gleichen Weg zurücklaufen musste. Wenn man sich aber weder hin- noch zurückzu umdreht, kommt es einem praktischerweise gar nicht so vor 😉

Als ich wieder am Auto, ankam schlief Doreen noch. Ich weckte sie. Nachdem ich mich wieder in Fahrklamotten geworfen hatte, war sie auch schon wieder auf den Beifahrersitz gekletter, aber so richtig wach schien sie nach wie vor nicht zu sein.
Während die Straße sich so langsam wieder hinunter in Richtung Meer schlängelte, recherchierte Doreen unseren letzten Anlaufpunkt für den heutigen Tag.

Faerie Glen heißt eine nicht allzu weitläufige Hügelland- schaft, die so auch aus einem Märchen stammen könnte. Grün bewachsenen Felsburgen um- geben von kleinen Wäldchen die von alten Steinmauern durch- zogen sind. Farn bedeckt den Boden und wenn man gaaaanz leise ist genau hinsieht, kann man hier und da kleinen Häschen herumhoppeln sehen.
WIr liefen also eine Runde und machten uns auf, den höchsten der Felsentürme zu besteigen. Oben angekommen, war zunächst alles noch ruhig und die Aussicht gut. Das änderte sich aber schlagartig mit der Ankunft des heute bereits vorgestellten, mittlerweile ein- heimischen Wesens … die Flip-Flop-Schlange war uns gefolgt und bereits am Fuße des Hügels. Zeit für uns, den Rückweg anzutreten. Gerade noch rechtzeitig waren wir davon gekommen 😉

Auf der Suche nach einem Schlafplatz entschieden wir uns nun doch noch für die Küste am nördlichen Zipfel von Skye. Wir wurden nicht enttäuscht. Wollken Sonne und eine Terasse fürs Abendessen … alles gut!

Tag 3 – 13.07.2013

Wie an den Bildern der letzten zwei Tage schon ein wenig zu erkennen ist, wird das Wetter von Tag zu Tag etwas typischer für Schottland. Auch diese Nacht hat es wieder geregnet.

Geweckt wurden wir, naja eigentlich nur Tim, von einer kleinen Herde Wollknäule, die auf Ihrem Weg entlang des Ufers auch kurz an unserem Schlaf- platz halt machte. Rupfge-räusche und gelegentliches Blöken des Chefschafs hatten mich letztendlich aus dem Schlaf gerissen. Es war aller- dings erst gegen 5 Uhr, weshalb ich mich einfach noch mal umdrehte und weiter schlummerte, als die Herde weitergezogen war. Doreen später: „Hääh, was für Schafe?“.
Nichtsdestotrotz waren wir dann beide wieder recht früh auf den Beinen. Das Frühstück wie immer auf etwas später verschoben steuerten wir heute als erstes Neist Point an.

Es ist der westlichste Punkt auf Skye und weil die Insel westlich von den Highlands des britschen Festlandes liegt, würde es auch gleichzeite der westlichste Anlaufpunkt unsere kleinen Reise sein.
Der Weg dorthin führte einspurig durch kleine Dörfer, vorbei an vielen Schaf- sowie Ziegenweiden und endete, wie so oft, an einem kleinen Parkplatz, von dem aus der Rest der Strecke zum Ziel zu Fuß absolviert werden musste.
Da der Weg wortwörtlich überschaubar und das Wetter nicht wirklich sehr warm war, liefen wir mit nur leichtem Gepäck los … Kamera und ’ne Mütze für Doreen. Einmal runter und wieder hoch und schon hatte man zum erstmal einen Blick auf den Leuchtturm und die Spitze des Capes. Die Gebäude rings um den Turm waren mal zum Hotel umfunktioniert worden. Aller- dings schienen diese Zeiten längst vergangen. Ausser dem Leutturm selbst, der in wirklich guten Zustand ist, war alles sehr zerfallen und offensichtlich schon seit längerem ungenutzt. Irgendwie schade eigentlich, wobei wir uns fragte, warum konkret man hier eine Woche Hotelurlaub machen sollte!? Dennoch passte das Areal gut in die Gegend, welche geprägt von Steilküste und Klippen war, die wohl bis zu 300m hoch sind.
Wir liefen bis zu äußersten Spitze des Capes, die in Form zerklüfteter Felsen langsam ins Meer verlief. Viele Touristen hatten sich auch hier in Form der überall beliebten Steintüme verewigt, weshalb auch keine losen Steine mehr einfach so herum lagen. Es war also alles sehr aufgeräumt 😉
Auch wenn es kaum aufklarte wurde es zum Mittag hin doch etwas wärmer, was die eigentlich nicht sooo vielen Stufen zurück hinauf zum Parkplatz doch ganz schön anstrengen machten. Keuchend kamen wir am Auto an und belohnten uns mit ein paar Schokoladenchipkeksen.

Wir verließen die Küste des Nordwestens der Isle of Skye wieder und steuerten so langsam, aber sicher, wieder den südlichen Teil der Insel an. Grüne Hügel und die schon vermissten Lochs prägten das Bild dieses Teils von Skye. Die Aussicht und die Fahrt wirkten dabei sehr beruhigend und entspannen auf Doreen.

Unterwegs gab es ein verspätetes Mittagessen. Doreen aß Schnitte mit Schinken und Käse. Bei mir gab es die Outdoor-Nahrung überhaupt, „Heinz Baked Beanz“, die wir schon seit einigen Tagen mit uns rumfuhren … ähm Moment, hatten wir überhaupt schon Frühstück???

Aus den grünen Hügeln wurden nun langsam Berge und einige davon kamen uns auch sehr bekannt vor. Wir erreichten nun wieder die Straße, die wir auf dem Weg Richtung Portree zwei Tage zuvor schon gefahren waren. Zugegeben, so viele Alternativen gab es hier auch nicht 😉
Um auf die Insel Skye zu kommen gab es zwei Wege. Die Fähre von Mallaig nach Armadale, die wir schon gefahren waren, und die sogenannte Sky-Bridge, die wir gerade ansteuerten. Unterwegs füllten wir noch schnell unsere Fress- und Cider-Vorräte auf, wobei mir ein Neukauf von „Heinz Baked Beanz“ untersagt wurde.
Nur kurz darauf überfuhren wir auch schon die Brücke und sagten der rauen und sehr schönen Isle of Skye auf Wiedersehen.