Camino Inka – Tag 4
6. Mai 2017 von TiDo
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Zielgerade

Der letzte Tag des Inka-Trails stand an und, wie angekündigt, begann er sehr früh. Etwa 2:30 Uhr klingelte der Alarm des Handys und auch das offizielle Wecken durch einen der Porter ließ dann nicht mehr lange auf sich warten. Im Halbschlaf wurden noch einmal alle persönlichen Dinge im Zelt zusammengesucht und verpackt, um danach das Zelt zum Abbau freizugeben. Heute ließen die Träger niemanden auch nur 5 Minuten länger schlummern und so waren alle ungewohnt pünktlich beim Frühstück.
Es war noch immer stockdunkel, nur die Stirnlampen aller umherlaufenden erhellten den Busch, während Edy und Pepe alle Gäste nach dem Essen um sich versammelten. Im Gänsemarsch stiefelten wir hinter den beiden her, zunächst noch direkt vorbei an benachbarten Camps anderer Gruppen, bevor das Momentum nach gerade mal 200m eine schnelles Ende fand. Wie an den Tagen zuvor musste ein Kontrollpunkt passiert werden, der allerdings erst mit Sonnenaufgang gegen 5:00 Uhr öffnen würde. Bis dahin hieß es etwa eine Stunde Schlange stehen. In dieser Zeit zeigte sich erneut die gute Stimmung in unserer Wandergesellschaft, denn wir verkürzten uns die Wartezeit mit Musik. Ein Blutooth-Lautsprecher, ein Handy und die richtigen Songs brachten uns zum Mitsingen und Rumhotten, wovon sich auch die anderen wartenden Gruppen anstecken ließen. Am Ende war es eine nette kleine Feier am frühen Morgen mit etwa 100 internationalen Beteiligten im tiefsten peruanischen Andenhochland. Einmalig!

Der Kontrollpunkt nahm pünktlich seinen Dienst auf. Nach ihm lagen nur noch knappe 2 Stunden weitestgehend flacher Pfad vor uns. Als es so langsam heller wurde und immer mehr Gegend durch die Äste zu erkennen war, ließ sich auch endlich die Wetterlage etwas besser einschätzen. Die Täler und Gipfel waren in Wolken gehüllt, blauer Himmer oder gar Sonne schienen im Augenblick unwahrscheinlich. Schade, denn recht genau um 7:00 Uhr erreichten wir das sogenannten Sonnentor, durch das zur Sommersonnenwende das erste Licht des Tages direkt in den Sonnentempel der berühmten Inkastadt fällt. Bei uns zogen eher die ersten Nebelschwaden des Tages umher. Glücklicherweise war alles in Bewegung und eine viertel Stunde später konnten wir endlich die ersten Blicke auf die große Inkastadt werfen. Es war noch recht weit weg, aber als sich dann scheinbar doch ein paar Sonnenstrahlen dahin verirrten, schon beeindruckend.

Bergab und mit dem Ziel nun ständig vor Augen waren die letzten Meter schnell absolviert und so erreichten wir alle gesund eine der bekanntest Ruinenstädte der Welt … Machu Picchu .

Endlich da, viele andere aber auch

Bevor Edy uns auf eine geführte Tour durch das Areal mitnehmen würde, bekamen wir ein paar Minuten Zeit für die ersten Bilder. Wie von den Guids gebeten, entfernten wir uns nicht zu weit von der Gruppe.
Doreen und ich standen nun zum ersten Mal ohne die Gruppe an einer leicht exponierten Stelle, schauten über die Stadt und horchten in uns hinein. Keine Frage, die Aussicht war toll und das Wissen, hier zu sein, war durch aus befriedigend. Im Kopf stimmte also soweit alles, was aber war mit dem Herzen? Nun, auch für uns überraschend war das Gefühl etwas weniger überwältigend als erwartet, gar nicht vergleichbar mit z.B. dem Erreichen der Rainbow Mountains wenige Tage zuvor. Wir gingen noch einmal in uns und fanden nur halbe Erkläungen. Zum einen mag es daran liegen, dass man diesen Ausblick, dieses Bild von Machu Picchu schon tausendfach in Zeitschriften und Dokumentationen gesehen hatte und es darum bereits als eine Art Erinnerung existierte. Viel wahrscheinlicher aber ist die Tatsache, dass wir uns gerade zwischen hunderten, vielleicht sogar tausenden von Tagestouristen befanden, welche die Situation bzw. den Moment einfach etwas zu nichte machen.
Dreieinhalb Tage waren wir unterwegs hierher, ungeduscht, in mittlerweile leicht müffelnden Klamotten und standen jetzt hier zwischen Frauen in hochhackigen Schuhen und Cashmerepullovern sowie deren Männern in Sakko und edlen Jeans, die Gucci-Handtaschen der Frauen haltend. Falls es jetzt so klingt, als würde uns die Stadt nicht gefallen, stimmt das ganz und gar nicht. Hatten wir uns den Moment anders vorgestellt? Ja!
Zurück bei der Gruppe schossen die Guids die letzten offiziellen Gruppenfotos vor der halbwegs klaren Kulisse der Ruinen, bevor es nun auf die etwa eineinhalbstündige Führung durchs Gelände ging.

Vor allem Edy erzählte alle 50m unermüdlich und herzlich von der Geschichte seiner entfernten Vorfahren, wobei wir alle aber nur noch wenig aufnahmefähig waren. Inzwischen waren seit dem Aufstehen schon knapp 6 Stunden vergangen und beim Sitzen machte sich Müdigkeit breit. Auf dem zentralen Platz des Geländes angekommen begann es dann langsam aber sicher an heftiger zu regnen. Zwar gab es hier genügend Gebäude, zum Unterstellen waren die aber kaum geeignet, denn allen fehlte eins, nämlich das Dach. Da wir, im Glauben an das gute Wetter, die Funktionskleidung in den Rucksäcken am Eingang gelassen hatten, war die Komfortzone schnell verlassen. Edy spulte nun die letzten Sätze noch herunter und entließ uns in den frei verfügbaren Teil des Tages hier.
Mit allen anderen Mitgliedern der Wandergruppe verließen wir zunächst das Areal. Außer uns vieren aber stiegen alle anderen in einen der Busse in Richtung Tal und ließen somit Machu Picchu ein für allemal hinter sich. Für uns vier stand aber schnell fest, dass wir die Hoffnung auf besseres Wetter nicht so schnell aufgeben würden, schon gar nicht schon vor dem Mittag. Am Eingang nahmen wir im überdachten und deshalb auch überfüllten Imbiss Platz und warteten in Ruhe. Es dauerte nicht einmal eine dreiviertel Stunde bis der Regen nachließ und schließlich ganz aufhörte. Die Wolken zogen weiter und gaben hier und da sogar den ein oder anderen Fleck blauen Himmel frei. Das war unsere Chance …

Machu Picchu

Während Stef und Robert sich auf den unteren Teil der Stadt konzentrierten, wollten Doreen und ich etwas höher hinaus um dennoch eine der typischen Draufsichten zu finden und festzuhalten. Dank des Regens waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ganz sooo viele Menschen unterwegs, viele scheuten aber auch die Stufen hinauf zu den oberen Terassen. Für diese wurde man dann jedoch fürstlich entlohnt, den der Ausblick war toll und dank der Sonne stand nun auch für uns alles im rechten Licht. Wir verbrachten eine angenehm ruhige Zeit hier oben und erarbeiteten uns ein mehr als versöhnliches Ende der Unternehmung Machu Picchu …

Gruppenabschied

Bereits auf dem Weg zurück zu den Bussen zog das Tal erneut zu. Während wir auf einen der nächsten warteten begann es wie aus Eimern zu schütten. Wiedereinmal hatten wir alles ziemlich gut abgepasst, hofften nur, dass auch Stef und Robert zufrieden und vor allem trocken ins Tal kommen würden.
Etwa 30 Minuten dauerte die Fahrt entlang der vielen Spitzkehren. Endstation war der kleiner Ort Aguas Calientes , was im deutschen „heißes Wasser“ bedeutet. Hier begaben wir uns zum verabredeten Treffpunkt, einem gemütlichen italienischen Restaurant. Hier verbrachten wir essend und trinkend die letzten Stunden mit unseren Mitläufern, die nicht unbeteiligt daran waren, dass diese vier Tage zu dem geworden waren, was sie sind: ein unvergessliches Erlebnis. Und obwohl nichts geringeres als Machu Picchu das Ziel war, kommen wir auch hier nicht wirklich drumherum, zu sagen, dass wieder einmal der Weg das Ziel war.

Edy verabschiedete sich bereits am früheren Nachmittag von alle anwesenden, während Pepe erst später zu uns stieß. Es folgte hier nun der Abschied von denjenigen, die noch ein paar Tage hier im Ort verbringen würden. Alle anderen führte Pepe geschlossen zum nahegelegenen Bahnhof. Mit einem der blauen Züge traten wir die bequeme Rückfahrt in Richtung Cusco an. Den letzten Teil des Weges absolvierten wir erneut mit dem Bus, der uns müde, aber wohlbehalten und glücklich in der Inkahaupstadt absetzte. Die herzlichen Verabschiedungen von den verbliebenen Wandergefährten rahmten das schöne Bild einer unvergesslichen Wanderung!

Gerade so noch Ecuador
7. Mai 2017 von TiDo
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Die letzte Dusche in Peru

Nach den letzten vier Tagen auf dem Inka-Trail freuten wir uns alle auf eine entspannende Dusche in unserem Gästehaus in Cusco. Uns war klar, die Nacht würde auf Grund ihrer Kürze nicht sonderlich entspannend werden. Dass dann aber gar kein annähernd warmes Wasser mehr zur Verfügung stand, ließ die gute Laune, die wir vom Machu Picchu mitgebracht haben, für eine Weile komplett verschwinden. Nach einem zwischenzeitlichen Eine-große-Spinne-krabbelt-an-einer-Wand-entlang-Intermezzo haben wir es letztendlich doch geschafft, die Elektroboiler in Gang zu bekommen, sodass wir nun doch unter die wohlverdienten, warme und auch nötigen Dusche kamen. Anschließend fielen wir totmüde ins Bett.

Zwei Stunden später, ja genau, nur zwei Stunden später klingelte der Wecker, denn ein Flugzeug wartete auf uns bzw. würde eben nicht auf uns warten. Bei Flugplänen muss man eben nehmen, was angeboten wird, und so standen wir wie immer viel zu früh am Flughafen. Nach etwa 45 min Warten am geschlossenen Check-In durften wir den Damen und Herren von LATAM-Airlines zu sehen, wie diese ihren Dienst so gaaaaanz allmählich vorbereiteten und irgendwann auch gaaaaanz gemütlich antraten. Wie auch immer, wir haben den Flug nicht verpasst und nur das zählt hier 🙂
Etwa 6 Stunden später landeten wir nach einem Frühstücksstop in Lima und einem weiteren Anschlussstop in Quito auf dem Flughafen Baltra, der auf der gleichnamigen kleinen Insel nördlich der Insel Santa Cruz liegt.

In Ecuador an Äquator

Schon als wir die ersten Schritte hier auf Galapagos machten, merkten wir in verschiedener Hinsicht, wo wir gelandet waren. Es war warm und ein wenig schwül, typisch für wassernahe Gefilde in Äquatornähe. Als dann aber die ersten Leguane salzrotzend unweit des Vorfeldes zwischen den Büschen faulenzten, war klar, es kann eigentlich nur Galapagos sein.

Es war bewölkt und auf der zunächst kurzen Busfahrt zur Fähre, die einzige Verbindung zwischen der Flughafeninsel Baltra und Santa Cruz, begann es dann auch zu schütten. Schon unsere zweite Dusche heute! Auf dem kleinen Boot, welches uns dann übersetzte, saß man zwar im trockenen, allerdings wurde ein Großteil des Gepäcks einfach aufs Dach geworfen, wo es den Wellen folgend schön im warmen Nass hin und her walgte. Egal, so wie es war wurde es im Laderaum eines kleinen Busses untergebracht, wo es nun eine knappe Stunde trocknen konnte. Bereits auf der Fahrt erspähten wir das ein oder andere typische Tier und freuten uns auf weitere Begegnungen. Den Tag heute nutzten wir allerdings nur noch, um uns zu erholen und etwas zu ordnen. Von der kleine Unterkunft in Puerto Ayora spazierten wir am Abend nur noch einmal Richtung zentraler Jetty um etwas zu Essen und frische Seeluft zu schnuppern.
Obwohl nicht mehr allzuviele Leute unterwegs waren, herrschte rund um den Bootsanleger reges Treiben. Kleine Hai jagten noch kleinere Fische rund um die Pfeiler, Rochen schwebten knapp unter der Wasseroberfläche umher. Aber an Platznehmen auf einer der vielen Bänke war gar nicht zu denken, denn die waren besetzt. Ganz entspannt rekelten sich halbwache Robben auf ihnen und machten nicht den Eindruck, den bequemen Schlafplatz an irgendwelche Touristen abgeben zu wollen. Entsprechend blieb einem nicht viel mehr, als sich ein freies Stück Geländer zwischen den Pelikanen zu suchen und sich dort ein wenig anzulehnen. Wirklich ein Wunder, dass sich da noch kein deutscher Pauschalreisender beschwert hat … tz tz tz.

Namenspaten
8. Mai 2017 von TiDo
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Orgavormittag

Wir schienen alle recht gut geschlafen zu haben, zumindest aber mussten wir heute mal nicht im dunklen aufstehen. Ganz in Ruhe machten wir uns bereit für den Tag, für den bisher nur Ideen in unseren Köpfen umhergeisterten. Als aller Erstes aber erst einmal Frühstück und dazu begaben wir uns erneut auf den Weg Richtung Zentrum und fanden auf halber Strecke einen kleinen Laden, der ein Frühstücksmenü anbot. Wir nahmen Platz und nur kurz nach der Bestellung brachte uns die kleine flinke Bedienung Tee oder Kaffee, dazu Rührei, Brötchenähnliches Gebäck und einen Fruchtsaft oder -joghurt. Es war lecker und günstig, alles top also!
Im Anschluss begaben wir uns auf die Suche nach einem Touranbieter, der uns für Morgen noch eine Tour zu einer ganz konkreten Insel anbieten konnte. Obwohl wir nicht das Gefühl hatten, der Ort wäre von Touristen überlaufen, gestaltete sich das gar nicht so einfach, da die Angebote meist schon ausverkauft waren. Nach einer Weile hatten wir aber doch Erfolg und buchten unseren Plan für den Folgetag.
Diese Aufgabe gelöst hatten wir nun noch einen ganzen langen Nachmittag vor uns, der genutzt werden wollte. Wir wussten durchaus, was wir sehen wollten, Frage war nur, wie das am besten zu bewerkstelligen ist. Zurück im Gästehaus hatte unsere Herbergsmutter eine ganz pragmatische Lösung parat, die wir auch gleich in die Wege leiteten. Während des Wartens auf den Start, watschelte dann recht unverhofft ein Tier durch den Innenhof, dass wir so hier nicht wirklich erwartet hatten. Der Sohn des Hauses griff sich das Tier und stellte uns den kleinen süßen Lukas als sein Haustier vor …

Panzer überall

Wie vorgeschlagen, riefen wir uns ein Taxi, welches uns für knappe 40$US den ganzen Nachmittag zur Verfügung stehen würde. Dieses brachte uns zu einem Naturpark, in dem man recht bequem die Tiere beobachten können soll, denen die Inseln hier ihren Namen verdanken. Das spanische Wort Galapago bedeutet zu deutsch Wulstsattel und war zunächst die Bezeichnung der nur dort lebenden, also endemischen Riesenschildkröten , deren Name nun die ganze Inselgruppe und Provinz Ecuadors ziert.
Nach einer knapp halbstündigen Fahrt erreichten wir das Areal und machten uns nach der Anmeldung und einer kurzen Einweisung auf die überschaubare Wanderung. Besonders weit musste man die Augen dabei gar nicht offen halten, denn die Schildies waren nicht nur riesig, sondern auch überall. Auf den Wiesen grasten sie wie Kühe und in den kleinen Tümpeln badeten sie wie Wildschweine, nur eben alles viel langsamer. Sie waren irgendwie niedlich und ekelig zugleich, vor allem aber die Vorstellung, dass das ein oder andere Exemplar schon fast 150 Jahre hier rumrobbt, beeindruckte ungemein. Es war interessant und entspannend zu gleich, den unheimlich ruhigen und scheinbar stressfreien Dingern zuzusehen.

Schildkrötenbucht

Vom Taxifahrer, der es sich während unsere Krötenexpedition auf der Ladefläche seines PickUps bequem gemacht hatte, ließen wir uns im Anschluss an die Küste bzw. in dessen Nähe bringen. Wir wollte heute auch noch einmal Meerwasser an unseren Füßen spüren und hatten uns dafür passenderweise die Tortuga Bay, die Schildkrötenbucht ausgesucht. Nach dem man sich am Zugang zur Registrierung in ein Buch eingetragen hatte, spazierte man auf befestigtem Weg etwa eine Dreiviertelstunde durch eine Art Kakteenwald, bevor man am östlichen Ende der langgezogenen Bucht den Strand erreichte. Das Wetter war gerade etwas rauer geworden, teilweise zogen dunkle Wolken über uns hinweg. Nichtsdestotrotz genossen wir die Szenerie sehr. Perlikane, Blaufußtölpel, diverse weitere Vögel, kleinere Echsen und später auch noch mehr Galapagosleguane säumten den Weg entlang des Wassers und ließen keine Langeweile aufkommen. Warum die Bucht allerdings ihren Namen trägt, wissen wir nicht, den Schildkröten haben wir hier keine einzige entdecken können.
Als die Sonne nicht mehr weit über dem Horizont stand lief ein Offizieller die gesamte Bucht von hinten beginnend ab und forderte alle Besucher höflich auf, sich langsam auf den Rückweg zu machen. Klar wären wir gern noch geblieben, allerdings finden wir es auch ganz gut, dass die hier einzigartige Flora und Fauna geschützt werden und darum der gemeine Tourist nicht Tag und Nacht überall frei herumlaufen soll.
Mittlerweile hatte sich das Wetter etwas beruhigt und für eine sehr angenehme abendliche Stimmung gesorgt. Es war ein rundum gelungener Tag!

Just Cruising
9. Mai 2017 von TiDo
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Heute stand also nun der gestern gebuchte Bootsausflug auf der Tagesordnung. Nach dem Frühstück an selber Stelle wie bereits gestern, trafen wir vor dem Tourbüro ein, vor dem nur weniger Minuten später der Bus zum Bootsanleger an der Nordküste von Santa Cruz einsammelte. Auf der Fahrt lernten wir schon die ersten Mitstreiter des Tages kennen, die alle recht umgänglich oder sogar sympathisch zu sein schienen.
Am kleinen Hafen angekommen wurden wir ohne großen Aufenthalt in zwei Wellen mit einem Schlauchboot zum eigentlichen Ausflugsboot mit dem Namen „Esmeraldas III“ übergesetzt.

Die Fahrt bzw. die Zeit in der Sonne an Deck war unheimlich entspannen, dennoch aber spannend zu gleich. Neben den restlichen Mitfahrern gab es auch tierischst viel zu sehen. Da waren springende und loopingschlagende Rochen, Delfine und Hammerhaie. Auch auf dem Radar war einiges los. Ein beeindruckender Fregattvogel gesellte sich eine ganze Weile zur technischen Ausstattung unserer Yacht und hielt als absolut unblinder Passagier die Augen nach Essbarem offen.

Nach etwa 2 Stunden an der Insel Bartholomé angekommen, ging es wieder ins kleine Beiboot, welches uns direkt auf die Insel brachte. Es folgte ein Spaziergang auf die höchste Erhebung dort, einen ca. 100m hohen erloschen Vulkan.
Stege und Holztreppen führten uns durch nahezu vegetationslose Lavalandschaft. Nach wenigen Minuten kamen wir auch schon oben an und hatten einen wunderbaren Ausblick auf das wohl bekannteste Landschaftsmotiv von Galapagos, die Zwillingsbuchten, den Pinnacle Rock und die Insel Santiago im Hintergrund.

Nach dem wir ausgiebig fotografiert und den Ausblick genossen haben, ging es wieder zurück zum Beiboot. Dort planschte wenig fröhlich ein Galapagospinguin zwischen den Felsen. Der kleine Kerl schwamm etwas suchend vor uns hin und her. Unsere Guide war der Meinung, er sei auf der Suche nach dem Rest seiner Gruppe, denn es sei ungewöhnlich, einen Pinguin ganz allein anzutreffen. Dennoch war er niedlich anzusehen, auch wenn er hier eher aussah, wie eine Ente. Wir wünschten ihm jedenfalls viel Glück und hofften, er würde seinen Schwarm wiederfinden.
Im Schlauchboot begaben wir uns nun noch auf eine kleine Runde in der Bucht, die Augen nach weiteren Pinguinen offen haltend. Leider erfolglos. Wir erreichten schließlich wieder unser Yacht, die bereits am Ort des nächsten Programmpunkts geankert hatte. Schnorcheln war angesagt und das wurde irgendwie auch das Highlight unseres Ausfluges.

Da unsere Kamera im und unter Wasser nicht so gut funktioniert, hier ein paar Eindrücke, erzählt von Doreen:
Tim stieg sofort von der Yacht aus ins Wasser und schnorchelt los, was das Zeug hält. Ich hatte erst einmal etwas Berührungsangst, denn das letzte Mal schnorcheln war doch schon etwas her und ich habs ja auch nicht so mit tiefem Wasser. 😀
Gemeinsam mit Robert, der noch nie geschnorchelt hatte und wohl auch etwas vorsichtig an die Sache rangehen wollte, lies ich mich mit dem Beiboot an den Strand bringen. Von da aus wollten wir es langsam angehen lassen. Ich bin zum Glück schnell wieder „reingekommen“ und machte mich direkt auf den Weg zu Tim, der irgendwo nahe der Uferfelsen durch die Gegend schnorchelte.
Bei ihm angekommen, erzählten uns zwei andere, das sie eben Seelöwen und Pinguine gesehen haben. Wir folgten ihnen und siehe da, plötzlich waren wir mittendrin. Zwischen einem noch jungen Seelöwen und zwei Pinguinen, die miteinander Verstecken oder Fangen spielten. Immer wieder drehten sie ihre Piruetten um uns herum. Neugierig und scheu zu gleich verschwanden sie und tauchten blitzartig wieder auf. Und wir trieben mittendrin und beobachteten das Schauspiel. Einmalig, unvergesslich!
Völlig überwältigt und aufgeregt wollte ich Stefanie und Robert davon erzählen und sie zu uns holen. Stef fand ich nicht und Robert stand am Strand und schaute uns in der Ferne zu. An meinem hektischen Winken muss er gemerkt haben, das wir etwas aufregendes gesehen haben, aber er hat zwischenzeitlich den Kampf mit seiner Schwimmbrille aufgegeben. Trotzdem machte ich mich schnorchelnd auf den Weg zurück zum Strand. Dabei blickte ich immer mal wieder auf, um zu prüfen, ob ich noch auf dem richtigen Kurs bin. Ich sah noch einige Meter von mir entfernt vor mir einen Pelikan seelenruhig im Wasser treiben. Während ich schnorchelnd und ihn nicht mehr beachtend weiter auf ihn zu schwam, entschloß er sich auf Fischjagd zu gehen. Robert, der das ganze von außen beobachtete, erzählte mir im Nachhinein, dass der Pelikan schließlich ein paar Kreise über mir drehte und dann plötzlich keinen Meter vor mir mit voller Wucht ins Wasser tauchte. Ich sah sein Eintauchen ins Wasser direkt vor mir. Ich erschrack und wusste erst nicht was das ist, aber als ich den typischen aufgeblassenen Pelikanschnabelsack sah, wusste ich, das ich gerade Zeuge wurde, wie er sich einen Fisch geschnappt hatte. Unglaublich! Ich blickte auf und wollte augenblicklich allen erzählen, was ich da gerade erlebt und gesehen habe. Robert und unser Guide standen aber bereits jubelnd und lachend am Strand, weil sie das ganze ebenso beobachtet hatten.

Als die Schnorchelzeit vorrüber war und wir zurück an Board gingen, wurde uns auch schon etwas zu Essen gereicht. Während der ganzen Hinreise und der Zeit, die wir auf der Insel und beim schnorcheln verbrachten, schnibbelte und putzte der Koch auf dem Schiff Tintenfisch. Diese gab es dann als leckere Soße zu einer Portion Nudeln.
Mittlerweile waren dunkle Wolken aufgezogen und sorgten für etwas mehr Wellen und den ein oder anderen Schauer. Die Rückfahrt verbrachten wir dennoch ganz entspannt mit Essen, Verdauen und ein paar Gesprächen mit den anderen Gästen.

Am Ende der Bootstour und nach dem Übersetzen zurück auf Santa Cruz hatten wir noch ein paar Minuten Zeit während wir auf den Bus nach Puerto Ayora warteten. Da wir hier auf Galapagos sind, wird einem bei solchen Zwangspausen auch nie langweilig, denn irgendwelche irren Vögel sind hier immer unterwegs. Im konkreten Fall waren die Fischschwärme rudum den Anleger ein beliebtes Jagdrevier für Pelikane, aber auch für ein paar Blaufusstölpel.
Zurück in der Heimat der vergangenen 3 Tage fanden wir auch heute wieder ein nettes Lokal zum Absacken und Verarbeiten.

Inselwechsel
10. Mai 2017 von TiDo
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Darwin, wohin man auch schaut

Da unser Transfer nach San Cristobal erst am Nachmittag startet, nutzten wir den Vormittag für einen Spaziergang zum Darwin-Zentrum, welches von der gleichnamigen Stiftung betrieben wird und der Erforschung der hiesigen Ökosysteme dient. Bereits auf dem Hinweg quer durch Puerto Ayora begegneten wir, mal abgesehen vom stets bunten Treiben an der Jetty, auch so erneut der hier so integrierten Tierwelt. Neben der kaufenden Kundschaft lauerten am kleinen Fischmarkt Vertreter fast aller Gattungen auf frische Bückware. Leguane, vor allem aber Pelikane warfen genauere Blicke auf das Angebot, während die Robben nur ab und zu eher entspannt über die Theke schauten. Die Fregattvögel beobachteten das Geschehen geduldig beim Kreisen über dem Platz, waren allerdings blitzschnell zur Stelle, falls irgendwo etwas zu schnappen war. Man war mittendrin und das Schauspiel besser als jede Dokumentation.

Mittlerweile war es schon kurz vor Mittag, was nun auch deutlich an den Temperaturen zu spüren war. Die Wege zum und im Darwin-Zentrum boten kaum Schatten, die Sonne prasselte unentwegt. Vom Bestaunen der seltenen Echsen und sich paarenden Riesenschildkröten konnte uns das jedoch auch nicht abhalten. Als kleines Souvenir ließen wir uns auch hier einen Stempel in den Reisepass drücken.

Wellblechpiste

Völlig überhitzt holten wir im Anschluss unser Gepäck aus dem Gästehaus, verabschiedeten uns von der kleinen Ente Lukas und seinen Zieheltern und begaben uns zur Anlegestelle. Die Tickets waren bereit organisiert und so mussten wir im Prinzip nur noch warten. Ein kleines Boot brachte uns pünktlich zu einem etwas Größeren, in dem wir und etwa 20 weitere Personen Platz nahmen.
Als alles bereit zur Abfahrt war, begrüßte uns der Captain, der kaum älter als 14 Jahre gewesen zu sein schien. Danach wies er uns noch in die Sicherheitseinrichtungen des Bootes ein … kurz: „Schwimmwesten findet ihr wahrscheinlich dort, dort und da!“. Langsam verließen wir die Hafenbucht von Puerto Ayora, auf offenerer See angekommen drückte der kleine Mann am Steuer nun aber gehörig auf die Tube, sodass jetzt ganz schön die Post abging. Zwar war kein besonders starker Wellengang, dennoch sprang das nicht zuuu große Boot mit gefühlt riesen Sätzen von Berg zu Berg. In den Gesichtern der Passagiere ließ sich nun wirklich gut erkennen, ob jemand Spaß hatte, oder nicht. Einige grinsten die ganze Zeit, andere hatten offensichtlich Angst, das Boot würde auseinanderbrechen.
Doch hingegen der Befürchtungen einiger verlief alles glatt bzw. nicht glatt, aber unbeschädigt und wir erreichten nach etwa zweieinhalb Stunden Puerto Baquerizo Moreno auf der Insel San Cristobal .

Am Anleger wurden wir, neben hunderter Robben, von Harry, dem Chef unsere nächsten Unterkunft, empfangen. Super nett und überaus sympathisch hieß er uns willkommen und fuhr uns den nicht allzu weiten Weg zum Hotel Galapagos Eco Friendly .
Hier bezogen wir unsere Zimmer und ruhten uns, wie immer, ein bisschen aus, bevor wir am frühen Abend ins Zentrum schlenderten und bei Speiß und Trank einen weiteren Tag ausklingen ließen.